Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbraucherschützer aus Wurst und Käse

22.02.2008
Natürliche Mikroorganismen in Milchprodukten oder Wurst können Krankheitserreger in Nahrungsmitteln hemmen.

Das von der EU finanzierte Projekt "PathogenCombat" erforscht, wie diese natürlichen Mikroorganismen in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden können, um den Verzehr von Nahrungsmitteln noch sicherer zu machen und den Verbraucher zu schützen. Dass auch kleine und mittlere Unternehmen davon profitieren, ist die Aufgabe des Instituts für Volkswirtschaftslehre und Recht der Universität Stuttgart.

Im Rahmen des 2005 gestarteten Projekts wurden aus anfangs 850 Kulturen von Milchsäurebakterien bereits 23 auf ihr schützendes und probiotisches Potential sowie auf ihre Anwendbarkeit in der Lebensmittelindustrie positiv getestet. So kann beispielsweise das aus der Milch isolierte Bakterium Enterococcus faecium zum Schutz gegen Listerienkontamination in der Milchindustrie genutzt werden. Die Verunreinigung mit Listerien kann unter anderem beim Schlachten, Melken oder aufgrund mangelnder Hygiene auftreten und zu grippeähnlichen Krankheitssymptomen führen. Ähnlich kann das aus Käseprodukten isolierte Lactobacillus plantarum dank seiner Wirksamkeit gegen krankheitserregende Pilze als Schutzkultur gegen Aflotoxine (Schimmelpilze) sowie in Tierfutterzusätzen als Probiotikum genutzt werden.

Auch der Mensch ist Lieferant dieser nützlichen Helfer. So isolierten die Wissenschaftler aus dem Darmtrakt Neugeborener das Stäbchenbakterium Bifidobacterium longum, das ausgezeichnete Eigenschaften als Probiotikum für Geflügel besitzt. Aufgrund seiner Herkunft kann es auch beim Menschen als Medikament verwendet werden und hilft bei Magen-Darm-Erkrankungen, die durch den Verzehr von Campylobacter-verseuchtem Geflügel verursacht wurden.

... mehr zu:
»KMU »Mikroorganismus »Schutzkultur

Die Mikroorganismen werden nun in vielfältigen Tests eingesetzt, um beispielsweise bakteriellen Verseuchungen durch nicht-pasteurisierte Milch von Kühen mit Blaseninfektionen vorzubeugen oder Infektionen durch die Kontamination mit Kuhmist unter Kontrolle zu halten. Weitere Mikroorganismen kommen als Schutzkulturen in gebrauchsfertigen Rind- und Lammprodukten zum Einsatz.

Die Forschungsergebnisse sollen besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) zugute kommen, die oft nicht die finanziellen Mittel haben, um ihren Maschinenpark laufend zu modernisieren. Von Lebensmittelskandalen sind sie am meisten betroffen, da die Rücklagen zur Bewältigung eines Umsatzeinbruches oft nicht ausreichen. Die Stuttgarter Wissenschaftler übernehmen hierbei die Rolle eines Vermittlers zwischen den Forschungseinrichtungen und den KMUs.

Die Firmen werden in europaweiten, speziell auf sie ausgerichteten Workshops über die neuesten Forschungsergebnisse informiert und in den Verfahren geschult. So führt das Team der Universität Stuttgart in Kooperation mit der Uni Hohenheim am 10. März einen Workshop*) durch, der unter anderem den Gebrauch von funktionalen Zellen in der Pathogenprävention anleitet sowie praktische Kenntnisse zur Risikovermeidung bei Lebensmitteln vermittelt.

Ansprechpartner: Susanne Braun, Institut für Volkswirtschaftslehre und Recht, Tel: 0711/685 8 3559
e-mail: braun@ivr.uni-stuttgart.de, http://www.pathogencombat.com
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Keplerstraße 7, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/685-82297. -82176, -82122, -82155, Fax 0711/685-82188, e-mail: presse@uni-stuttgart.de, http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/

Text unter http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/3/

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/3/
http://www.pathogencombat.com
http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/

Weitere Berichte zu: KMU Mikroorganismus Schutzkultur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht David statt Goliath: Kleinharvester-Demonstrator auf der Fachmesse „Interforst“ in München
17.07.2018 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Vorwarnsystem per Handy-App: Extremwetterschäden in der Landwirtschaft vermeiden
02.07.2018 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics