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Internationales Forscherteam mit Göttinger Beteiligung analysiert Baumnachwuchs in Lateinamerika

17.05.2019

Tropenwälder werden in alarmierender Geschwindigkeit abgeholzt, um Platz für Landwirtschaft und Weideland zu schaffen. Die gute Nachricht ist, dass sie auf natürliche Weise nachwachsen können, wenn die Felder verlassen werden. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Göttingen hat herausgefunden, dass verschiedene Regenwaldtypen sich auf unterschiedliche Art regenerieren. Dies hat Folgen für die Wiederherstellung der Wälder, die Artenvielfalt und die Ökologie. Die Ergebnisse wurden in Nature Ecology and Evolution veröffentlicht.

85 Forscherinnen und Forscher aus 16 verschiedenen Ländern sammelten Originaldaten von 50 Standorten, 1400 Parzellen und mehr als 16000 Bäumen in tropischen Wäldern in ganz Lateinamerika.


Viehweiden mit isolierten Bäumen im Zentrum Panamas. Auf diesen verlassenen Weiden beginnen sich die tropischen Wälder zu regenerieren.

Bild: Dylan Craven


Eine vom Menschen dominierte Landschaft im Zentrum Panamas, die das Fortschreiten der Regeneration von Wäldern von Rinderweiden (Vordergrund) zu älteren Sekundärwäldern (Hintergrund) zeigt.

Bild: Dylan Craven

Die Wissenschaftler verfolgten die Erholung der tropischen Wälder, um zu verstehen, wie der Prozess des Nachwachsens funktioniert. Sie fanden heraus, dass Baumarten, die teures und langlebiges Holz produzieren, sehr lange Bestand haben können, insbesondere unter widrigen klimatischen Bedingungen.

Allerdings geht diese Strategie zu Lasten des Wachstums, das reduzierter und langsamer verläuft. Schon früh in der Regenerationsphase des Waldes sind Licht- und Wasserressourcen reichlich vorhanden, was zur Dominanz von „schnellen“ Pioniersorten mit Weichholz führt.

Nehmen die Ressourcen spät ab, führt dies zur Dominanz der „langsamen“ spätnachfolgenden Arten mit Hartholz. Diese Informationen sind entscheidend für die Verbesserung der Initiativen zur Aufforstung der Wälder und zur Auswahl der besten Arten für die Anpflanzung.

„Unsere Studie zeigt, wie sich tropische Wälder auf Rinderweiden und landwirtschaftlichen Flächen regenerieren“, sagt Dr. Dylan Craven aus der Abteilung für Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie der Universität Göttingen. Er hat die Holzdichte in Zentral-Panama gemessen.

„Sie ist außerordentlich variabel, vor allem aufgrund von Klimaunterschieden. Das Verständnis, wie sich tropische Wälder in verschiedenen Kontexten regenerieren, wird für die Entwicklung effektiver Wiederaufforstungsprogramme für einheimische Arten und Schutzgebiete für Biodiversität und Klimaschutz in ganz Lateinamerika von wesentlicher Bedeutung sein. Hoffentlich werden ähnliche Studien aus den afrikanischen und asiatischen Tropen folgen und ähnliche Programme stärken.“

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Dylan Craven
Georg-August-Universität Göttingen
Abteilung für Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie
Büsgenweg 1, 37077 Göttingen
Telefon: 0551 3910443
Email: dylan.craven@uni-goettingen.de

www.uni-goettingen.de/en/585428.html 

Originalpublikation:

Lourens Poorter et al. Wet and dry tropical forests show opposite successional pathways in wood density but converge over time. Nature Ecology and Evolution. DOI: http://dx.doi.org/10.1038/s41559-019-0882-6

Thomas Richter | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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