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30 ha pro Tag - Ist das Nachhaltigkeitsziel noch erreichbar?

19.06.2012
Die Reduzierung des Flächenverbrauchs ist eine wichtige Voraussetzung für einen nachhaltigen Ressourcenschutz und eine klimagerechte Siedlungsentwicklung.

Das BBSR präsentiert die aktuellen Trends der Siedlungsentwicklung. Die Siedlungs- und Verkehrsflächen entwickeln sich demnach im Bundesgebiet sehr unterschiedlich, wobei sich die anhaltende Neuinanspruchnahme von Flächen insgesamt verlangsamt hat.

In der BauGB-Novelle und in politischen Strategiepapieren werden instrumentelle Empfehlungen genannt. Im Interesse einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung ist es notwendig, diese Instrumente nun auch umgesetzt werden.

Ist das erklärte Ziel der Bundesregierung, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 ha pro Tag zu reduzieren, noch realistisch? Wissenschaftler des BBSR haben dazu neue Auswertungen vorgelegt. Die Ergebnisse zeigen, dass dieses Nachhaltigkeitsziel nicht so ohne Weiteres erreichbar ist, auch wenn sich die Flächeninanspruchnahme für neue Siedlung- und Verkehrsflächen insgesamt deutlich verlangsamt hat. Die vorgelegten Forschungsergebnisse sprechen dafür, die Flächeninanspruchnahme auch differenziert zu betrachten. Flächen für Sport und Erholung beispielsweise werden häufig nur gering versiegelt und stellen sich in ihrer Qualität für Klima-, Freiraum- und Ressourcenschutz anders dar als z.B. vollversiegelte Gebäude- und Verkehrsflächen. Umfassende Potenziale zur Um- bzw. Wiedernutzung brachliegender Flächen liegen im Innenbereich. Insgesamt zeigt sich ein Nebeneinander von Siedlungsverdichtung in Wachstumsräumen, wo die freien Flächen immer knapper werden, und einer Siedlungsausweitung in die Fläche in schrumpfenden Regionen; trotz Leerstand und vielen Brachflächen.
Fest steht: Die Konkurrenz um die immer knapper werdenden Ressource Fläche wird größer; denn neben den traditionellen Flächenansprüchen aus Landwirtschaft, Siedlungswesen, Verkehr und Naturschutz steigt der Flächenbedarf für nachwachsende Rohstoffe. Die Debatte um die Begrenzung der Flächeninanspruchnahme erreicht eine neue Qualität, seit nun auch die Energiewirtschaft verstärkt neue Trassen und Flächen reklamiert.
Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass es bei allseits steigender Flächenkonkurrenz umso wichtiger wird, die durch die BauGB-Novelle sowie in zahlreichen Strategiepapieren dargelegten instrumentellen Empfehlungen zum Flächensparen endlich aktiver umzusetzen. Darüber hinaus sind die Ergebnisse Grundlage für Strategien einer nachhaltigen Landnutzung zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung.

Die Veröffentlichung kann im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) kostenfrei per E-Mail bei gabriele.bohm@bbr.bund.de unter dem Stichwort: BBSR-Analysen KOMPAKT 09/2012 angefordert werden. Darüber hinaus steht eine pdf-Version in der Rubrik "Veröffentlichungen" zur Verfügung.

Friederike Vogel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bbsr.bund.de
http://www.bbsr.bund.de/cln_032/nn_22710/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/AnalysenKompakt/2012/DL__9__2012,templateId=raw,property=publicati

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