Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Landwirte entlastet: Rinderbestand erstmals aus Verwaltungsdaten

25.07.2008
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Mai 2008 in Deutschland rund 13 Millionen Rinder, darunter 4,2 Millionen Milchkühe gehalten.

Weiterhin wurden 26,8 Millionen Schweine und 2,4 Millionen Schafe in landwirtschaftlichen Betrieben gezählt. Dies zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Erhebung über die Viehbestände zum Stichtag 3. Mai 2008. Für die Ermittlung der Rinderbestände hat Destatis erstmals das Herkunfts- und Informationssystem für Tiere - die sogenannte HIT-Rinderdatenbank - ausgewertet.

Das hat gegenüber dem bisherigen Verfahren den deutlichen Vorteil, dass durch die Nutzung der Datenbank auf eine Befragung von circa 37 500 Landwirten verzichtet werden konnte.

Die Veränderung der Methode führt allerdings dazu, dass die Ergebnisse nicht direkt mit denen der Vorerhebungen verglichen werden können. So "steigt" bei einem Vergleich mit der letzten Befragung im November 2007 der gesamte Rinderbestand in Deutschland scheinbar um 2,1%, weil auch Rinder einbezogen werden, die nicht in landwirtschaftlichen Betrieben mit den erforderlichen Mindesteinheiten gehalten werden.

Dies ist jedoch kein "echtes" Wachstum, sondern lediglich ein Zeichen für den Bruch in der Erhebungsmethodik. Die Zahl der Milchkühe umfasst in Deutschland rund 4,2 Millionen Tiere, was einem Anteil von 32,5% aller Rinder entspricht. Insgesamt gibt es knapp 189 000 Rinderhalter in Deutschland. Den größten Rinderbestand hat dabei Bayern mit gut 3,4 Millionen Rindern, gefolgt von Niedersachsen mit 2,6 Millionen Tieren. Damit stehen in diesen beiden Bundesländern knapp die Hälfte (46,2%) aller deutschen Rinder.

Mit insgesamt 5,3 Millionen Tieren ist dabei Holstein-Schwarzbunt die bedeutendste Rasse in Deutschland.

Die Erfassung der Schweine- und Schafbestände erfolgt weiterhin durch Befragung der Landwirte. Derzeit stehen nach vorläufigen Ergebnissen der Erhebung vom 3. Mai 2008 rund 26,8 Millionen Tiere in deutschen Ställen. Das sind rund 350 000 Tiere oder 1,3% weniger als noch im November 2007. Dabei ist besonders die Anzahl der Schweinehalter um knapp 7 000 Betriebe auf nunmehr 73 000 Schweine haltende Betriebe gesunken. Das entspricht einem Rückgang von gut 8,3% innerhalb eines halben Jahres.

Diese Ergebnisse spiegeln die Krise am Schweinemarkt in den letzten Monaten wider.Insbesondere die Zahl der Zuchtsauen ist seit November 2007 um 1,7% auf 2,4 Millionen Tiere gesunken. Im Vergleich zum 3. Mai 2007 beträgt der Rückgang sogar 5%. Nicht ganz so deutlich ist dagegen der Rückgang bei den Mastschweinen. Im Mai 2008 wurden in Deutschland rund 11,2 Millionen Mastschweine gehalten. Das sind rund 0,4% oder 49 000 Tiere weniger als im November 2007.

Weitere Hinweise und Informationen zur Viehbestandserhebung finden Sie im Qualitätsbericht "Erhebung über die Viehbestände", der kostenlos im Internetangebot des Statistischen Bundesamts unter www.destatis.de abrufbar ist. Detaillierte Ergebnisse und Zeitreihen zu der Viehbestandserhebung können in GENESIS, der Online-Datenbank des Statistischen Bundesamtes, sowie im Publikationsservice unter www.destatis.de/publikationen kostenfrei abgerufen

werden.

Claudia Döhler | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de
http://www.destatis.de/publikationen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht David statt Goliath: Kleinharvester-Demonstrator auf der Fachmesse „Interforst“ in München
17.07.2018 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Vorwarnsystem per Handy-App: Extremwetterschäden in der Landwirtschaft vermeiden
02.07.2018 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

VDI sieht urbane Produktion und Logistik als integrale Teile der Stadt der Zukunft

19.07.2018 | Architektur Bauwesen

Infrarotsensor als neue Methode für die Wirkstoffentwicklung

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics