Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biologisch abbaubare Polymere für die Landwirtschaft

06.05.2003


Zwischen 5 und 10 Millionen Tonnen Kunststoffmüll landen jedes Jahr auf Deponien in der EU. Angesichts dieser immensen Menge hat ein italienisches Forschungsinstitut als Beitrag zur industriellen Landwirtschaft ein biologisch abbaubares und Wasser absorbierendes Polymer entwickelt.



Eines der Hauptprobleme in Regionen mit heißem Klima ist die Versorgung mit Wasser guter Qualität. Die Kombination mit dem Verlust von Wasser in Bewässerungssystemen durch Drainage, Hitze und Wind hat in der Vergangenheit die Verwendung von Polymeren erforderlich gemacht, um Wasser in der Nähe der Anbauflächen zu speichern. Angesichts der (in bestimmten Ländern) vor kurzem eingeführten Steuer auf Deponien und des allgemeinen Anstiegs der Entsorgungskosten für Polymere hat ein italienisches Institut die Notwendigkeit erkannt, nach biologisch abbaubaren Alternativen zu suchen.



Dieses Forschungsinstitut untersuchte zwei bekannte Polymere unter dem Aspekt, sie zu haltbaren, wasserbeständigen Folien zu verschmelzen, die sich bei der Kompostierung zersetzen. Dabei erwies sich Polyvinylalkohol (PVAL) als klassisches Beispiel für ein biologisch abbaubares Polymer, das beim Aufschmelzen zu einer klaren, haltbaren Folie verarbeitet werden kann. Von allen untersuchten Polymeren baute sich PVAL wegen seiner größeren Wasserempfindlichkeit bei weitem am schnellsten ab.

Als zweites Polymer wurde funktionalisiertes Polycaprolacton (PCL) ausgewählt. Wie die Untersuchungen ergaben, führte die Quervernetzung der biologisch abbaubaren Brücken zwischen PVAL und PCL zu einer Mischfolie mit länger anhaltender Wasserbeständigkeit. Der interessanteste Aspekt zeigte sich jedoch beim Einbringen der Mischfolie in den Boden. Hier nämlich griffen Mikroorganismen die PCL-Brücken an, woraufhin sich das PVAL wegen seiner Wasserempfindlichkeit ziemlich rasch zersetzte.

Dieses neue Material hat noch verschiedene andere Vorteile, die ihm zweifellos auch den Weg in den häuslichen Gartenbau ebnen werden - denkbar wären beispielsweise Anzuchtbeutel oder Wasser-Rückhaltevorrichtungen für Hängekörbe. Allerdings gibt es noch ein anderes Polymer, das gegenwärtig erhebliche Umweltschäden verursacht, und zwar in Form der so unscheinbaren Plastiktüten aus dem Supermarkt. Auch dieser größte Schandfleck für die Umwelt könnte sich durch das Mischpolymer (PVOH-x-PCL) beseitigen lassen und endlich seinen verdienten Platz auf der Müllhalde der Umweltgeschichte einnehmen.

Kontakt

MALINCONICO, Mario (Dr)

Consiglio Nazionale delle Ricerche
Istituto di Chimica e Tecnologia dei Polimeri
Laboratory of Polymer Synthesis
Senior Scientist
Via Campi Flegrei, 34
80078
Pozzuoli
ITALY
Tel: +39-81-8675212
Fax: +39-81-8675230
Email: mali@irtemp.na.cnr.it

| Cordis Technologie-Marktplatz
Weitere Informationen:
http://www.irtemp.na.cnr.it

Weitere Berichte zu: Forschungsinstitut Mischfolie PVAL Polymer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Vorwarnsystem per Handy-App: Extremwetterschäden in der Landwirtschaft vermeiden
02.07.2018 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Astronautennahrung für Kühe: Industriell gezüchtete Mikroben als umweltfreundliches Futter
21.06.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics