Durchblick im Dschungel der Testverfahren

Psychologische Tests vermeiden Fehlentscheidungen – Neues Handbuch hilft Personalmanagern

Eine übersichtliche Darstellung der bekanntesten wirtschaftspsychologischen Testverfahren geben Prof. Dr. Werner Sarges (Universität der Bundeswehr Hamburg) und Prof. Dr. Heinrich Wottawa (Ruhr-Universität Bochum) Personalmanagern an die Hand: Qualitätsmerkmale, Zeitaufwand, Kosten und Anwendungsgebiete stellen sie allgemeinverständlich im jetzt erschienenen „Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren“ (Pabst-Verlag, Lengerich) zusammen. Bisher kapitulierten viele Personalverantwortliche vor dem Dschungel des qualitativ sehr unterschiedlichen Überangebots und verzichteten lieber ganz auf Persönlichkeits- und Leistungstests. Richtig angewandt können sie jedoch Fehlentscheidungen bei der Bewerberauswahl verhindern und so Geld und unnötigen Ärger ersparen.

Deutschland ist Entwicklungsland

„Was die Anwendungshäufigkeit psychologischer Tests in Bewerbungsverfahren angeht, ist Deutschland immer noch Entwicklungsland“, stellen die Professoren Sarges und Wottawa fest. Psychologische Testverfahren, die Aufschluss über Persönlichkeits- und Leistungsmerkmale geben können, werden z.B. in Spanien zehn Mal so häufig eingesetzt wie hierzulande. Vor allem von den so genannten „Soft Skills“ eines Bewerbers, wie etwa Arbeitshaltung, Motivation und Teamfähigkeit, müssen sich Personalverantwortliche zu oft überraschen lassen – diese Merkmale gehen aus den Bewerbungsunterlagen und Zeugnissen nicht hervor. Die Folge ist eine suboptimale Bewerberauswahl. „Experten schätzen, dass bei bis zu 90 Prozent der gescheiterten Arbeitsverhältnisse die Persönlichkeit des Arbeitsnehmers ausschlaggebend war – ein geeigneter Test hätte das vermeiden können“, so Sarges und Wottawa.

Skepsis vor dem Überangebot

Grund für die Skepsis der Personalmanager gegenüber psychologischen Tests ist vermutlich, dass sie zu wenig über die Testverfahren wissen. Das Angebot ist riesig, die Qualität äußerst unterschiedlich, die Auswahl entsprechend schwierig. Um nichts falsch zu machen, verzichten viele lieber ganz.

Drei Register erlauben gezielte Suche

Diesem Missstand will das nun vorgelegte „Handbuch wirtschaftspsychologischer Tests“ abhelfen: Die Autoren haben die bekanntesten und verbreitetsten etwa 120 Testverfahren für Eignungsdiagnostik und Personalauswahl zusammengestellt und ihre Charakteristika allgemeinverständlich beschrieben. Die wichtigsten Qualitätskriterien und für die Auswahl relevanten Aspekte jedes Verfahrens haben sie übersichtlich aufgelistet, etwa Zeitaufwand, Kosten und Validitätsnachweise. Ein Schwerpunkt der Zusammenstellung liegt auf computergestützten Tests, die die Durchführung auch ohne geschultes Personal ermöglichen. Drei verschiedene Register erlauben die gezielte Suche nach Merkmalen, Inhaltsgruppen oder vorgesehenen Einsatzbereichen der Tests, z. B. Zweck, Zielgruppe oder Inhalt.

Titelaufnahme:
Sarges, Werner; Wottawa, Heinrich: Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren. Pabst Science Publishers Lengerich 2001, ISBN 3-935357-55-9

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Werner Sarges
Universität der Bundeswehr Hamburg
Holstenhofweg 85
22043 Hamburg
Telefon und Fax: (040) 6541-2804
E-Mail: sarges@unibw-hamburg.de

Media Contact

Dietmar Strey

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen

Aktuelle und interessante Meldungen und Entwicklungen aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem bietet Ihnen der innovations-report Berichte aus den Teilbereichen: Aktienmärkte, Konsumklima, Arbeitsmarktpolitik, Rentenmarkt, Außenhandel, Zinstrends, Börsenberichte und Konjunkturaussichten.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Wie Kalziumionen in die Kraftwerke von Pflanzenzellen gelangen

Geführt von Prof. Dr. Markus Schwarzländer von der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster, entdeckte ein universitätsübergreifendes Team jüngst, wie Kalziumionen ihren Weg in die Mitochondrien von Pflanzenzellen finden. Der lebenswichtige Signalstoff…

Energie in Eisenform

Wasserstoff sicher und effizient transportieren. Grün erzeugte Energie in Form von Eisen transportieren: Das ist die Vision eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts unter der Koordination der Universität Duisburg-Essen (UDE). Mittels…

Hightech-Bildgebung für kleine und mittlere Unternehmen

TU Ilmenau an Bundesprojekt beteiligt: Die Technische Universität Ilmenau startet das 9,1-Millionen-Euro-Verbundprojekt Advanced Multimodal Imaging (AMI), das Industrieunternehmen durch Entwicklung und Anwendung multimodaler Bildgebung fit für die digitale Zukunft macht….

Partner & Förderer