Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ökologisch und gleichzeitig preiswert bauen schließt sich nicht aus

03.07.2003


Ideenwettbewerb der HTW zum Thema "Modulares Bauen auf dem Betzelhübel in Ottweiler"



Dass ein unter ökologischen Gesichtspunkten errichtetes Haus durchaus preiswert sein kann, dies stellten jetzt sieben Diplomanden der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) eindrucksvoll unter Beweis. Sie widmeten ihre Diplomarbeiten einem Ideenwettbewerb zum Thema "Modulares Bauen auf dem Betzelhübel in Ottweiler". Ausgelobt wurde dieser Wettbewerb von der Wohnbebauung Betzelhübel GmbH, welche insgesamt 5.000 Euro Preisgeld zur Verfügung stellte, und dem Fachbereich Architektur der HTW. Als Schirmherr konnte Staatssekretär Rainer Grün vom Ministerium für Umwelt des Saarlandes gewonnen werden. Im Rahmen einer Abschlusspräsentation fand jetzt die Prämierung der Arbeiten im Foyer der HTW statt, nachdem das Projekt im Januar 2003 gestartet wurde und die Abgabe der Diplomarbeiten Ende Mai diesen Jahres erfolgt ist.

... mehr zu:
»HTW »Ideenwettbewerb


Als real vorhandenes Neubaugebiet bot sich der zweite Bauabschnitt des Areales Betzelhübel in Ottweiler für den Ideenwettbewerb geradezu an. Die Geburtsstunde dieses neuen Ottweiler Wohngebiets in hervorragender Höhen- und Südhanglage schlug bereits im November 1999. Damals erwarb die Stadt Ottweiler das ehemalige Bundeswehrgelände zurück. Um das Areal einer neuen Nutzung zuzuführen, fand die Stadt in der Sparkasse Neunkirchen sowie der OBG Projekt zuverlässige und kompetente Partner, welche die "Wohnbebauung Betzelhübel GmbH" als Erschließungsträger aus der Taufe hoben. Der Spatenstich des 1. Bauabschnittes erfolgte im September 2001.
Mittlerweile konnten im ersten Bauabschnitt, welcher rund 140 Bauplätze umfasst, bereits fast zwei Drittel der verfügbaren Grundstücke veräußert werden, berichtete Direktor Markus Groß. Zu diesem Vorbildcharakter und der hohen Qualität des Baugebietes zähle auch ein städtebauliches Gesamtkonzept sowie die Qualität der einzelnen Wohnhäuser, erläuterte Groß. Hierbei müssten gleichermaßen ökologische und ökonomische Anforderungen in Einklang gebracht werden. Vor diesem Hintergrund habe die Wohnbebauung Betzelhübel GmbH in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Architektur der HTW des Saarlandes im Januar diesen Jahres den Ideenwettbewerb unter dem Thema "Modulares Bauen auf dem Betzelhübel in Ottweiler" ausgelobt. Als Ziel des Ideenwettbewerbes wurde die Erarbeitung zukunftsweisender Beiträge zum energiesparenden, ökologischen und nachhaltigen Bauen vorgegeben. Als Baugebiet beziehungsweise "Planungsgegenstand" diente der sieben Hektar umfassende zweite Bauabschnitt im Wohngebiet Betzelhübel, dessen Erschließung für das Jahr 2005 ins Auge gefasst ist. Dabei galt es, an konkreten Beispielen aufzuzeigen, dass "preiswert bauen" keine Minderung der Qualität des Wohnens und der Gestaltung bedeutet.


Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Denn die von den Diplomanden entwickelten und auf modularer Bauweise basierenden Gebäudetypen vereinen preiswertes Bauen mit zahlreichen Möglichkeiten der individuellen Gestaltung des jeweiligen Hauses sowie einem zukunftsorientierten Energiekonzept. Bei allen erarbeiteten Vorschlägen zur Errichtung ökologisch sinnvoller Gebäude handelt es sich um so genannte "Passivhäuser", welche auf Grund innovativer Baustoffe und moderner Haustechnik mit Wärmepumpe, Regenwasser- oder Solarnutzung Energie und Ressourcen zu sparen in der Lage sind. Außerdem wurden alle Entwürfe im Sinne einer integrierten Planung mit Blick auf Städtebau, Landschaftsarchitektur, Gebäudeplanung und Energiekonzeption ganzheitlich entwickelt.

Als Berater standen den Diplomanden die Lehrbeauftragten Dipl.-Ingenieur Hanno Dutt (Landschaftsarchitektur) und Dipl.-Ingenieur Markus Funk (Energiekonzeption) zur Seite. Zusätzlich wurde zum Ende des vergangenen Jahres mit den Grundstückskäufern des ersten Bauabschnittes eine Bauherrenbefragung durchgeführt und ausgewertet. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der zur Zeit bevorzugten Haustypen, der Bauweise sowie der Haustechnik flossen mit in die Arbeiten ein. Dadurch konnte eine relativ realitätsnahe und auf die Wünsche heutiger "Häuslebauer" abgestimmte Gestaltung des Wohnraumes möglich gemacht werden.

Im Namen der Wohnbebauung Betzelhübel GmbH dankte Geschäftsführer Markus Groß allen am Projekt Beteiligten für ihr hohes Engagement im Rahmen des Ideenwettbewerbs. Alle abgegebenen Arbeiten bezeichnete Groß als "hochwertig". Worte des Dankes übermittelte Markus Groß im Namen der Wohnbebauung Betzelhübel GmbH ebenso an das saarländische Umweltministerium für eine "sehr konstruktive und effiziente Zusammenarbeit" im Zuge der Realisierung des Neubaugebietes Betzelhübel.

Professor Dr. Hans-Joachim Weber (Prorektor der HTW des Saarlandes) begrüßte die anwesenden Gäste, Professoren, Betreuer und Studierenden und stellte die kreativen Lösungen der Diplomanden in den Vordergrund. Den Modellen sähe man das Engagement bei der Erfüllung der Aufgabe deutlich an. Sie zeigten, dass die praxisorientierte Ausrichtung ein wichtiger und nicht wegzudenkender Teil der Ausbildung an der HTW sei.
Professor Heiko Lukas (Vorsitzender des Fachbereichs Architektur der HTW des Saarlandes) betonte, dass die Studierenden in ihren Arbeiten allesamt einen Realitätsbezug entwickelt haben. Die Modelle seien alle finanzierbar und stellten, durch die modulare Bauweise, ein wachsendes Haus dar, dass sich den wechselnden Lebensumständen der Bewohner anpassen könne.
Der Schirmherr des Ideenwettbewerbes, Staatssekretär Rainer Grün, hob die ökologische Bauweise in den Mittelpunkt. Der sparsame Umgang mit Ressourcen werde in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Ökologisch und preiswert - diese konsequent eingehaltenen Prämissen haben ihn gerne die Schirmherrschaft übernehmen lasen.
Kurz nach der Vorstellung der Wettbewerbsarbeiten beriet das Preisgericht über die Verteilung der Prämie. Übrigens werden alle Wettbewerbsergebnisse von der Wohnbebauung Betzelhübel GmbH in einer Broschüre zusammen getragen und veröffentlicht.

Die Arbeiten sind ausgestellt im Foyer des Fachbereichs Architektur der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Waldhausweg 14, 66123 Saarbrücken, bis 16. Juli 2003.

Katja Jung | idw

Weitere Berichte zu: HTW Ideenwettbewerb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg
16.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Welt-Neuheit: natureplus zertifiziert erstmals komplette Bauteile
04.07.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics