Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Waldbericht müssen Taten folgen

26.07.2001


WWF begrüßt Gesamtwaldbericht der Bundesregierung und fordert Konsequenzen

Der heute veröffentlichte Gesamtwaldbericht der Bundesregierung vermeldet, wie in jedem Jahr, erschreckende Zahlen zum Verlust der Wälder. Noch immer verschwinden weltweit pro Jahr Waldflächen in der Größenordnung von 15 Millionen Hektar, das entspricht der Hälfte der Fläche Deutschlands. Dieser Verlust betrifft fast ausschließlich tropische Wälder.

Angesichts dieses erschreckenden Szenarios fordert der WWF die Bundesregierung auf, auch Taten folgen zu lassen. Zwar verweist der Bericht auf 310 Waldprojekten in 66 Ländern, die von Deutschland finanziert und durchgeführt werden. Andererseits schrumpft der Entwicklungshilfeetat seit Jahren (auch unter der rot-grünen Bundesregierung), worunter besonders die Naturschutzprojekte zum Schutz des Tropenwaldes leiden.

Neben den weltweit besonders bedrohten Tropenwäldern wird auch die Rolle und die Gefährdung des deutschen Waldes dargestellt. Nina Griesshammer, Referentin Forstwirtschaft beim WWF, fordert: "Deutschland kann sich beim Waldschutz nicht zurücklehnen. Noch immer steht noch nicht einmal ein Prozent der deutschen Wälder unter strengstem Schutz. Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit sehr schwach da." Selbst arme Länder wie Kamerun (8,4 Prozent) lägen weiter vorn.

Der Bericht berücksichtigt alle Wälder der Erde, sowohl die der Tropen wie auch die der gemäßigten und nördlichen Breiten. Er macht klar, dass die Wälder der Erde nicht nur unersetzliche Ökosysteme für den Erhalt der biologischen Vielfalt darstellen. Sie sind auch die Heimat und Basis der Ernährung für Millionen von Menschen, besonders in den ärmeren Tropenwaldländern. Der WWF begrüßt diese neue Sicht der Bundesregierung.

Neben der Ausweisung von weiteren Waldschutzgebieten fordert der WWF eine flächendeckende natur- und sozialverträgliche Waldbewirtschaftung gemäß den Standards des Forest Stewardship Council (FSC) in Deutschland. Der FSC sei das derzeit einzige international anerkannte Zertifizierungssystem, das eine glaubwürdige, umweltschonende Waldwirtschaft nachweisen kann. Damit übertrifft es das nur in Europa angewendete PEFC (Pan-European Forest Certification), ein Siegel der Waldbesitzer.

"Die Bundesregierung spricht im aktuellen Waldbericht für Deutschland vom Beginn einer gegenseitigen Anerkennung der Zertifizierungssysteme FSC und PEFC. Diese Anerkennung gibt es nicht. Darin sind sich alle großen Umweltorganisationen Deutschlands einig," so Nina Griesshammer.

Nina Griesshammer | ots

Weitere Berichte zu: FSC Gesamtwaldbericht Zertifizierungssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Wälder in Deutschland sind wichtige Kohlenstoffsenke
17.07.2019 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Wo sich es sich wirklich lohnt, Regenwald zu renaturieren
04.07.2019 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Großes Potenzial: Aktoren und Sensoren mit 3D-Druck in komplexe Bauteile integrieren

Der additiven Fertigung wird eine große Zukunft vorhergesagt. So lassen sich mit Hilfe des 3D-Drucks beispielsweise die Anzahl der Komponenten komplexer, individualisierter Baugruppen stark reduzieren und viele Funktionen direkt in ein Bauteil integrieren. Das vereinfacht den Herstellungsprozess und verringert den notwendigen Bauraum. Um diese Vorteile auch für mechatronische Systeme zu nutzen, forschen Wissenschaftler im Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in mehreren Projekten an der additiven Fertigung von integrierten Aktoren und Sensoren. Diese können in Leichtbaustrukturen störende oder schädigende Vibrationen mindern sowie Strukturen überwachen.

Aufgrund der Ergebnisse ihrer Forschungsprojekte sehen die Wissenschaftler des Fraunhofer LBF großes Potenzial für die additive Fertigung mechatronischer...

Im Focus: Megakaryozyten als „Türsteher“ und Regulatoren der Zellmigration im Knochenmark

In einer neuen Studie zeigen Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg, dass Megakaryozyten als eine Art „Türsteher“ auftreten und so die Eigenschaften von Knochenmarksnischen und die Dynamik der Zellmigration verändern. Die Studie wurde im Juli im Journal „Haematologica“ veröffentlicht.

Die Hämatopoese ist der Prozess der Bildung von Blutzellen, der überwiegend im Knochenmark auftritt. Das Knochenmark produziert alle Arten von Blutkörperchen:...

Im Focus: Megakaryocytes act as „bouncers“ restraining cell migration in the bone marrow

Scientists at the University Würzburg and University Hospital of Würzburg found that megakaryocytes act as “bouncers” and thus modulate bone marrow niche properties and cell migration dynamics. The study was published in July in the Journal “Haematologica”.

Hematopoiesis is the process of forming blood cells, which occurs predominantly in the bone marrow. The bone marrow produces all types of blood cells: red...

Im Focus: Beschleunigerphysik: Alternatives Material für supraleitende Hochfrequenzkavitäten getestet

Supraleitende Hochfrequenzkavitäten können Elektronenpakete in modernen Synchrotronquellen und Freien Elektronenlasern mit extrem hoher Energie ausstatten. Zurzeit bestehen sie aus reinem Niob. Eine internationale Kooperation hat nun untersucht, welche Vorteile eine Beschichtung mit Niob-Zinn im Vergleich zu reinem Niob bietet.

Zurzeit ist Niob das Material der Wahl, um supraleitende Hochfrequenzkavitäten zu bauen. So werden sie für Projekte wie bERLinPro und BESSY-VSR eingesetzt,...

Im Focus: Künstliche Intelligenz löst Rätsel der Physik der Kondensierten Materie: Was ist die perfekte Quantentheorie?

Für einige Phänomene der Quanten-Vielteilchenphysik gibt es mehrere Theorien. Doch welche Theorie beschreibt ein quantenphysikalisches Phänomen am besten? Ein Team von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und der amerikanischen Harvard University nutzt nun erfolgreich künstliche neuronale Netzwerke für die Bildanalyse von Quantensystemen.

Hund oder Katze? Die Unterscheidung ist ein Paradebeispiel für maschinelles Lernen: Künstliche neuronale Netzwerke können darauf trainiert werden Bilder zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

Auswandern auf Terra-2?

15.07.2019 | Veranstaltungen

Hallo Herz! Wie kommuniziert welches Organ mit dem Herzen?

12.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Technik zur besseren Kontrolle für den Supervulkan von Campi Flegrei

17.07.2019 | Geowissenschaften

Bei Bakterien bestimmen die Nachbarn mit, welche Zelle zuerst stirbt: Physiologie des Überlebens

17.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Hocheffiziente Solarzellen dank solidem Fundament

17.07.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics