Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Faserreiches Schweinefutter: Nährstoffverdaulichkeit geringer - "Alte" Rassen nicht besser öko-geeignet

07.12.2005


Ausgehend davon, dass ökologisch gefütterte Schweine im allgemeinen faserreicher ernährt werden, erhielten Schweine der Rassen Schwäbisch Hällisch, Bunte Bentheimer sowie Schweine aus einer modernen Gebrauchskreuzung entweder ein faserarmes Grundfutter oder ein mit 20 Prozent Zuckerrübentrockenschnitzeln faserreich ergänztes Futter. Die im Lebendmassebereich von 35 bis 40 kg durchgeführten Stoffwechselversuche ergaben für die hochverdauliche Zuckerrübenschnitzel-Zulage eine verminderte Verdaulichkeit der übrigen Nährstoffe, insbesondere von Fett und Protein.


Die "modernen Schweine" wiesen ein den Bentheimern vergleichbar gutes Faserverdauungsvermögen auf, während dies bei den Schwäbisch-Hällischen deutlich geringer war. Messungen zur Darm-Mikrobiologie und Transportphysiologie an präparierten Darmabschnitten der geschlachteten Tiere deuteten auf unterschiedliche praecaecale Verdauungsprozesse hin, d. h. die Faserverdauung hatte bereits vor Eintritt in den Dickdarm stattgefunden. Das Ausmaß der praecaecalen Faserverdauung variierte auch bei gleicher Fütterung und innerhalb der gleichen genetischen Herkunft. Mögliche Ursachen hierfür könnten Dünndarmlänge, Darmzotten, Darmwandmotilität (reflexartige Darmwandtätigkeit) sein.

In einem weiteren Versuch dieses Forschungsprojektes zur "Ernährungsphysiologischen Bewertung von Öko-Futtermitteln für Schweine" an der Universität Göttingen wurden Winterweizen, Sommergerste und Ackerbohnen, die entweder ökologisch oder konventionell unter sonst gleichen Bedingungen angebaut worden waren, analysiert und verfüttert. Die Öko-Getreide wiesen höhere Stärke- und niedrigere Rohproteinwerte auf. Die Öko-Ackerbohnen enthielten dagegen weniger Stärke und damit auch weniger umsetzbare Energie als die konventionell angebauten. Die qualitativ und quantitativ nachgewiesenen Unterschiede der Fasergehalte der Öko-Pflanzen spiegelten sich auch in den Stoffwechselversuchen wieder. Dort war die Verdaulichkeit der Öko-Ration niedriger.


Allerdings wurde in der konventionellen Ration statt 25 Prozent Ackerbohnen (= ÖkoRation) Sojaextraktionsschrot plus Getreide eingesetzt. Die Stickstoff-Aufnahme lag bei der konventionellen Ration etwas niedriger. Die N-Ausscheidung bei der ÖkoRation erfolgte vermehrt über Kot und weniger über Harn. Dieser positive Trend war bei den Gebrauchskreuzungs-Tieren signifikant stärker als bei den Bunten Benthei-mern. Die Verdaulichkeit der N-freien Extraktstoffe blieb von Futterart und Rasse unbeeinflusst.
Untersuchungen zur Dünndarmphysiologie zeigten, dass sich Faserstoffe der löslichen Nicht-Stärke-Polysaccharide bereits im Dünndarm auf die gesamten Verdaungsprozesse auswirken. Es bleibt weiter zu erforschen, welche Konsequenzen sich daraus zum Beispiel auf Nährstoffverwertung und Tiergesundheit ergeben.

Sigrid Baars | aid
Weitere Informationen:
http://orgprints.org/6008/01/6008-02OE209-unigoe-abel-2004-schweinefutter.pdf
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Rassen Ration Schweine Verdaulichkeit ÖkoRation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht David statt Goliath: Kleinharvester-Demonstrator auf der Fachmesse „Interforst“ in München
17.07.2018 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Vorwarnsystem per Handy-App: Extremwetterschäden in der Landwirtschaft vermeiden
02.07.2018 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics