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Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)

22.03.2017

Mit dem erfolgreichen Start des Sentinel-2B Satelliten am 7. März 2017 um 2:49 Uhr MEZ ist das Quartett der hochauflösenden Fernerkundungssatelliten des Europäischen Weltraumprogramms „Copernicus“ jetzt komplett. Mit den Sentinels verfügt die landwirtschaftliche Forschung und Praxis über eine völlig neuartige Datenquelle und diese in einer bisher ungeahnten Präzision. Daher hat sich das JKI entschlossen, ein Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF) als institutsübergreifende Einrichtung zu etablieren Dr. Holger Lilienthal vom JKI, der das FLF koordiniert, wurde darüber hinaus von der EU zum Copernicus Relay für Landwirtschaft in Deutschland ernannt.

Deutschland wird nun regelmäßig alle ein bis drei Tage von zwei Radarsatelliten und zwei optischen Satelliten mit multispektralen Aufnahmegeräten überflogen und vermessen.


Infrarotaufnahme aus dem All (Vegetation = Rottöne, Zuckerrüben und Zwischenfrüchte = orangefarben, offener Boden = bläulich)

Sentinel 2-Satellit/ESA


Echtfarbendarstellung Aufnahme aus dem All

Sentinel 2-Satellit/ESA

Die Nutzungsmöglichkeiten sind enorm vielfältig. Die riesige Menge an Rohdaten muss jedoch ausgewertet und interpretiert werden. Sie stellen einen erheblichen Mehrwert für eine Vielzahl an Fragen dar, die an den Fachinstituten des Julius Kühn-Instituts (JKI) erforscht werden und für die Ressortforschung und die Beratung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) von Belang sind.

Das jetzt am Julius Kühn-Institut etablierte Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF) ist eine institutsübergreifende Einrichtung. Es ist Ansprechpartner für das BMEL sowie die Fachinstitute des JKI. Darüber hinaus soll es Anlaufstelle für andere Forschungseinrichtungen und Behörden mit Bezug zur Fernerkundung sein. Mit der Koordination des FLF ist Dr. Holger Lilienthal vom JKI-Fachinstitut für Pflanzenbau und Bodenkunde betraut.

„Wir fangen gerade erst an, das Potenzial dieser Datenfülle für unsere Fragestellungen zu erschließen“, sagt Dr. Lilienthal, „und es laufen bereits jetzt schon die Planungen für die nächste Generation der Sentinel-Satelliten ab 2030.“ Folgerichtig sucht das JKI nach weiteren Anwendungsmöglichkeiten für die Fernerkundung im landwirtschaftlichen Bereich und beabsichtigt, diese Forschungsaktivitäten auszubauen.

„Viele interessante Forschungsergebnisse landen derzeit nach Beendigung eines Projektes in der Schublade, da die dafür zeitlich befristet eingestellten Personen nicht weiter finanziert werden können. In anderen Fällen werden Methoden nur in kleinen Untersuchungsgebieten getestet. Die Übertragung und Anwendung auf größere Regionen oder gar das gesamte Bundesgebiet findet nicht statt“, führt Lilienthal weiter aus. Das FLF will sich dieser Ergebnisse und Methoden künftig verstärkt annehmen und geeignete Ansätze operationell für Deutschland aufbereiten.

Das FLF setzt sich aus Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern und technischem Personal des JKI zusammen. Es wird angestrebt, die Anwendungsfelder für Fernerkundungstechnologien zu erweitern. Neben den Fragestellungen zu Aspekten der Kulturpflanzen sollen Kooperationen mit anderen Einrichtungen die Informationen zur Agrarstatistik (DeStatis), Agrarmeteorologie (Deutscher Wetterdienst, DWD) und Agrarökonomie (Thünen-Institut) entwickelt werden.

Dr. Holger Lilienthal wurde von der Europäischen Kommission als sogenannter „Copernicus Relay“ für Landwirtschaft in Deutschland benannt. Er ist damit der direkte Kontakt zur EU und wird Fragen und Anregungen aus Forschung und Praxis dorthin weiterleiten.

Siehe auch Presseinformation JKI vom 5.10.2016 im idw: Wie Satellitenbildinformationen aus dem All für Landwirte nutzbar gemacht werden können

Weitere Informationen:

http://www.d-gmes.de/ - Copernicus in Deutschland
http://www.esa.int/ger/ESA_in_your_country/Germany/Sentinel-2_im_Dienste_der_Ern... - Sentinel 2-Satelliten

Dr. Gerlinde Nachtigall | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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