Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lösemittelverordnung in Kraft getreten

03.09.2001


Mit Abgasreinigung oder prozessintegrierten Maßnahmen gegen den Sommersmog

In Deutschland ist die Lösemittelverordnung in Kraft getreten. Mit Wirkung vom 25. August 2001 wurde damit die EG-Lösemittelrichtlinie (Richtlinie 1999/13/EG) in deutsches Recht umgesetzt. Die Verordnung gilt ab sofort für neue Industrieanlagen und - mit einer Übergangsfrist bis zum Jahr 2007 - auch für bestehende Anlagen. Ziel ist es, den Ausstoß von organischen Lösemitteln bei ihrer Anwendung um weitere 250.000 Tonnen im Jahr zu senken. Unter die Verordnung fallen sehr verschiedene Tätigkeiten, vom Lackieren, Drucken, Kleben über die Textilreinigung bis hin zur Herstellung von Schuhen und Arzneimitteln, wenn deren Lösemittelverbrauch einen branchenspezifischen Schwellenwert überschreitet.

Lösemittel sind wichtige Vorläuferstoffe für die Bildung von Ozon in den unteren Schichten der Atmosphäre. Sie sind für den gesundheitsschädlichen Sommersmog mit verantwortlich. Die neue Verordnung schreibt die Einhaltung von Emissionsgrenzwerten für Abgase vor, die aus einer Abgasreinigungseinrichtung austreten oder über Schornstein abgeleitet sowie für Abgase, die diffus emittiert werden, etwa über Fenster, Türen und Entlüftungen. In bestimmten Branchen werden auch Gesamtemissionsgrenzwerte vorgegeben, das heißt pro beschichtete Fläche oder erzeugtes Produkt darf nur eine begrenzte Menge an Lösemitteln emittiert werden. Dies ist unter anderem bei der Fahrzeuglackierung der Fall.

Die Lösemittelverordnung räumt grundsätzlich eine alternative Regelung ein, um die jeweiligen Grenzwerte einzuhalten - und zwar dann, wenn die Gleichwertigkeit der Emissionsminderung gewährleistet wird. Die Vorgehensweise wird im Kapitel "Reduzierungsplan" der Verordnung vorgeschrieben. Sie ist ein neues Instrument zur Emissionsminderung.
Ziel ist es, prozessintegrierte Emissionsminderungen zu fördern und den Betreibern die Möglichkeit für "maßgeschneiderte" betriebliche Lösungen zu geben. Insbesondere für die kleineren, bisher nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen eröffnen die Reduzierungspläne eine kostengünstige und ökologisch sinnvolle Alternative zur nachgeschalteten Abgasreinigung. So kann sich beispielsweise ein Betreiber von Lackieranlagen verbindlich dazu verpflichten, durch Einsatz von lösemittelarmen oder lösemittelfreien Einsatzstoffen oder durch die Anwendung von Lackiertechniken mit hohem Wirkungsgrad die Lösemittelemissionen ebenso stark zu mindern, wie dies durch die Einhaltung der einzelnen, auf die Anlagentechnik bezogenen Emissionsbegrenzungen der Fall wäre.

Das Umweltbundesamt hat die Bundesregierung bei der Erarbeitung der Lösemittelverordnung unterstützt. Mit Forschungsprojekten hat es dazu beigetragen, dass Anforderungen, die nach dem Stand der Technik erfüllbar sind und über die EG-Richtlinie hinausgehen, in die Verordnung aufgenommen wurden. Damit ist es möglich, das gesteckte Emissionsminderungsziel, eine Senkung des jährlichen Lösemittelausstoßes um 250.000 Tonnen, zu erreichen.

Die Lösemittelverordnung (31. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, 31. BImSchG) wurde im Bundesgesetzblatt (BGBl. I Nr. 44, Seite 2180 ff.) veröffentlicht. Sie ist als PDF-Datei auf der Homepage des Bundesumweltministeriums verfügbar (http://www.bmu.de, Volltextsuche: "Lösemittelverordnung") oder kann in der Pressestelle des Umweltbundesamtes angefordert werden. Weitere Informationen sind erhältlich bei Frau Birgit Mahrwald, Umweltbundesamt, Fachgebiet III 2.4, Telefon: 030/89 03-38 06.

Berlin, den 03.09.2001

Karsten Klenner | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Im Focus: High-pressure scientists in Bayreuth discover promising material for information technology

Researchers at the University of Bayreuth have discovered an unusual material: When cooled down to two degrees Celsius, its crystal structure and electronic properties change abruptly and significantly. In this new state, the distances between iron atoms can be tailored with the help of light beams. This opens up intriguing possibilities for application in the field of information technology. The scientists have presented their discovery in the journal "Angewandte Chemie - International Edition". The new findings are the result of close cooperation with partnering facilities in Augsburg, Dresden, Hamburg, and Moscow.

The material is an unusual form of iron oxide with the formula Fe₅O₆. The researchers produced it at a pressure of 15 gigapascals in a high-pressure laboratory...

Im Focus: From China to the South Pole: Joining forces to solve the neutrino mass puzzle

Study by Mainz physicists indicates that the next generation of neutrino experiments may well find the answer to one of the most pressing issues in neutrino physics

Among the most exciting challenges in modern physics is the identification of the neutrino mass ordering. Physicists from the Cluster of Excellence PRISMA+ at...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

IGF macht's möglich: Lemgoer Forschungsteam entwickelt neues Verfahren zur Abwehr von Noroviren auf Obst und Gemüse

26.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wege im Kampf gegen die Parkinson-Krankheit: HZDR-Forscher entwickeln Radiotracer für die Differentialdiagnostik

26.02.2020 | Interdisziplinäre Forschung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics