RWI-Indikator deutet auf schwächeren Konsum im zweiten Quartal hin

RWI-Konsumindikator Juni 2012<br>RWI<br>

Da er in der Vergangenheit einen Vorlauf von einem Quartal gegenüber der Veränderung der Konsumausgaben aufwies, deutet dies auf eine allenfalls verhaltene Zunahme des Konsums im zweiten Quartal 2012 hin, wenn nicht gar auf einen Rückgang.

Der bisher nur geringe Anstieg des Indikators im zweiten Quartal spricht dafür, dass sich an der schwachen Grundtendenz in den Sommermonaten wenig ändern wird. Allerdings basiert diese Einschätzung lediglich auf den Angaben für die Monate April und Mai, so dass sie mit einer erhöhten Unsicherheit behaftet ist.

In den vergangenen Quartalen hat der seit dem vierten Quartal 2011 veröffentlichte RWI-Konsumindikator die Entwicklung der privaten Konsumausgaben sehr zuverlässig prognostiziert. Sowohl der Rückgang der saisonbereinigten Werte im vierten Quartal 2011 als auch die Beschleunigung im ersten Quartal 2012 zeigte er zutreffend an.

Indikator wertet Google-Suchanfragen aus

Der RWI-Konsumindikator stützt sich auf Angaben der Internet-Suchmaschine Google. Betrachtet wird die Häufigkeit, mit der nach Begriffen gesucht wird, die 41 für den privaten Konsum relevanten Güterkategorien zugerechnet werden können. Die wöchentlich vorliegenden Daten werden zu Monatsangaben aggregiert und anschließend saisonbereinigt.
Der Indikator gibt an, wie groß der prozentuale Anteil der so transformierten Einzelreihen ist, die in einem Monat gestiegen sind, so dass er Werte zwischen 0 und 100 annehmen kann. Anschließend wird dieser Index zu Quartalswerten aggregiert. Da die Suchhäufigkeiten aus einer Stichprobe abgeleitet werden, ändern sich die Angaben auch für zurückliegende Quartale leicht. Die Grundtendenz wird dadurch allerdings erfahrungsgemäß nicht beeinflusst.

Der Indikator zeichnet die Schwankungen in den Vorquartalsveränderungen des saisonbereinigten privaten Konsums durchweg gut nach. Dabei weist er gegenüber dem privaten Verbrauch einen Vorlauf von einem Quartal auf. Er eignet sich damit als Kurzfristindikator nicht nur für Prognosen des laufenden Quartals, sondern liefert auch gute Informationen für das jeweils kommende Quartal.

Ihre Ansprechpartner dazu:
Prof. Dr. Roland Döhrn Tel.: (0201) 81 49-262
Sabine Weiler (Pressestelle) Tel.: (0201) 81 49-213

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Joachim Schmidt idw

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