Elektroautos aus Deutschland sichern Beschäftigung

Bis 2020 wird weltweit ein 470 Milliarden Euro starker Markt für Elektromobilität mit 250.000 neuen Arbeitsplätzen entstehen. Deutschland kann davon besonders profitieren.

„Eine starke deutsche Marktposition bei Elektroautos ist wichtig für Umwelt, Beschäftigung und Technologie. Wir wollen die notwendigen Rahmenbedingungen mit industrie- und forschungspolitischen Weichenstellungen schaffen“, sagte Umwelt-Staatssekretär Matthias Machnig heute in Berlin. Machnig stellte Eckpunkte eines Programms vor, das zwischen 2012 und 2014 den Markt für Elektroautos aktivieren soll.

Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company im Auftrag des BMU zeigt: Entsprechend ihrem heutigen Marktanteil könnte die deutsche Autoindustrie am Gesamtmarkt einen Anteil von etwa 85 Milliarden Euro für sich erschließen. Dies setzt jedoch voraus, dass Verbraucherinnen und Verbraucher Kaufanreize für den Umstieg auf das elektrische Fahren erhalten und die deutsche Batterietechnologie und Zellenfertigung erheblich ausgebaut wird.

Gelingt es der deutschen Industrie nicht, ihre heutigen Marktanteile auch bei Elektrofahrzeugen zu halten, dann ginge dies zu Lasten der Beschäftigung: Bis zu 46.000 Arbeitsplätze sind durch den Wegfall klassischer mechanischer Komponenten bedroht, die deutsche Zulieferindustrie wäre überproportional betroffen. Machnig: „Die größte Herausforderung in der Anfangsphase liegt in den hohen Anschaffungskosten der Elektrofahrzeuge.

Wir brauchen deshalb ein Marktaktivierungsprogramm, das Begeisterung für das elektrische Fahren weckt und Kaufanreize setzt.“ Kernelement dieses Programms ist ein bis 2014 laufendes Förderprogramm für die ersten 100.000 Elektrofahrzeuge. „100.000 Elektroautos sind ein wichtiger Schritt hin zur wettbewerbsfähigen Serienproduktion. Die Marktaktivierung ist somit entscheidend für das im Nationalen Entwicklungsplan der Bundesregierung verankerte Ziel, bis 2020 rund eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen“, sagte Machnig.

Das Marktaktivierungsprogramm sieht die Förderung des Fahrzeugkaufs in Höhe von 3.000 bis 5.000 Euro für die ersten 100.000 Elektrofahrzeuge vor. Später werden andere, nicht-monetäre Instrumente wie eine Nutzerprivilegierung dazu beitragen, die Marktdurchdringung zu beschleunigen.

Zwei Drittel des Umsatzes der neuen Elektroauto-Komponenten, insgesamt 50 Milliarden Euro, werden nach McKinsey-Berechnung im Jahr 2020 mit Batterien erwirtschaftet. Derzeit werden jedoch 90 Prozent des Batteriezellen-Marktes von asiatischen Herstellern abgedeckt. Machnig: „Die Batterie ist das Kernstück des Elektroautos. Wir müssen dafür sorgen, dass auch die Batterien für unsere Elektroautos in Deutschland entwickelt und produziert werden. Bei konsequentem Handeln hat Deutschland gute Chancen.“

Um in Deutschland günstige Voraussetzungen für den Ausbau der Batterietechnologie und -fertigung zu schaffen, schlägt das Bundesumweltministerium die gezielte Förderung eines „Kompetenzclusters“ um Batteriezellenhersteller, Automobilzulieferer, Automobilhersteller, Universitäten und Forschungsinstitute vor. Vordringliches Ziel des Kompetenzclusters müsse es sein, den Engpass bei Fachkräften für die Entwicklung von Elektroautos zu beseitigen und die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und Industrie zu verbessern.

Hinweis: Eine Zusammenfassung der Studie sowie Schaubilder sind in Kürze unter www.bmu.de verfügbar.

Media Contact

Michael Schroeren BMU-Pressereferat

Weitere Informationen:

http://www.bmu.de

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