Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fruchtfolgen in der Landwirtschaft: Einheitsbrei oder doch noch Vielfalt?

01.11.2017

Göttinger Agrarforscher werten Anbaustrukturen in Niedersachen aus

Heutige Anbaustrukturen zeigen, dass immer weniger Früchte auf immer größerem Flächenumfang angebaut werden. Bisher gab es über die tatsächlichen Fruchtfolgen keine verlässlichen Daten.


Landschaft in Südniedersachsen. Mit welchen Fruchtfolgen werden die Felder bestellt?

Foto: Horst-Henning Steinmann

Agrarforscher des Zentrums für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung der Universität Göttingen haben ein Schema entwickelt, mit dem erstmals Fruchtfolgemuster der vergangenen Jahre erkannt und verglichen werden können.

Damit konnten sie am Beispiel von Niedersachen zeigen, dass es sowohl abwechslungsreiche Fruchtfolgen als auch einseitige Anbaumuster gibt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „European Journal of Agronomy“ veröffentlicht.

Die Forscherinnen und Forscher werteten Daten der Agrarverwaltung aus und beschrieben damit die Bewirtschaftungshistorie von rund einem Viertel der Ackerfläche in Niedersachsen über einen Zeitraum von sieben Jahren. Insgesamt wurden 120.000 repräsentativ im Bundesland verteilte Felder untersucht.

„Erstmals konnten wir echte Anbaustrukturen sichtbar machen“, sagt Susanne Stein, Erstautorin der Studie. Rund 30 Prozent der Ackerfläche wird sehr einseitig mit ein oder zwei Feldfrüchten bewirtschaftet. Etwa ein Viertel dieser Fläche wird sogar ausschließlich mit Mais im Daueranbau kultiviert.

Weitere 30 Prozent der untersuchten Felder haben einen vielfältigen Fruchtwechsel mit vier oder mehr Feldfrüchten in Folge. Die restlichen 40 Prozent der Ackerfläche umfasst die Dreifelderwirtschaften mit Raps, Rüben oder Kartoffeln als Hauptfrüchten.

Vielseitige Anbaustrukturen verteilen sich breitflächig über das Bundesland, während einseitige Anbaumuster vermehrt im Nordosten auftreten. Das zeigt die geografische Verteilung der Ackerflächen. „Potenzial für diverse Landnutzung ist in Niedersachen vorhanden, es sollte jedoch besser ausgeschöpft werden“, sagt Dr. Horst-Henning Steinmann, Projektleiter und Co-Autor der Studie.

Durch einseitigen Ackerbau werden die Fruchtfolgen und das Landschaftsbild immer einheitlicher. Im Boden entwickelt sich dadurch ein Ungleichgewicht. Um die Pflanzengesundheit und -vielfalt sicher stellen zu können, sollten die Fruchtfolgen abwechslungsreich sein.

Originalveröffentlichung: Stein, S., Steinmann, H.H. Identifying crop rotation practice by the typification of crop sequence patterns for arable farming systems - A case study from Central Europe. European Journal of Agronomy, https://doi.org/10.1016/j.eja.2017.09.010 (open access).

Kontaktadresse:
Dr. Horst-Henning Steinmann
Georg-August-Universität Göttingen
Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung
Grisebachstr. 6
37077 Göttingen
Telefon (0551) 39 5538
E-Mail: hsteinm@gwdg.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/527405.html

Weitere Informationen:

https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5967

Romas Bielke | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Mit gezücktem Laserschwert Schadinsekten in Vorratslagern bekämpfen
13.11.2018 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Wildpflanzen für Biogas: Untersuchungen zur Samenausbreitung abgeschlossen
12.11.2018 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Die Umgebung macht das Molekül zum Schalter

14.11.2018 | Physik Astronomie

Mit Gold Krankheiten aufspüren

14.11.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics