Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hydraulischer Modellversuch Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel

11.03.2008
Für die Menschen im Osterzgebirge sind katastrophale Hochwasser keine Seltenheit. So führte die Weißeritz während des Augusthochwassers 2002 zur Überschwemmung des Hauptbahnhofs und von weiten Teilen der Innenstadt Dresdens.

Eine Möglichkeit, der starken Niederschläge Herr zu werden, sind Hochwasserrückhaltebecken. Im Rahmen der von der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) landesweit erstellten Hochwasserschutzkonzepte soll eins bei Niederpöbel am Pöbelbach - einem Nebenfluss der Roten Weißeritz - entstehen.

Das Rückhaltebecken, dessen Einzugsgebiet etwa zwölf Quadratkilometer groß ist, dient im Wesentlichen dem Hochwasserschutz der Gemeinden entlang der Roten Weißeritz stromab bis zur Talsperre Malter.

Das Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel wird im Auftrag der LTV durch eine Planungsgemeinschaft als ökologisch durchgängiges Trockenbecken geplant. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass man das Rückhaltebecken bei Hochwasser einsetzen muss, liegt bei einmal in zehn Jahren - Fachleute sprechen von einem HQ10. Es wird als gesteuertes Becken ausgeführt, d.h. Abflüsse bis 22 Kubikmeter pro Sekunde sind regelbar. Im Zusammenwirken mit einem weiteren, ebenfalls in Planung befindlichen Becken kann ein Schutz gegen ein so genanntes "hundertjährliches Hochwasser" (HQ100) gewährleistet werden.

Mit dem Bau des Hochwasserrückhaltebeckens werden im Tal sowohl der Pöbelbach als auch die weitgehend parallel zum Pöbelbach verlaufende Staatsstraße S 183 mit einem ca. 31 m hohen Steinschüttdamm mit Asphaltbetonkerndichtung überbaut. Während eines Hochwassers wird die durch den Damm führende Staatsstraße gesperrt: die Straßendurchfahrt wird durch Schütze verschlossen. Die S 183 wäre in diesem Fall auf einer Länge von ca. 1,2 km mit dem zurück gehaltenen Hochwasser geflutet.

Neben der Straßendurchfahrt ist ein ökologischer Durchlass vorgesehen, der die Wanderbewegungen von Lebewesen ermöglichen soll; auch er wird im Hochwasserfall verschlossen. Die Beckensteuerung erfolgt dann mit zwei Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 1,20 Metern, an deren Ende jeweils ein Kegelauslassventil eingebaut wird.

Aufgrund der hohen Sicherheitsansprüche an große Wasserbauwerke werden neben den Berechnungen am Computer vor dem Baubeginn oft Modellversuche durchgeführt. Seit Dezember 2007 laufen im Hubert-Engels-Labor des Instituts für Wasserbau und Technische Hydromechanik der TU Dresden umfangreiche Untersuchungen einzelner Anlagenbestandteile an zwei physikalischen Modellen im Maßstab 1:12 und 1:15.

Zuerst wurde der Planungsstand im Modell nachgebaut und von Institutsmitarbeitern und Studenten unter Leitung von Prof. Hans-B. Horlacher hydraulisch getestet. Anhand der dabei gewonnenen Erkenntnisse werden in den nächsten Wochen Optimierungen an den Modellen erfolgen, die zur Verbesserung der hydraulischen Wirksamkeit und damit der Betriebssicherheit der künftigen Hochwasserschutzanlage führen.

Projektleiter: Prof. Hans-B. Horlacher, Projektbearbeiter: Dipl.-Ing. Holger Haufe, Dipl.-Ing. Markus Schuckert, cand.-Ing. Sophia Stoebenau, cand.-Ing. David Biebach

Weitere Informationen: Ulrich van Stipriaan, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Fakultät Bauingenieurwesen an der TU Dresden, Tel. 0351 463-39169, Fax 0351 463-37104, ulrich.van.stipriaan@tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Verbesserte Architekturgläser durch Plasmabehandlung – Reinigung, Vorbehandlung & Haftungssteigerung
11.12.2019 | INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena

nachricht Lebende Brücken: Mit alten indischen Bautechniken moderne Städte klimafreundlich gestalten
18.11.2019 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Im Focus: Highly charged ion paves the way towards new physics

In a joint experimental and theoretical work performed at the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear Physics, an international team of physicists detected for the first time an orbital crossing in the highly charged ion Pr⁹⁺. Optical spectra were recorded employing an electron beam ion trap and analysed with the aid of atomic structure calculations. A proposed nHz-wide transition has been identified and its energy was determined with high precision. Theory predicts a very high sensitivity to new physics and extremely low susceptibility to external perturbations for this “clock line” making it a unique candidate for proposed precision studies.

Laser spectroscopy of neutral atoms and singly charged ions has reached astonishing precision by merit of a chain of technological advances during the past...

Im Focus: Ultrafast stimulated emission microscopy of single nanocrystals in Science

The ability to investigate the dynamics of single particle at the nano-scale and femtosecond level remained an unfathomed dream for years. It was not until the dawn of the 21st century that nanotechnology and femtoscience gradually merged together and the first ultrafast microscopy of individual quantum dots (QDs) and molecules was accomplished.

Ultrafast microscopy studies entirely rely on detecting nanoparticles or single molecules with luminescence techniques, which require efficient emitters to...

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Humane Papillomviren programmieren ihre Wirtszellen um und begünstigen so die Hautkrebsentstehung

12.12.2019 | Medizin Gesundheit

Urbane Gärten: Wie Agrarschädlinge von Städten profitieren

12.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Die „Luft“ im Ozean wird dünner - Sauerstoffgehalte im Meerwasser gehen weiter zurück

12.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics