Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Folien auf Hochwasserdeichen wirkungslos

01.11.2002

Großmodell der Abteilung Erddammbau und Deponiebau bringt den Beweis


Foto: Ermshaus



Die Abteilung Erddammbau und Deponiebau des Institutes für Bodenmechanik und Felsmechanik betreibt zusammen mit der Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe ein naturmaßstäbliches Damm-/Deich-Modell. Jetzt ist die Vermutung der Dammbauer bestätigt worden: Selbst sorgfältig im Trockenen (also "vor einem Hochwasser") verlegte, mit Sandsäcken beschwerte Folien zeigen keinerlei Wirkung. Das den Damm beziehungsweise Deich durchsickernde Wasser - in der Menge gering - findet unschwer seinen Weg unter die Folienabdeckung. Der Deichkörper wird in voller Höhe mit Wasser belastet und in gleicher Weise von Wasser durchströmt wie ohne Folienabdeckung. Die Durchfluss- und Druckmessungen belegen dies eindeutig. Die ordnungsgemäße Lage und die mangelnde Dichtungswirkung wurden auch durch Taucher überprüft beziehungsweise bestätigt (vgl. Bild).

... mehr zu:
»Erddammbau »Folienabdeckung »Wasser


Im kleinmaßstäblichen Simulationsversuch wurde andererseits gezeigt, dass bei offenen Erosionsröhren oder sonstigen offenen Fehlstellen in Deichen Folien als Notmaßnahmen in Form von lokal eingesetzten "Lecksegeln" eine gewisse Wirkung haben können, sofern sich die progressive Erosion einigermaßen in Grenzen hält.

Die Wissenschaftler raten dringend, auf die flächenhaften Einsätze von Folien künftig zu verzichten und den Arbeits- und Materialaufwand auf wirksamere Sicherungsmaßnahmen zu verwenden.

Für konzentrierte Wasserdurchtritte durch Leckstellen sollten Folienbahnen und Einbringhilfen für den Notfall bereitgehalten werden. Entscheidend ist hierbei die sofortige Verfügbarkeit und die für die Einbringung unter riskanten Bedingungen erforderliche Handhabungsfertigkeit. Schulungen für das Deichverteidigungspersonal unter realistischen Bedingungen erscheinen erforderlich, wenn überhaupt Aussicht auf einen Erfolg bestehen soll. Neben der Verlegung der wasserseitigen Lecköffnung mittels Folie sind unbedingt weitere (erosionshemmende) Sicherungsmaßnahmen beim luftseitigen Leckaustritt erforderlich, die aber keinesfalls den Wasseraustritt behindern dürfen. Sonst wird die Situation nur noch verschlimmert.

Nähere Informationen:

Professor Dr. Josef Brauns
Abteilung Erddammbau und Deponiebau
am Institut für Bodenmechanik und Felsmechanik
Tel.: (0721) 608-2222
Fax: (0721) 696096
E-Mail: josef.brauns@bau-verm.uni-karlsruhe.de


Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/pm_972.html

Weitere Berichte zu: Erddammbau Folienabdeckung Wasser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Die Berge im Wohnzimmer
08.08.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bei der Planung von Gebäuden an die Sommerhitze denken
07.08.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics