Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesunde Nahrungsmittel brauchen gesunde Böden

03.06.2002


Gemeinsames Konzept BMU-BMVEL zum Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft

Unter dem Titel "Gute Qualität und sichere Erträge" haben Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast und Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute ein Konzept zum umweltverträglichen Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft vorgelegt. "Unser gemeinsames Anliegen ist es, künftig nur noch saubere Düngemittel zuzulassen, damit sich langfristig keine Schadstoffe in landwirtschaftlichen Böden anreichern können. Äcker und Wiesen sollen durch eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung dauerhaft nutzbar bleiben. Das nützt den Bauern und den Verbrauchern. Denn nur auf gesunden Böden können gesunde Nahrungsmittel produziert werden", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin.

Kern des gemeinsamen Konzepts ist die Festlegung neuer Grenzwerte für den Schwermetallgehalt von organischen Düngemitteln wie Klärschlamm, Bioabfall, Schweine- und Rindergülle, die deutlich unter den derzeit gültigen Werten (für Klärschlamm, Bioabfall) liegen sollen. Für Rinder- und Schweinegülle werden erstmals verbindliche Schwermetallgrenzwerte vorgeschlagen. Der maximal zulässige Gehalt an Schadstoffen in den jeweiligen Düngemitteln orientiert sich an den Vorsorgewerten der Bodenschutz- und Altlastenverordnung. Bezugsgröße ist dabei der sogenannte mineralische Teil des Düngemittels, der langfristig im Boden verbleibt. Dabei gelten für alle Düngemittel die gleichen fachlichen Grundsätze. Ausgenommen wurde lediglich Mineraldünger, da der im Boden verbleibende Anteil je nach eingesetztem Düngemittel und Bodenart sehr unterschiedlich ist. Da Düngemittel neben Schwermetallen auch organische Schadstoffe enthalten können, sollen bei Klärschlämmen noch zusätzliche Grenzwerte für diese Stoffe aufgenommen werden. Beim Bioabfall ist ein neuer Grenzwert für Benz(a)pyren vorgesehen.

Die neuen Schwermetallgrenzwerte haben zur Folge, dass künftig bei allen genannten Düngemitteln eine deutliche Schadstoffreduzierung erfolgen muss, damit diese auf längere Sicht als Düngemittel eingesetzt werden können. Bioabfälle (vor allem Komposte) sowie Schweine- und Rindergülle werden in qualitativ verbesserter Form auch in Zukunft auf allen landwirtschaftlichen Böden (Ton, Lehm, Sand) einsetzbar bleiben. Die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen wird demgegenüber weitgehend einzustellen sein. Lediglich besonders schadstoffarme Klärschlämme dürfen künftig noch auf Böden aufgebracht werden.

Klärschlämme machen rund 2 bis 3 Prozent der in der Bundesrepublik jährlich eingesetzten rund 40 Millionen Tonnen Düngemittel aus. Rund 2,3 Millionen Tonnen kommunale Klärschlämme (Trockensubstanz) fallen pro Jahr in Deutschland an, von denen etwa 40 Prozent - ca. 900 000 Tonnen - in der Landwirtschaft verwertet werden. Auch sie müssen künftig weitgehend in Abfallverbrennungs- bzw. mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen schadlos beseitigt bzw. im Rahmen der Mitverbrennung in industriellen Prozessen genutzt werden. Dies wird sich, wie auch die Schadstoffreduzierung in den übrigen Düngemitteln, nicht von heute auf Morgen umsetzen lassen. Deshalb schlägt das Konzept Übergangsregelungen von bis zu fünf Jahren vor.

Die gemeinsamen Vorschläge beider Ministerien sollen in den kommenden Monaten breit diskutiert und die Ergebnisse der Debatte in der nächsten Legislaturperiode im Abfall- und Düngemittelrecht umgesetzt werden.

Grundlage für dieses Konzept ist der Beschluss der gemeinsamen Konferenz der Agrar- und Umweltminister von Bund und Ländern vom Juni vergangenen Jahres. Darin wurde festgestellt, dass der Einsatz von Düngemitteln nicht zu einer Anreicherung von Schadstoffen im Boden führen darf.

Michael Schroeren | BMU Pressedienst
Weitere Informationen:
http://www.verbraucherministerium.de/

Weitere Berichte zu: Bioabfall Düngemittel Grenzwert Klärschlämme Nahrungsmittel Schadstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Astronautennahrung für Kühe: Industriell gezüchtete Mikroben als umweltfreundliches Futter
21.06.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

nachricht Neue Perspektive für die Gesundheit der Bäume
15.06.2018 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics