Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für eine sicherere, umweltfreundlichere und produktivere Milchindustrie

21.12.2005


Um die Verunreinigung als Hauptproblem des Molkereigewerbes zu adressieren, wurden ausgiebige Tests von oberflächenveredeltem Stahl durchgeführt. Dies geschah im Hinblick auf die damit verbundene chemische Resistenz, die Gesundheitsrisiken und die Formbarkeit.

Das Kernproblem der europäischen Lebensmittelindustrie, insbesondere des Molkereigewerbes, betrifft die Verunreinigung der Arbeitsgeräte beim Erwärmen. Schätzungen zufolge zählt wegen der Verunreinigung ungefähr ein Viertel der Arbeitszeit als Ausfallzeit, da die Geräte gereinigt werden müssen. Abgesehen von den Unterbrechungen des Arbeitsablaufes erfordert der Reinigungsprozess große Mengen von Spülwasser, was die Arbeitskosten noch weiter in die Höhe treibt. Des Weiteren kann die notwendige Benutzung von Reinigungsprodukten potenziell zu Umweltproblemen führen.

Die Verunreinigung kann außerdem die Sicherheit der Molkereiprodukte beeinträchtigen, da die Bildung von Ablagerungen den gewünschten Wärmetransfer, der mehrere Zwecke erfüllt, behindert. Diese können die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Pasteurisierung, des beständigen Durchflusses sowie der geeigneten Druckbedingungen umfassen. Das wichtigste ist jedoch, dass die Verunreinigung das Wachstum von Bakterien in den abkühlenden Teilen der Wärmegeräte fördert, woraus eine mikrobische Verschmutzung nach der Pasteurisierung resultiert. Dies kann einen deutlichen Einfluss auf die Produktqualität haben und sich letztendlich ernsthaft auf die Gesundheit der Verbraucher auswirken.

Um diese Probleme zu lösen, konzentrierte man sich im Rahmen des MODSTEEL-Projekts auf die Minimierung der Verunreinigungen und die Optimierung der Reinigungsvorgänge durch eine Änderung der Oberflächeneigenschaften der zu erwärmenden Flächen. Dabei nutzten die Forscher Stahl mit einer speziellen Beschichtung, die weniger anfällig für Verunreinigungen ist. Gleichzeitig wird die Lebensmittelqualität gewährleistet. Im Hinblick auf ihr Verschmutzungs- und Reinigungsverhalten wurden verschiedene Proben der veredelten Stähle mit ursprünglicher Oberflächenbehandlung untersucht.

Transfertests haben insbesondere bewiesen, dass Siliziumoxid- und Excalibur-Beschichtungen kleine Mengen an Si in Sodawasser freigesetzt haben. Die Beschichtung mit Ni-P-PTFE gab Ni in Essigäure frei, das dann in Salpetersäure nahezu komplett gelöst wurde. Des Weiteren können mögliche Ni-Freisetzungen in Milchprodukten durch die Nahrungsaufnahme zu Hauterkrankungen führen.

Demgegenüber zeigte eine spezielle Ni-freie, wasserabweisende Beschichtung keine Freisetzung in Milchprodukten und nur geringe Freisetzungen in Sodawasser. Bei den Tests zur Formbarkeit wiesen sowohl Ni-P-PTFE- und Xylan-Beschichtungen als auch Ni-freie Beschichtungen eine gute Haftung am Trägermaterial auf. Es besteht Interesse an weiterem Forschungs- oder Entwicklungssupport, um die veredelten Platten in Wärmetauschern verwenden zu können, ohne dass dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher hat.

Christelle Gabet | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ugine-alz.com/index.html

Weitere Berichte zu: Beschichtung Ni-freie Pasteurisierung Sodawasser Verunreinigung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Smart Farming für Europa: Neue Plattform für eine datengesteuerte und ressourcenschonende Landwirtschaft
12.11.2019 | Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

nachricht Hühnerstall mit Durchblick
12.11.2019 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neu entwickeltes Glas ist biegsam

Eine internationale Forschungsgruppe mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat ein Glasmaterial entwickelt, das sich bei Raumtemperatur bruchfrei verformen lässt. Das berichtet das Team aktuell in "Science". Das extrem harte und zugleich leichte Material verspricht ein großes Anwendungspotential – von Smartphone-Displays bis hin zum Maschinenbau.

Gläser sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Welt. Dabei handelt es sich im Alltag meist um sauerstoffhaltige Gläser, wie sie etwa für Fenster und...

Im Focus: Images from NJIT's big bear solar observatory peel away layers of a stellar mystery

An international team of scientists, including three researchers from New Jersey Institute of Technology (NJIT), has shed new light on one of the central mysteries of solar physics: how energy from the Sun is transferred to the star's upper atmosphere, heating it to 1 million degrees Fahrenheit and higher in some regions, temperatures that are vastly hotter than the Sun's surface.

With new images from NJIT's Big Bear Solar Observatory (BBSO), the researchers have revealed in groundbreaking, granular detail what appears to be a likely...

Im Focus: Veränderungen der Chiralität von Molekülen in Echtzeit beobachten

Chirale Moleküle – Verbindungen, die als Bild und Spiegelbild vorkommen – spielen eine wichtige Rolle in biologischen Prozessen und in der chemischen Synthese. Chemikern der ETH Zürich ist es nun erstmals gelungen, mit Hilfe von Ultrakurzzeit-Laserpulsen Änderungen der Chiralität während einer chemischen Reaktion in Echtzeit zu beobachten.

Manche Moleküle können in zwei spiegelbildlichen Formen existieren, ähnlich wie unsere Hände. Obwohl solche sogenannten Enantiomere fast identische...

Im Focus: Durchbruch in der Malariaforschung

Eine internationale Forschungsgruppe um den Zellbiologen Volker Heussler von der Universität Bern hat hunderte genetische Schwachstellen des Malaria-Parasiten Plasmodium identifiziert. Diese sind in der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung dringend erforderlich, um die Krankheit dereinst ausrotten zu können.

Trotz grosser Anstrengungen in Medizin und Wissenschaft, sterben weltweit immer noch mehr als 400'000 Menschen an Malaria. Die Infektionskrankheit wird durch...

Im Focus: Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Freiburg gelang es die komplexe molekulare Struktur des bakteriellen Enzyms Cytochrom-bd-Oxidase zu entschlüsseln. Da Menschen diesen Typ der Oxidase nicht besitzen, könnte dieses Enzym ein interessantes Ziel für neuartige Antibiotika sein.

Sowohl Menschen als auch viele andere Lebewesen brauchen Sauerstoff zum Überleben. Bei der Umsetzung von Nährstoffen in Energie wird der Sauerstoff zu Wasser...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Antibiotika aus dem Meer

18.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Lebende Brücken: Mit alten indischen Bautechniken moderne Städte klimafreundlich gestalten

18.11.2019 | Architektur Bauwesen

„Moonwalk“ für die Wissenschaft zeigt Verzerrungen im räumlichen Gedächtnis

18.11.2019 | Studien Analysen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics