Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biogasanlagen nur für große landwirtschaftliche Betriebe eine Einkommensalternative

14.01.2008
Für kleine Betriebe keine Alternative - Höhere Einspeisevergütung fördert Umstieg auf Biogasanlagen

Die Investition in eine Biogasanlage ist für große und funktionierende landwirtschaftliche Betriebe eine gute Möglichkeit, zusätzliches Einkommen zu generieren und ihr Unternehmen gegen zukünftige Krisen in der Landwirtschaft abzusichern. Für kleinere landwirtschaftliche Betriebe und solche, die mit Problemen des Fortbestehens zu kämpfen haben, ist indes die Investition in eine Biogasanlage in der Regel keine Möglichkeit, ihr Unternehmen zu retten.

Zu diesem Fazit kommt Tim Barkmann in seiner Diplomarbeit am Lehrstuhl Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung (Prof. Dr. Drs. h.c. Jörg Maier). Die von der Simon-Nüssel-Stiftung geförderte Arbeit untersucht dabei vergleichend die Situation in den Landkreisen Bayreuth und Oldenburg. Die Ergebnisse wurden jetzt im Heft 261 der Arbeitsmaterialien zur Raumordnung und Raumplanung vorgelegt.

2007 war auch in der Landwirtschaft ein Jahr mit fortschreitendem Strukturwandel, verbunden mit der Abnahme von Betrieben bei einem weiteren Wachstum der größeren Betriebe. Vor allem jedoch war es ein Jahr der Diskussion um neue Erwerbsmöglichkeiten für Landwirte im Bereich nachwachsender Rohstoffe. In Verbindung mit dem politischen Willen, Veränderungen im Energiemarkt zu erreichen, haben sich zunehmend auch Chancen für Landwirte auf diesem Gebiet ergeben, insbesondere nach Einführung des Gesetzes für den Vorrang erneuerbarer Energien im Jahr 2000 bzw. seiner Novellierung 2004. Der Bereich der Biogasanlagen erscheint dabei als eine interessante Einkommensalternative.

... mehr zu:
»Biogasanlage »Landwirt

Die Befragungen der Landwirte mit Biogasanlagen ergeben, dass es sich hierbei um eine sinnvolle Einkommensalternative handelt. Jedoch folgte die Feststellung, dass es bis auf wenige Ausnahmen große landwirtschaftliche Betriebe sind, die von der EEG- Novellierung und von der Nutzung der Biogasanlagen profitieren. Dieses geht so weit, dass sogar Landwirte aus der Nahrungsmittelproduktion aussteigen oder über einen Ausstieg nachdenken.

Außerdem ergeben sich dadurch auch Probleme, denn es entsteht gerade bei der Produktion der für den Betrieb der großen NaWaRo-Anlagen notwendigen nachwachsenden Rohstoffe eine Konkurrenz um Flächen, die sonst der Nahrungsmittelproduktion dienen. Auch steigen durch diese Aspekte unter Umständen die Pachtpreise, da diese Anlagen gewinnbringender arbeiten als konventionelle Betriebe. Die Nutzung der Flächen für die Biogasanlagen kann sich aber auch positiv auf die Marktsituation auswirken, da weniger landwirtschaftliche Produkte für den Markt produziert werden und somit steigende Preise zu einer Einkommensverbesserung in der Landwirtschaft führen können.

Es wurde von Barkmann aber auch festgestellt, dass die NaWaRo-Anlagen erst entstanden sind, seitdem eine höhere Einspeisevergütung gezahlt wird, und die meisten Landwirte ohne diese die Anlage nicht betreiben würden. Sofern das EEG in seiner jetzigen Form bestehen bleibt und die Vergütung nicht wesentlich sinkt, ist es denkbar, dass weitere Anlagen errichtet werden.

In jüngerer Zeit werden durch Investoren aber auch Großanlagen gebaut. Für Landwirte, die über zu geringe finanzielle Mittel verfügen eine eigene Biogasanlage zu errichten, bieten diese Anlagen die Möglichkeit Einkommen zu erwirtschaften, indem sie Rohstoffe an die Betreiber dieser Anlage liefern. Jedoch verringert sich so die Wertschöpfung der Landwirte. Hierbei muss ein Konsens zwischen klimaschonender Energieerzeugung und den hohen Zielsetzungen der Politik einerseits und der Förderung der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes andererseits gefunden werden. Eine Alternative sind laut Barkmann regionale Zusammenschlüsse von Landwirten, die durch die Errichtung von Gemeinschaftsanlagen ihre Unabhängigkeit von externen Investoren bewahren.

Weitere Informationen
Professor Dr. Drs. h.c. Jörg Maier
Tel. 0921/55-2262
Mail: joerg.maier@uni-bayreuth.de
Tim Barkmann
Vom Landwirt zum Energiewirt – Eine Einkommensalternative?
Arbeitsmaterialien zur Raumordnung und Raumplanung
Hrsg. von Jörg Maier
Heft 261, Bayreuth 2007
105 Seiten, , € 14, --

Kerstin Wodal | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de/presse/index.html

Weitere Berichte zu: Biogasanlage Landwirt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Gene gegen die Trockenheit
06.12.2019 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

nachricht Süßkartoffel warnt ihre Nachbarn bei Befall durch einen einzigen Duftstoff
02.12.2019 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Im Focus: Highly charged ion paves the way towards new physics

In a joint experimental and theoretical work performed at the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear Physics, an international team of physicists detected for the first time an orbital crossing in the highly charged ion Pr⁹⁺. Optical spectra were recorded employing an electron beam ion trap and analysed with the aid of atomic structure calculations. A proposed nHz-wide transition has been identified and its energy was determined with high precision. Theory predicts a very high sensitivity to new physics and extremely low susceptibility to external perturbations for this “clock line” making it a unique candidate for proposed precision studies.

Laser spectroscopy of neutral atoms and singly charged ions has reached astonishing precision by merit of a chain of technological advances during the past...

Im Focus: Ultrafast stimulated emission microscopy of single nanocrystals in Science

The ability to investigate the dynamics of single particle at the nano-scale and femtosecond level remained an unfathomed dream for years. It was not until the dawn of the 21st century that nanotechnology and femtoscience gradually merged together and the first ultrafast microscopy of individual quantum dots (QDs) and molecules was accomplished.

Ultrafast microscopy studies entirely rely on detecting nanoparticles or single molecules with luminescence techniques, which require efficient emitters to...

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kein Seemannsgarn: Hochseeschifffahrt soll schadstoffärmer werden

11.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Vernetzte Produktion in Echtzeit: Deutsch-schwedisches Testbed geht in die zweite Phase

11.12.2019 | Informationstechnologie

Verbesserte Architekturgläser durch Plasmabehandlung – Reinigung, Vorbehandlung & Haftungssteigerung

11.12.2019 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics