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Vorwarnsystem per Handy-App: Extremwetterschäden in der Landwirtschaft vermeiden

02.07.2018

Lange Trockenheit, Starkregenereignisse, Hagelschauer, Kahl- und Spätfrost – extreme Wetterereignisse verursachen erhebliche Schäden in der Landwirtschaft. Forschende am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. untersuchen in einem neuen Projekt, inwieweit sich derartige Extremwetterereignisse besser vorhersehen und damit Schäden verhindern bzw. begrenzen lassen.

Ziel des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Projektes ist die Entwicklung eines Extremwettermonitorings und Risikoabschätzungssytems (EMRA).


Winterweizenfeld nach Starkregen: Erosion und Ertragsausfall wegen Vernässung ‒ im Projekt EMRA werden Meldungen über durch Wetterextreme verursachte Schäden in der Landwirtschaft gesammelt.

Roger Funk / ZALF

Hierzu sollen in einem ersten Schritt konkrete Risiken für die Landwirtschaft, wie etwa Ernteausfälle oder Bodenerosion, durch die systematische Erfassung tatsächlich aufgetretener Extremwetterereignisse sowie deren Schäden analysiert und so besser beurteilt werden.

Im Fokus stehen insbesondere Folgen von Hagel, Kahl- und Spätfrost, Staunässe, Starkniederschlag, Trockenheit und Hitze. Im Fall von Staunässe und Starkniederschlag werden unmittelbare Risiken für den Naturhaushalt untersucht und daraus lokale Managementmaßnahmen abgeleitet.

Diese sollen verhindern, dass beispielsweise durch Erosion die Bodenfruchtbarkeit gefährdet und angrenzende Ökosysteme durch Pflanzenschutz- und Düngemitteleinträge belastet werden. Anhand zweier Modellregionen und Kulturen, „Apfel im Alten Land“ und „Winterweizen in der Uckermark“, entsteht während des dreijährigen Projektes in Kooperation mit Verbundpartnern und landwirtschaftlichen Betrieben ein System, das durch praktische Entscheidungshilfen beim kurz- bis langfristigen Extremwetter-Management berät.

„Ein wichtiger Baustein ist hier die Entwicklung geeigneter Kommunikationswege“, so Dr. Detlef Deumlich, Diplom-Agraringenieur am ZALF. „Daher soll neben einer Internetplattform auch eine App für mobile Endgeräte entwickelt werden, die Akteure in der Landwirtschaft und im Obstanbau bei ihren täglichen Entscheidungen unterstützt.“

Verbundpartner:
Julius-Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Institut für Strategien und Folgenabschätzung, Kleinmachnow

Deutscher Wetterdienst (DWD), Zentrum für Agrarmeteorologische Forschung, Braunschweig

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V., Müncheberg

Unternehmen:
DELPHI IMM GmbH, Potsdam

proPlant Agrar- und Umweltinformatik GmbH, Münster

Unterauftragnehmer:
Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V. (OVR), ESTEBURG – Obstbauzentrum, Jork;

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) Brandenburg, Pflanzenschutzdienst, FGL Risiko- und Kontrollmanagement, Frankfurt (Oder)

Förderung:
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Weitere Informationen:

http://emra.julius-kuehn.de

Hendrik Schneider | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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