Aktienmarkt: Ab in den Süden!

Der verregnete Sommer verdirbt nicht nur den Urlaubern hierzulande die Stimmung, die Schlechtwetterlage treibt auch die Dividendentitel südwärts. Dabei hatte sich das Börsenklima bis Anfang Juli stetig verbessert: In den USA erhöhte die Fed zwar die Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte, doch positive Nachrichten zur konjunkturellen Großwetterlage, ein deutlicher Ölpreisrückgang oder auch die schließlich noch erfolgreiche Platzierung der Postbank-Aktien ließen den DAX bis auf 4.100 Indexpunkte steigen und Hoffnungen auf eine Sommerrally entstehen.

Doch erneut zogen Wolken in Form von unerwartet schwachen Konjunkturindikatoren auf: Ein deutlicher Ifo-Rückgang signalisierte eine Stimmungseintrübung in der deutschen Wirtschaft. In den USA enttäuschte der jüngste Arbeitsmarktbericht. Der Ölpreis legte – nach kritischen Kommentaren der OPEC, Anschlägen auf Pipelines im Irak und dem drohenden Konkurs des russischen Ölkonzerns Yukos – wieder deutlich zu. Und auch die Vorberichtssaison in den USA für das zweite Quartal stand nach ungewöhnlich vielen Gewinnwarnungen insbesondere in den Sektoren Einzelhandel und Technologie (Software) unter keinem guten Stern.

Fällt der Sommer am deutschen Aktienmarkt endgültig ins Wasser? Obwohl die Hoffnungen auf eine Sommerrally schwinden, ist es noch zu früh, eine anhaltende Schlechtwetterperiode am Aktienmarkt vorherzusagen. Sicherlich deuten die in den letzten Wochen veröffentlichten Konjunkturindikatoren auf eine Abschwächung der US-Wachstumsdynamik hin. Doch sollten die positiven Effekte aus dem ersten synchronen globalen Konjunkturaufschwung seit Anfang der 90er Jahre (USA, China, Japan, Europa) nicht unterschätzt werden. Angesichts des Export-Booms in Europa wurden die Expansionserwartungen in den letzten Wochen nach oben revidiert. Der IWF beispielsweise hat seine Schätzung für das BIP-Wachstum in Deutschland für 2004 jüngst von 1,6 % auf 1,8% erhöht.

Aus dem aktuellen Stimmungstief helfen könnte zudem ein sinkender Ölpreis. Die Chancen dafür stehen insbesondere mit der vereinbarten Förderquotenanhebung seitens der OPEC um weitere 0,5 Mio. Barrel im August nicht schlecht – unabdingbare Voraussetzung bleibt jedoch auch eine weitere Stabilisierung der Lage im Irak. Die positiven Unternehmensberichte von General Electric, Philips und SAP machen zudem Hoffnung, dass die Gewinnsaison für Q2 nach dem „Fehlstart“ durchaus noch einige positive Quartalsberichte zeigen wird. Wir erwarten insbesondere in den zyklischen Branchen freundliche Nachrichten, die unseren optimistischen Gewinnausblick für die kommenden Quartale bestätigen werden. Vor diesem Hintergrund halten wir den deutschen Aktienmarkt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von derzeit 12 auf Basis der Gewinnschätzungen für 2005 unverändert für sehr attraktiv bewertet.

Media Contact

Jürgen Pitzer Landesbank Rheinland-Pfalz

Weitere Informationen:

http://www.lrp.de

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