Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flächenfonds gegen Landverbrauch - Komprimieren statt expandieren

14.11.2012
Mit der Verfügbarkeit von Siedlungs- und Gewerbeflächen auf der Erde verhält es sich ähnlich wie mit dem Speicherplatz auf den Festplatten der Computer: der Platz ist begrenzt.

Auf die Erde bezogen bedeutet das, dass zunehmend Agrarland für immer verloren geht, das für die globale Nahrungsmittelproduktion eigentlich unabkömmlich ist. Bei Computern gibt es die Möglichkeit, eine neue Festplatte anzuschaffen oder aber die vorhandene zu komprimieren.

Das gleiche Prinzip liegt der Idee der Flächenfonds zugrunde, die von der Landsiedlung GmbH in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen ins Leben gerufen wurde. Genau wie bei der Festplattenkomprimierung werden durch den Fonds vorhandene "Lücken" identifiziert und nutzbar gemacht, bevor neues Land unter den Radlader gelangt, um ein weiteres Wohn- oder Gewerbegebiet auf der grünen Wiese zu errichten.

Jeden Tag gehen in Deutschland über 100 Hektar für Siedlung und Infrastruktur verloren. Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) bewertet die Initiative als geniale Idee und fordert eine bessere Ausnutzung vorhandener Siedlungsflächen statt Neubau. Es sollen vor allem innerörtliche Baupotenziale - wie zum Beispiel Baulücken und Brachen erschlossen und vorhandene Gebäude umgenutzt werden.

Zumindest der zukünftige Wohnraumbedarf ließe sich in vielen Gemeinden auf diese Weise decken, betont der Vorsitzende des LNV, Reiner Ehret. Die Experten erhoffen sich von der Idee des Flächenfonds eine gewisse Katalysatorwirkung, da er Anstöße liefern könnte, um Angebot und Nachfrage nach Nutzflächen zusammenzubringen.

Das Modellprojekt "Flächenfonds für Innenentwicklung" funktioniert so: Der Fonds kauft und verkauft innerörtliche Baulücken und Brachflächen. Den Eigentümern von Flächen werden im Gegenzug Grundstücke oder Optionen auf Flächen zum Tausch angeboten. Zudem werden Kontakte zwischen Kaufinteressenten hergestellt. Bauprojekte können auf diese Weise innerorts umgesetzt werden. Neben dem Ziel, die Ortskerne der Gemeinden zu stärken, werden so auch der Flächenverbrauch im Außenbereich vermindert sowie Natur und Umwelt geschont. Denn während eine neue Computer-Festpatte eine Frage des Preises ist, gibt es bei Agrarflächen keine Zukaufmöglichkeiten auf dem Nachbarplaneten, wenn hierzulande alles verbaut ist.

Friederike Heidenhof | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Baulücken Festplatte Flächenfonds Komprimieren LNV Landverbrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Risiko oder Chance für den Reisanbau? Bayreuther Forscher entdecken neue Arsenverbindungen in Reisfeldern
11.02.2020 | Universität Bayreuth

nachricht Zu viel Stickstoff bremst Waldwachstum in Europa
29.01.2020 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Im Focus: Charakterisierung von thermischen Schnittstellen für modulare Satelliten

Das Fraunhofer IFAM in Dresden hat ein neues Projekt zur thermischen Charakterisierung von Kupfer/CNT basierten Scheiben für den Einsatz in thermalen Schnittstellen von modularen Satelliten gestartet. Gefördert wird das Projekt „ThermTEST“ für 18 Monate vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Zwischen den Einzelmodulen von modularen Satelliten werden zur Kopplung eine Vielzahl von Schnittstellen benötigt, die nach ihrer Funktion eingeteilt werden...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Supercomputer „Hawk“ eingeweiht: Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart erhält neuen Supercomputer

19.02.2020 | Informationstechnologie

Soziale Netzwerke geben Aufschluss über Dates von Blaumeisen

19.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics