Kleinbanken stehen vor Verkaufswelle

Die deutschen Großbanken haben bereits im Vorjahr einen deutlichen Konsolidierungsprozess durchlaufen. Nunmehr soll eine Verkaufswelle auf die kleineren Institute und Privatbanken zurollen.

Einem Bericht des Handelsblatts zufolge ist die so entstehende Neuordnung des Bankengefüges als positives Signal an den Markt zu werten. Mit den Verkäufen kann das Management dem Markt und den Analysten relativ schnell zeigen, dass man mit der Restrukturierung ernst macht, äußern sich Investmentbanker.

Viele betroffene Eigentümer wie etwa Großbanken ziehen sich aufgrund des Bedarfs an Sondereinkünften angesichts der Finanzkrise auf ihr Kerngeschäft zurück, weshalb zumindest einzelne Sparten zur Übernahme angeboten werden. Dabei ist die Zeit für Veräußerungen aus Sicht der Verkäufer mehr als ungünstig.

„Der Konsolidierungsdruck bei deutschen Banken hat sich in den vergangenen Jahren eher in Form von Fusionen bei Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen gezeigt als bei Privatbanken. Insgesamt hat sich die Bankenlandschaft stark verändert“, meint eine Branchenkennerin im Gespräch mit pressetext. Während 1997 bundesweit noch 3.870 Institute gezählt wurden, waren es zehn Jahre später nur mehr 2.277.

Am stärksten seien Realkreditinstitute von den Veränderungen betroffen gewesen. „Derzeit steht das Thema eindeutig im Fokus der Finanzkrise und der Marktkapitalisierung der Häuser. Zwar sind Klein- und Privatbanken bisher besser durch die Krise gekommen als Großbanken. Von einer weiteren Marktkonsolidierung ist dennoch auszugehen“, so die Expertin gegenüber pressetext. Wichtig für die Kleinbanken sei ein eigenständiges Geschäftsmodell. So hätten etwa Institute, die sich auf das Kundengeschäft spezialisiert haben, höhere Überlebenschancen.

Die deutsche Bankenlandschaft ist mit einem Anteil von rund 55 Prozent stark von Kreditgenossenschaften gekennzeichnet. Der überwiegende Großteil davon besteht dem Bundesverband deutscher Banken nach jedoch aus vergleichsweise kleinen Instituten. Knapp die Hälfte aller Kreditgenossenschaften hätten eine Bilanzsumme von weniger als 250 Mio. Euro. Bei der großen Zahl sehr kleiner Institute sei der Zwang zur Konsolidierung im Genossenschaftssektor folglich besonders groß. Von rund 800 Instituten, die seit Beginn dieser Dekade geschlossen wurden, entfielen 560 auf diese Bankengruppe.

Bankenverkäufe bzw. die Veräußerung einzelner Sparten ist für ihre Eigentümer derzeit allerdings mehr als schwierig. Einerseits sind die am Markt gebotenen Preise niedrig und Verkäufer müssen mit vergleichsweise ungünstigen Übernahmekonditionen rechnen. Darüber hinaus ist die Bereitschaft zum Kauf aufgrund der Branchenkrise generell auf einem Tiefpunkt. Potenzielle Interessenten mit angemessenen Angeboten seien derzeit rar gesät. Besonders gegenüber Privatbanken, die über stabile Geschäftsmodelle verfügen und sich von den Marktturbulenzen weitgehend abkoppeln konnten, sei Skepsis eher unangebracht. Im Vergleich zu anderen Bankengruppen könnten sie sich daher behaupten und würden trotz generell gesunkener Preise höhere Übernahmeangebote erhalten.

Media Contact

Manuel Haglmüller pressetext.deutschland

Weitere Informationen:

http://www.bankenverband.de

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