Kodexakzeptanz 2011: Analyse der Entsprechenserklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Analysiert werden:

* das Verhalten von DAX- und MDAX-Unternehmen bzgl. einzelner Empfehlungen,
* relevante Unterschiede in den Entsprechensquoten hinsichtlich verschiedener Unternehmenseigenschaften, wie Unternehmensgröße und Eigentümerstruktur,
* die von den Gesellschaften gegebenen Erläuterungen für Kodexabweichungen,
* die Reaktionszeiten der Gesellschaften auf die neueste Version des Kodex von 2010.

Bei den Entsprechensquoten erfüllen lt. Studie die DAX-Gesellschaften 97 Prozent der 'Soll-Empfehlungen' des DCGK (MDAX: 96 Prozent). Eine Reihe von Unternehmen zeigt Entsprechensquoten von 100 Prozent; es gibt jedoch auch Gesellschaften mit deutlich weni¬ger als 90 Prozent. Abweichungen zeigen sich insbesondere in den Kapiteln 4 („Vorstand“) und 5 („Aufsichtsrat“). Die Kodexziffer 5.4.1 (Zusammensetzung des Aufsichtsrats) weist die höchste Abweichungsquote für DAX-Unternehmen auf. Ziffer 5.4.6 (Struktur und individuelle Veröffentlichung der Aufsichtsratsvergütung) zeigt die höchste Abweichungs¬quote für MDAX-Unternehmen.

Zwischen den beiden großen Indizes lassen sich zunehmend geringere Unterschiede erken¬nen. Unternehmen in Streubesitz weisen höhere Entsprechensgrade auf.

Nur wenige Unternehmen lehnen wesentliche Teile der 'Soll-Empfehlungen' ab. Abgelehnt werden insbesondere Empfehlungen zum Selbstbehalt bei der D + O-Versicherung des Aufsichtsrats, zur Vorstandsvergütung und zur Aufsichtsratszusammensetzung. Ein Großteil der Gesellschaften plant allerdings, die in 2010 nicht erfüllten Kodexempfehlungen zukünftig umzusetzen. Damit ist –

vorbehaltlich sanfter Anpassungen des Kodex in 2011 – mit steigenden Entsprechensgraden zu rechnen.

Die Reaktionszeit auf die Neuerungen im DCGK in 2010 ist eher lang: Eine aktualisierte Entsprechenserklärung erfolgt vom Großteil der Unternehmen erst nach mehr als sechs Monaten; eine Reihe von Unternehmen hat auch nach neun Monaten noch keine Anpassung vorgenommen.

Herausgeber:
* Univ.-Prof. Dr. Marc Steffen Rapp
* Univ.-Prof. Dr. Michael Wolff
Über die Autoren:
* Christian R. G. Kohl, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an dem an der Handelshochschule Leipzig angesiedelten Center for Corporate Governance. Er studierte Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität München.
* Univ.-Prof. Dr. Marc Steffen Rapp, ist akademischer Co-Direktor des Centers for Corporate Governance an der Handelshochschule Leipzig und Professor für Allgemeine BWL und Controlling an der Philipps-Universität Marburg. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragestellungen aus dem Bereich Kapitalmarkt, Unternehmensführung, -kontrolle und –finanzierung.

* Univ.-Prof. Dr. Michael Wolff, ist akademischer Co-Direktor des Centers for Corporate Governance an der Handelshochschule Leipzig und Professor für Corporate Governance an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Wirkung von Governance-Strukturen auf strategische Unternehmensentscheidungen und Aspekte einer wertorientierten Unternehmensführung stehen im Fokus seiner Aktivitäten.

Über das Center for Corporate Governance (CCG)

Das Center for Corporate Governance (CCG) an der Handelshochschule Leipzig wurde im April 2010 gegründet. Die Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem folgende Themenbereiche: Corporate Governance und Unternehmens-performance, Diversity, Corporate Governance in Schwellenländern sowie Governance Ratings. Es wird geleitet von einem akademischen Direktorium, bestehend aus Univ.-Prof. Dr. Marc Steffen Rapp (Philipps-Universität Marburg ), Christian Strenger (Mitglied von Aufsichtsräten und der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex) und Univ.-Prof. Dr. Michael Wolff (Universität Mainz). Ein Beiratsgremium steht dem akademischen Direktorium beratend zur Seite. Das CCG kooperiert unter anderem mit dem Millstein Center for Corporate Governance and Performance an der Yale School of Management und dem Center for Corporate Governance der Copenhagen Business School. Wesentliche Sponsoren des CCG sind: DWS Investments, Bertelsmann Business Consulting und KPMG. www.hhl.de/ccg

Über die Handelshochschule Leipzig

Die Handelshochschule Leipzig (HHL) ist Deutschlands älteste betriebswirtschaftliche Hochschule und zählt heute zu den führenden Business Schools. Innerhalb der Ausbildung von leistungsfähigen und verantwortungsbewussten Führungspersönlichkeiten spielt neben der Internationalität die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis eine herausragende Rolle. www.hhl.de

Kontakt:

Handelshochschule Leipzig (HHL)
Center for Corporate Governance
www.hhl.de/ccg
E-Mail: ccg@hhl.de
Tel.: +49 341 9851-875

Ansprechpartner für Medien

Volker Stößel idw

Weitere Informationen:

http://www.hhl.de/ccg

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