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Konservierungsmittel für Feuchtheu

12.05.2004


Schimmelpilze bleiben problematisch



Wie lässt sich ungenügend getrocknetes Dürrfutter konservieren? Dieses Problem betrifft besonders die gepressten Großballen. In der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Nutztiere (RAP) in Posieux wurde unter praxisnahen Bedingungen der Einsatz stabilisierter Propionsäure (Ammoniumsalz) als Konservierungsmittel getestet. Das Naturwiesenfutter des zweiten Schnitts wurde bei einem mittleren Trockensubstanzgehalt (TS) von 76 Prozent in sechs Varianten zu Rundballen gepresst und anschließend über 120 Tage untersucht. Futterballen aus der Ballenpresse mit konstanter Presskammer hatten einen vergleichsweise weichen Kern und erwärmten sich weniger als solche aus variabler Presskammer. Der weichere Kern erleichterte das Abführen der Restfeuchte. Mit Konservierungsmittel behandelte Ballen erwärmten sich nur wenig, die Dosierungsstufe (1,6 oder 2,0 l Konservierungsmittel je Ballen) beeinflusste kaum Temperaturverlauf oder Restfeuchte. Die höheren Temperaturen der unbehandelten Ballen wurden auf das "Schwitzen" infolge des starken mikrobiellen Wachstums zurückgeführt; gleichzeitig gaben diese Ballen auch mehr Restfeuchte ab. Der Schimmelpilzbefall war in den unbehandelten Ballen einheitlich sehr hoch, aber auch in behandelten Ballen wurden Schimmelpilze nachgewiesen, so dass die fehlende Erwärmung allein keine Garantie für mikrobiolische Unbedenklichkeit ist.



Eine enge lineare Beziehung wurde zwischen den Trockensubstanz-Verlusten während der Lagerung und dem Grad des Schimmelpilzbefalls festgestellt. Der Schimmelbefall war am geringsten bei 1,6 l Konservierungsmittel und konstanter Presskammer. Die Propionsäure verbesserte die Verdaulichkeit der organischen Substanz, die Energiewerte stiegen um 0,2 MJ NEL/kg TS. Die Abbaubarkeit des Rohproteins korrelierte eng mit den Ballen-Temperaturen im ersten Monat. Pro Grad Erwärmung nahm die Abbaubarkeit des Rohproteins im Mittel um 0,65 Einheiten ab. Die Proteinverdaulichkeit variierte ohne klare Tendenz. Da in der vorliegenden Untersuchung die Temperaturen im Balleninnern nicht über 50 °C lagen, wurde die Qualität des Futters weniger über den Nährwert, sondern vielmehr über mikrobiolische Kriterien bestimmt.

Dr. Sigrid Baars | aid
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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