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Neue Initiative in der Biodiversitätsforschung

31.05.2006
DFG richtet erstmals in Deutschland Exploratorien ein

Zur Förderung der ökologischen Forschung in Deutschland werden erstmals drei großskalige, langfristige Forschungsplattformen, so genannte Biodiversitätsexploratorien, eingerichtet. Hauptziel der Forschung ist es, die Beziehungen zwischen Veränderungen in der Artenvielfalt und der Intensität der Landnutzung sowie die Folgen dieser Veränderungen für Ökosystemprozesse zu untersuchen. Die Exploratorien werden im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg), im Nationalpark Hainich (Thüringen) und im designierten Biosphärenreservat Schäbische Alb (Baden-Württemberg) eingerichtet. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird das Projekt mit rund acht Millionen Euro für eine Laufzeit von zunächst drei Jahren fördern.

Die Exploratorien sollen die Forschungsaktivitäten unterschiedlicher ökologischer Fachrichtungen bündeln und Erkenntnisse aus Modellexperimenten auf dem Landschaftsmaßstab überprüfen und erweitern. Das Projekt bringt vor allem die Biodiversitäts- und Ökosystemforschung zusammen und ermöglicht es so, Fragen zur funktionellen Bedeutung der Vielfalt von Arten und Gemeinschaften im echten Landschaftskontext zu untersuchen. Die Exploratorien in Deutschland stehen im inhaltlichen Zusammenhang mit aktuellen Projektentwicklungen in den USA und anderen europäischen Ländern, unterscheiden sich jedoch von diesen durch ihre stark experimentelle Ausrichtung.

Jedes des geplanten Exploratorien wird aus 1000 Untersuchungsflächen auf einer Gesamtfläche von 100 km2 bestehen. Von diesen 1000 Flächen werden pro Exploratorium je 100 Flächen für intensivere Forschung ausgewählt und durch Experimentierflächen ergänzt. Im Wald haben diese Flächen eine Größe von mindestens 30 mal 30 Metern, im Grünland sind sie mindestens vier mal vier Meter groß. Die Flächen werden mit Messinstrumenten ausgestattet, um eine möglichst große Zahl von Ökosystemfunktionen erfassen zu können. Sie werden so über Grünland und Wald verteilt sein, dass sie für beide Lebensräume ein möglichst vielfältiges Spektrum der Landnutzung von halbnatürlichen bis hin zu intensiv genutzten Flächen umfassen. Während sich die Untersuchungen zu Beginn des Projekts auf ausgewählte Gruppen von Lebewesen und Ökosystemprozesse beschränken, sollen im Laufe der Zeit weitere Projekte integriert werden. Auf der Basis der in den Exploratorien erhobenen Daten sollen zukünftig in koordinierter Form Biodiversitätsfunktionen erforscht werden.

Ansprechpartnerin in der DFG für weitere Informationen ist Dr. Roswitha Schönwitz, Tel.: 0228/885-2362, E-Mail: roswitha.schoenwitz@dfg.de.

Dr. Eva-Maria Streier | DFG - Presse
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

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