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Neue Tierfuttermittel gegen den Einsatz von Antibiotika

13.01.2006
Seitdem die Gesetzgebung den Einsatz eingespeister Antibiotika verboten hat, begegnen europäische Schweinezuchtanlagen einer neuen Herausforderung. Die Wissenschaftler suchen nun nach Alternativen zum Schutz entwöhnter Ferkel vor dem Risiko infektiöser Krankheiten.

Im Rahmen der Bestrebungen, nützliche Strategien zur Krankheitsverhütung bei entwöhnten Ferkeln zu entwickeln, die über ihr Futter keine Antibiotika erhalten, ist ein neues Verständnis der Schleimhautimmunität bei Schweinen erforderlich. Beim von der Europäischen Kommission finanzierten HEALTHYPIGUT-Projekt kamen Wissenschaftler und Industrie zusammen, um die Funktionsstörungen des Darms zu erforschen, die enterische Infektionen begünstigen.

Im niederländischen Unternehmen Schothorst Feed Research wurden die Auswirkungen von Proteinen und Kohlenhydraten auf die Darmeigenschaften der Schweine untersucht. Das Ziel bestand darin, mögliche Zusammenhänge zwischen Nahrungsgehalt und potenziellem Infektionsrisiko aufzuzeigen. Ein erhöhter Anteil an Nahrungsproteinen in Verbindung mit einem geringen Gehalt an vergärbaren Kohlenhydraten führte zu einer verminderten Wachstumsleistung. Ein Anstieg des Gehalts an vergärbaren Kohlenhydraten führte zu einer höheren Wachstumsleistung, dies gilt jedoch nicht für eine Nahrung mit einem geringen Anteil an Proteinen.

Ein gesteigerter Gehalt an vergärbaren Kohlenhydraten war mit einer erhöhten Anzahl von Laktobazillen im Dünndarm, jedoch nicht im Dickdarm der Schweine verbunden. Darüber hinaus stand der Nahrungsgehalt mit der Anzahl von Bakterien im Leerdarm und im Dickdarm in Verbindung. Insgesamt ging eine gesteigerte Wachstumsleistung mit Ernährungsformen mit geringen Rohproteinen und vergärbaren Kohlenhydraten einher, da diese das mikrobielle Wachstum hemmen. Jedoch kann eine geringe mikrobielle Kolonisierung die Tiere anfälliger gegenüber krankheitserregenden Bakterien machen.

Der Einsatz einer gesteigerten Menge an vergärbaren Kohlenhydraten kann das Risiko enterischer Infektionen senken und die Forschungsdaten aus diesen Studien können dies unterstützen. Die Förderung dieses Wissens wird möglicherweise zur Entwicklung von neuen, an die Gesetzgebung der EU angepassten Futtermitteln führen, die somit möglicherweise für den europäischen Markt rentabel sind.

Dr. Paul Bikker | ctm
Weitere Informationen:
http://www.schothorst.nl

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