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Spritzbeton: gestärkt für Nachhaltigkeit

03.03.2008
Stärkeether mindern den Rückprall

Mit Pflanzenstärke bahnt die Südzucker AG Spritzbeton den Weg in Richtung Nachhaltigkeit. Als Rückprallminderer eingesetzt, helfen Stärkeether nicht nur Material sparen, sondern sorgen auch für schnellere Verarbeitung. Dass der neue Trockenspritzbeton außerdem weniger staubt, zeigten die Praxisversuche an zwei Tunnelbauten in Tirol.

Tunnelbauten sind ohne Spritzbeton heute nicht mehr denkbar. Mehr als 3 Mio. Kubikmeter der Mischung aus Zement, Bindemittel, Chemikalienzusätzen und Wasser verarbeiten europäische Bauunternehmer jährlich. Der Baustoff lässt sich durch Spritzen zwar schnell und problemlos auftragen, verursacht durch den Rückprall aber auch Abfälle, die entsorgt werden müssen.

Sowohl das Trocken- als auch das Nassspritzverfahren sind etabliert. Ersteres ist zwar in puncto Verarbeitungsflexibilität und Ökologie überlegen, hat aber einen entscheidenden Nachteil: während des Spritzens entsteht sehr viel Staub, der nur mit aufwändigen Belüftungssystemen abgeführt werden kann.

Stärke könnte dafür sorgen, dass der Beton besser haftet und es weniger staubt, so die Hoffnung der Wissenschaftler der Südzucker AG. Gefördert vom Bundeslandwirtschaftsministerium machten sie sich daran, Stärkeether als Additiv für den Trockenspritzbeton zu etablieren. Mit Erfolg konnte die Stärke so bearbeitet werden, dass sie, dem Beton beigemischt, in der Praxis deutliche Vorteile brachte. Trotz der Beigabe von nur 0,1 Prozent des Stärkeethers zum Bindemittel bröckelte bis zu 20 Prozent weniger Beton während des Spritzens ab. Den Praxispartner im Projekt, die Fa. Schretter und Cie., überzeugten die Ergebnisse so, dass er das Produkt bereits beim Bau von zwei Tunnel in Tirol einsetzte.

Die Ergebnisse sind nicht nur aus ökologischer Sicht positiv, sondern haben auch ökonomische Auswirkungen. Mit dem kostengünstigen Stärkeprodukt lassen sich Preisvorsprünge von 3 € pro Tonne erzielen. Bei einem Preis von durchschnittlich 40 - 65 €/t ist das ein deutlicher Vorteil.

Unter dem Namen Amitrolit 8865 wird von AGRANA, einem Unternehmen der Südzucker Gruppe, bereits ein aus dem Projekt hervorgegangenes Produkt verkauft. Erste Versuche wurden auch für Nassspritzbetonanwendungen unternommen. Die Forschungen dazu laufen weiter.

Barbara Wenig

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V. fördert im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Forschung, Entwicklung und Markteinführung zu nachwachsenden Rohstoffen.

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
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V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte

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