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Internationales Agrarforum auf der Grünen Woche

24.01.2002


Grüne Gentechnik umstritten

Im Jahr 2001 sind weltweit erstmals mehr als 50 Millionen Hektar Fläche mit gentechnisch verändertem Saatgut bebaut worden. Der größte Teil dieses Zuwachses (19 Prozent plus gegenüber 2000) geht auf das Konto der USA und Argentiniens, aber auch China ist zunehmend beteiligt.

 Am häufigsten angebaut wurden gentechnisch veränderte Sojabohnen (63 Prozent)  gefolgt von Weizen und Baumwolle. Vor dem Hintergrund dieser neuen Zahlen aus den USA bekam das diesjährige Internationale Agrarforum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin zum Thema "Gentechnik in Futtermitteln - Chance oder Risiko für Bauern oder Verbraucher?" besondere  Brisanz. 

Nach Aussagen von Dr. Klaus-Dieter Schumacher von der Großhandelsfirma Töpfer International kommen heute fast keine großen Rohstoffpartien mehr ins Land, in denen nicht gentechnisch veränderte Bestandteile nachweisbar sind. 

Demgegenüber erläuterte Paul Wesjohann von der PHW Gruppe, die eine integrierte Produktion vom Futtermittel bis zum Masthähnchen betreibt, das Konzept seines Unternehmens, das auf Sojaimporte aus Brasilien, eigene Handelslogistik und lückenlose Rückverfolgbarkeit setzt und damit seinen Kunden zusichern kann, dass für die gesamte Produktionskette in seinem Unternehmen keine gentechnisch veränderten Organismen zum Einsatz kommen.

 Aufgrund der verbreiteten Skepsis gegenüber der Grünen Gentechnik - jüngst lehnten 70 Prozent der befragten Eu-Bürger gentechnisch veränderte Lebensmittel rundweg ab - sieht Wesjohann sein Unternehmen hier auf dem richtigen Weg. DBV-Präsident Gerd Sonnleitner forderte die Politik zu zügigem Handeln auf. 40 Millionen Tonnen Getreide, Ölsaaten und Futtermittel würden jährlich in die Europäische Union eingeführt. 

Die Landwirte seien in eine schwierige Mittlerfunktion geraten, denn sie stünden zwischen den handelspolitischen Realitäten und der breiten Ablehnung der Verbraucher.

Sonnleitner forderte eine klare produktbezogene Kennzeichnungsregelung, die den Verbrauchern die Wahlfreiheit für Nahrungsmittel und den Landwirten die Wahlfreiheit für Saatgut und Futtermittel belasse. Dies setze allerdings glaubwürdige Toleranzwerte voraus.

Ein gentechnikkritisches Bündnis aus Verbänden des ökologischen Landbaus, des Naturschutzes und anderen forderte ebenfalls in Berlin den Schutz des ökologischen Landbaus vor der Gentechnik. Erfahrungen aus Ländern, in denen bereits in größerem Stile der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen praktiziert werde, zeigten, dass die ökologische Landwirtschaft, deren Selbstverständnis gentechnische Methoden ablehne, an diesen Standorten gefährdet sei.

Britta Klein | aid-PresseInfo

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