Konjunkturelle Unsicherheit belastet Innovationsdynamik in Deutschland

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich negativ auf die Innovationstätigkeit vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen ausgewirkt.

Eine Untersuchung der KfW Bankengruppe über den Einfluss der Konjunktur auf die Innovationstätigkeit zeigt, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen aufgrund der derzeitigen Unsicherheit über die konjunkturelle Situation die Intensität ihrer Innovationsanstrengungen aus den Jahren vor der Krise nicht werden beibehalten können. Der wesentliche Grund dafür sind Schwierigkeiten, Innovationstätigkeiten zu finanzieren. Denn Innovationen werden mit einem Anteil von 71 % wesentlich stärker als Investitionen mit internen Eigenmitteln finanziert.

Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto schwieriger ist es, in Zeiten einer schwachen Konjunktur die notwendigen Ressourcen für Innovationen bereitzustellen.

Die Untersuchung macht deutlich, dass in konjunkturellen Schwächephasen sowohl weniger echte Neuerungen entwickelt als auch seltener Innovationen übernommen werden. Für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft ist nicht nur die Entwicklung von Marktneuheiten ein wichtiger Faktor im Hinblick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch der Übergang solcher Neuerungen in die Breite der Wirtschaft. Die vorangegangene

Finanz- und Wirtschaftskrise verlangsamt vor allem diesen Prozess.

Bei einer Verzögerung oder Schwächung des Aufschwungs und der damit einhergehenden Verschlechterung der Innenfinanzierungsmöglichkeiten besteht zudem die Gefahr, dass auch diejenigen Mittelständler, die ihre Innovationsprozesse kontinuierlich und relativ konjunkturunabhängig durchführen, ihre Innovationsanstrengungen nicht mehr aufrechterhalten können. Dadurch würde das für die Sicherung des technologischen Vorsprungs wichtige Hervorbringen von Marktneuheiten weiter zurückgehen. Wichtige Impulse für die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands blieben dann aus.

Dr. Nobert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe: „Die hohe Abhängigkeit der Innovationsfinanzierung von unternehmensinternen Quellen führt dazu, dass gerade in Zeiten einer schwachen Konjunktur notwendige Innovationen aufgrund von Finanzierungsengpässen unterlassen werden. Dabei ist es gerade dann wichtig, auf die Entwicklung von Innovationen zu setzen, denn insbesondere Unternehmen mit innovativen Produkten und dadurch hoher Wettbewerbsfähigkeit werden von einem Wiedererstarken der Konjunktur profitieren können.“

Die Studie „Innovation und Konjunktur“ steht unter www.kfw.de im Bereich „Research“ zum download zur Verfügung.

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Weitere Informationen:

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