Commerzbank-Börsenbericht: Ernüchterung an den Aktienmärkten

Nach dem schwungvollen Start in das Jahr 2005 sind die internationalen Aktienmärkte schon wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Viele Marktteilnehmer nutzten offenbar die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen, nachdem der Beginn der Unternehmensberichtssaison für das 4. Quartal in den USA gemischt ausfiel und die hohen Erwartungen der Analysten teilweise enttäuschte. So belastete der Chiphersteller AMD mit einer Gewinnwarnung die Technologiewerte, während die Zahlen von Intel positiv aufgenommen wurden. In Deutschland geriet die Aktie von SAP nach Vorlage der ersten Daten über 2004 vorübergehend stark unter Druck. Immerhin konnte sich der DAX trotz dieser Negativmeldungen und einiger schlechterer Konjunkturdaten dem aufkeimenden Verkaufsdruck entziehen und im Bereich von 4.200 Punkten stabilisieren.

Unternehmensgewinne und Konjunkturaussichten bleiben auch entscheidend für den weiteren Börsenverlauf. Die Volkswirte der Commerzbank sind hier zuversichtlich, obwohl das Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal 2004 voraussichtlich schwächer ausfiel als bislang erwartet und infolgedessen auch die Wachstumsprognose für 2005 auf 1,3% reduziert werden musste. Aufgrund der sehr niedrigen Zinsen und günstiger Bewertungen vieler Titel sind die Chancen für den deutschen Aktienmarkt jedoch weiter als günstig einzuschätzen. Privatanlegern empfiehlt die Bank derzeit vor allem die Aktie von Siemens zum Kauf.

Die europäischen Rentenmärkte profitierten in dieser Woche von der erneuten Befestigung des Euro, nachdem das amerikanische Handelsbilanzdefizit im November auf einen neuen Rekordwert gestiegen war. Die Renditen für Staatsanleihen bewegen sich weiter bei 3,6% und damit auf einem sehr niedrigen Niveau. Auch die Perspektiven für den Zinstrend der nächsten Monate sehen wieder besser aus. Die Commerzbank erwartet wegen des schwächeren Wirtschaftswachstums eine erste Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank nun erst nach der Sommerpause. Ebenso werden die Kapitalmarktrenditen eher langsamer steigen: Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen dürfte am Jahresende bei 4,25% liegen, also etwas tiefer als bislang prognostiziert. Privatanleger sollten am Euro-Rentenmarkt mittlere Laufzeiten bevorzugen.

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