Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Qualitätsmanagement - Eine grenzüberschreitende Aufgabe

25.11.2005


"Qualität lebt vom Informationsaustausch!" Unter diesem Motto arbeiten seit 2002 deutsche und niederländische Partnerorganisationen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Beratung zusammen. Gemeinsam geht es den Experten darum, Qualitäts- und Gesundheitsmanagementsysteme in der Fleischerzeugung mit Blick auf gesetzliche und wirtschaftliche neue Anforderungen weiter zu entwickeln. Hierzu standen für ein erstes Verbundprojekt 3,3 Millionen Euro aus Mitteln des EU-INTERREG IIIA Programms der Euregio Rhein-Waal sowie die Kofinanzierung des niederländischen Landwirtschaftsministeriums, der niedersächsischen und nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerien sowie der Unternehmen der Fleischwirtschaft zur Verfügung. Der Projektträger GIQS e.V. fungiert hierbei als Brücke für die bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit.



Die enge Kooperation der Universitäten Bonn (D) und Wageningen (NL) im Bereich der Agrar- und Ernährungsforschung ist das Fundament für die Entwicklung innovativer Lösungen. Profitiert hat davon in den letzten Jahren insbesondere die Schweinefleischerzeugung, die in der Grenzregion einen der bedeutendsten Wirtschaftssektoren darstellt. Landwirte und Unternehmen der Fleischwirtschaft aus den Euregios Rhein-Waal, Gronau und rhein-maas-nord setzten die erarbeiteten Konzepte um und erprobten sie unter Praxisbedingungen. Nach dreieinhalb Jahren intensiver Arbeit stellten die Verbundpartner am 24. November 2005 im erst am Vortag eröffneten "Euregio Forum" in Kleve vor 100 Gästen ihre Projektergebnisse vor.



Die Generaldirektorin des niederländischen Landwirtschaftsministeriums, Renée Bergkamp, und der nordrhein-westfälische Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg eröffneten die öffentliche Abschlussveranstaltung. Ausdrücklich begrüßte Minister Uhlenberg den grenzüberschreitenden Projektansatz, im Verbund Lösungen zu entwickeln, die gleichzeitig neue rechtliche Anforderungen, die Ansprüche der Verbraucher und die Möglichkeiten der Prozessverbesserung auf den einzelnen Produktionsstufen im Blick hat.

Auf mittlerweile gutem Weg sieht Professor Dr. Brigitte Petersen, Vorsitzende von GIQS e.V., den Abbau von Grenzen, wo sie der Qualitätssicherung von Lebensmitteln im Wege stehen. "Schon lange sind es in der EU nicht mehr die nationalen Grenzen, sondern die ungeklärten Verantwortlichkeiten, organisatorische sowie technische Barrieren, die einem effektiven stufenübergreifenden Qualitäts- und Gesundheitsmanagement im Wege stehen", stellte Petersen in ihrem Einführungsvortrag fest.

Projektkoordinator Gereon Schulze Althoff präsentierte anschließend die einzelnen Projektergebnisse. Neun neue Werkzeuge wurden entwickelt. "Sie unterstützen Verantwortliche in fleischerzeugenden Ketten, die Qualität von Produkten und Prozessen gezielter zu planen, zu produzieren und zu kontrollieren" so Schulze Althoff. Vier Lösungen stellen Anpassungen branchenneutraler EDV-Systeme für Aufgaben im überbetrieblichen Informationsmanagement, Dokumentenmanagement, Audit-Management und Risikomanagement dar. Sie werden seit vielen Jahren erfolgreich in unterschiedlichen Branchen wie zum Beispiel der Automobilindustrie zur technischen Unterstützung operativer Aufgaben im Qualitätsmanagement eingesetzt. Nun wurden sie erstmals für den Einsatz in fleischerzeugenden Ketten angepasst. Hinzu kam die Weiterentwicklung bereits in den Niederlanden und Deutschland eingeführter, branchenspezifischer Speziallösungen, ein Checklistenmodell für die Unterstützung der Bestandsbetreuung und ein Melde- und Beratungsmodul im Salmonellenmonitoring.

Weitere Ergebnisse der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind: Zwei Modelle zur monetären Bewertung von Maßnahmen in Qualitätsprogrammen und Unterstützung strategischer Entscheidungsebene auf der Planungsebene; ein Leitfaden für Verantwortliche an Schlachthöfen zur stufenweisen Umstellung auf eine risikoorientierte Fleischuntersuchung.

"Die Werkzeuge helfen Landwirten und Unternehmen nachgelagerter Stufen ihre Qualitätsmanagementsysteme kontinuierlich weiter zu entwickeln und damit der geforderten Eigenverantwortung besser gerecht zu werden", unterstrich Schulze Althoff in seinem Vortrag.

Professor Dr. Bert Urlings ist Direktor für Umwelt und Qualität der VION Food Group, Projektpartner und Marktführer in der europäischen Fleischwirtschaft mit Hauptsitz in Boxtel (NL). Er machte abschließend deutlich, wie sich sein Unternehmen an der Projektarbeit beteiligt hat und die erzielten Ergebnisse nun konzernweit nutzen wird. "Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Weiterentwicklung von Qualitätsmanagement ist elementar für ein grenzüberschreitendes Unternehmen, wie die VION Food Group", so Professor Urlings in seiner Rede, "besonders in Hinblick auf Lebensmittelsicherheit und -qualität ist für die einzelnen Unternehmensteile eine vielfältige Zusammenarbeit mit lokalen Behörden erforderlich: Einheitliche Vorgehensweise privater und behördlicher Organisationen in den Niederlanden und in Deutschland ist deshalb von großer Bedeutung und stärkt den Sektor beiderseits der Grenze."

Für alle Interessierten stehen ab sofort die Ergebnisse der Zusammenarbeit in niederländisch und deutsch im Internet zur Verfügung: Unter www.giqs.org/wissen erhält man umfangreiche Informationen zu neuen Anforderungen von Gesetzen, Normen und Standards, sowie zum Praxiseinsatz der Werkzeuge. Verweise führen direkt zu den jeweils verantwortlichen Projektpartnern sowie Anbietern der EDV-Lösungen für Fleisch erzeugende Ketten.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner für die Medien:
Gereon Schulze Althoff
GIQS-Vorstandsbüro
Universität Bonn
Institut für Tierwissenschaften
Telefon: 0228/73-4805
E-Mail: galthoff@uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/
http://www.giqs.org
http://www.giqs.org/wissen

Weitere Berichte zu: Fleischwirtschaft Ketten Qualitätsmanagement Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Klimawandel: Düngung und Mulchsaat optimieren den Wasserverbrauch im Weizenanbau
19.09.2018 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Keramische Filtersysteme für Aquafarming in geschlossenen Kreisläufen
12.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics