Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bauen neu denken - BMBF-Spitzencluster forscht zu Carbonbeton

01.02.2016

BMBF-Spitzencluster forscht zu Carbonbeton / Leibniz Universität an größtem deutschen Bauforschungsprojekt beteiligt

Leicht, langlebig, ressourcenschonend – mit diesen Eigenschaften revolutioniert der neue Baustoff Carbonbeton die Baubranche. Im Vergleich mit Stahlbeton reduziert die Herstellung von Carbonbeton den Kohlendioxid-Ausstoß und senkt die Herstellungskosten.

Mehr als 130 Partner – unter anderem aus den Bereichen Bauphysik, Bauingenieurwesen, Bauplanung, Statik und Architektur – arbeiten in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Spitzencluster „C3 – Carbon Concrete Composite“, in der Kurzform englisch ausgesprochen mit „ci cube“, mit.

Das Hannoversche Zentrum für Optische Technologien (HOT) der Leibniz Universität ist von Beginn an dabei und geht seit September 2015 der Frage nach, wie der neue Baustoff in seiner Funktionalität über seine gesamte Lebensdauer von bis zu 70 Jahren zuverlässig überwacht werden kann. Der Titel des Vorhabens lautet „Dauerhaftigkeitsuntersuchung von faseroptischen Sensoren zur Zustandsüberwachung von C³-Bauteilen.“

Geleitet wird das Forschungsprojekt von der TU Dresden. Für die ersten zwei Jahre sind dazu rund 283.000 Euro bewilligt. Das gesamte Projekt wird vom BMBF mit insgesamt 45 Millionen Euro gefördert. Am 4. Dezember 2015 erhielt das C³-Projekt als größtes deutsches Bauforschungsprojekt Deutschlands den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung. Eine Woche später verlieh das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zusammen mit weiteren Partnern dem Projekt den Deutschen Rohstoffeffizienzpreis.

„Das Monitoring von Bauwerken erfolgte bislang relativ aufwändig meist über Messgeräte, die erst auf dem Bauwerk, etwa am Brückenpfeiler oder auf der Betondecke angebracht werden müssen“, sagt Prof. Dr. Bernhard Roth, der Leiter des Projekts am HOT. „Aber warum sollte man die Sensoren nicht gleich direkt in den Baustoff integrieren? Ausgehend von dieser Frage haben wir Glasfasern mit optischen Sensoren ausgestattet und wollen sie direkt im Carbonbeton verbauen. Über Laserlichtsignale sind so Dehnungen aber auch Feuchtigkeit und Temperaturänderungen sicher und zuverlässig messbar“, erläutert Roth.

„Das hilft, Schäden wie Risse im Beton oder Verformungen frühzeitig zu lokalisieren.“ Ziel sei es, eine integrale Bauweise zu schaffen, die Tragstruktur, Hüllstruktur und technische Intelligenz vereint. „Wir untersuchen in drei Arbeitspaketen den Verbund zwischen optischen Glasfasern und Carbonfaserbewehrungen, prüfen die Dauerhaftigkeit von optischen Glasfasern unter betonchemischer sowie –mechanischer Belastung und stellen sicher, dass die faseroptischen Sensoren auch über den gesamten Lebenszyklus des Bauwerkes mit der Messtechnik kompatibel bleibt“, sagt Dr. Kort Bremer, der das Projekt am HOT durchführt.

Zurzeit wird Carbonbeton erst vereinzelt eingesetzt. Der leichte und flexible Baustoff ist zum Beispiel bei Gebäudesanierungen im Einsatz, wenn alte Dachkonstruktion aus statischen Gründen nur geringe zusätzliche Lasten aushalten. Auch für Brückenreparaturen oder beim nachträglichen Anbau von Balkonen ist Carbonbeton der ideale Baustoff. Bislang waren hierzu stets Einzelgenehmigungen nötig. Ziel des Projekts C³ ist es auch, für Carbonbeton eine generelle Zulassung zu erhalten. Damit würde ein Paradigmenwechsel nicht nur im Bauwesen sondern auch in der Stadtentwicklung eingeläutet.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr. Bernhard Roth vom Institut für Quantenoptik der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon 0511 762 17907 oder per E-Mail unter bernhard.roth@zuv.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Die Berge im Wohnzimmer
08.08.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bei der Planung von Gebäuden an die Sommerhitze denken
07.08.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Im Focus: The “TRiC” to folding actin

Proteins must be folded correctly to fulfill their molecular functions in cells. Molecular assistants called chaperones help proteins exploit their inbuilt folding potential and reach the correct three-dimensional structure. Researchers at the Max Planck Institute of Biochemistry (MPIB) have demonstrated that actin, the most abundant protein in higher developed cells, does not have the inbuilt potential to fold and instead requires special assistance to fold into its active state. The chaperone TRiC uses a previously undescribed mechanism to perform actin folding. The study was recently published in the journal Cell.

Actin is the most abundant protein in highly developed cells and has diverse functions in processes like cell stabilization, cell division and muscle...

Im Focus: Arctic Ocean 2018 - Forscher untersuchen Wolken und Meereis in der Arktis

"Arctic Ocean 2018": So heißt die diesjährige Forschungsexpedition des schwedischen Eisbrechers ODEN in der Arktis, an der auch ein Wissenschaftler der Universität Leipzig beteiligt ist. Noch bis zum 25. September wollen die etwa 40 Forscher an Bord vor allem das mikrobiologische Leben im Ozean und im Meereis untersuchen und wie es mit der Wolkenbildung in der Arktis zusammenhängt.

Während der Fahrt durch die Arktis, die Ende Juli gestartet ist, sollen im Rahmen der Kampagne MOCCHA 2018 (Microbiology-Ocean-Cloud-Coupling in the Hight...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

Within reach of the Universe

08.08.2018 | Event News

A journey through the history of microscopy – new exhibition opens at the MDC

27.07.2018 | Event News

2018 Work Research Conference

25.07.2018 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

13.08.2018 | Informationstechnologie

Welche Bakterien mit uns U-Bahn fahren

13.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Meeresmüll in entlegensten Regionen

13.08.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics