Kapitalmarktaktivitäten der KfW: Kontinuität und Innovation

Die beiden Flaggschiffe der KfW-Refinanzierung, das Euro-Benchmark- Programm und das US-Dollar-Programm, haben sich sowohl bei gutem Wetter als auch in unruhigen Gewässern – sprich: in einem Marktumfeld, das von hoher Volatilität geprägt war bestens bewährt“ sagte der Vorstandssprecher der KfW, Hans W. Reich, anlässlich einer Pressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt. „Die Verbriefungsplattformen der KfW – PROMISE und PROVIDE – haben sich als fester Bestandteil der Verbriefungslandschaft in Deutschland etabliert. und werden jetzt durch die True Sale Initiative, zu der am 09. Juli 2003 der „Letter of Intent“ von dreizehn Kreditinstituten unterzeichnet worden ist, ergänzt.“

Mittelaufnahme im 1. Halbjahr 2003 in Höhe von 23,6 Mrd EUR

Die KfW hat im ersten Halbjahr 2003 längerfristige Mittel in Höhe von 23,6 Mrd EUR aufgenommen. Davon entfielen 42 % auf den EUR, 41 % auf den USD und 17 % auf sonstige Währungen.

Auch weiterhin bilden die Benchmark-Anleihen das Rückgrat der Refinanzierung. Im Dezember 2002 waren für die beiden Benchmark- Programme für das Jahr 2003 Mindestvolumina von 15 Mrd EUR bzw. 6 Mrd USD angekündigt worden. Bereits im Januar 2003 wurde die erste Globalanleihe im Rahmen des USD-Programms in Form einer fünfjährigen Anleihe in Höhe von 3 Mrd USD begeben. Kurz darauf folgte im Februar eine fünfjährige 5 Mrd Euro-Benchmark Anleihe. Zu Beginn des zweiten Halbjahres Anfang Juli wurde in einem sehr schwierigen Marktumfeld erfolgreich eine zehnjährige Euro-Benchmark Anleihe mit einem Volumen von 5 Mrd EUR begeben. Die KfW hat damit seit Einführung der Programme insgesamt acht Globaldarlehen unter dem Euro-Benchmark-Programm und vier Anleihen im USD-Programm emittiert.

Positiv beeinflusst ist das Refinanzierungsergebnis der KfW auch durch maßgeschneiderte Anleihen – öffentliche oder privatplatzierte, in dem insbesondere USD-Anleihen und strukturierte Produkte großen Anklang finden. Höhepunkte waren im ersten Halbjahr 2003 beispielsweise die dreijährige kündbare Globalanleihe mit einem Volumen von 1 Mrd EUR. Weiter wurde im März eine auf australische Dollar lautende Anleihe in Japan begeben, die einem Volumen von rund 1,6 Mrd australischen Dollar entsprach und an mehr als 55.000 japanische Anleger verkauft wurde. Alle Transaktionen stießen auf eine starke Nachfrage und weisen eine breite Investorenbasis auf.

Ebenfalls stark nachgefragt werden Privatplatzierungen der KfW: Bis Ende Juni wurden über 250 Transaktionen durchgeführt, wobei der japanische Markt mit 190 Platzierungen von besonderer Bedeutung war.

Ausblick: Refinanzierungsbedarf von bis zu EUR 50 für 2003 bestätigt

Für das Jahr 2003 hatte die KfW einen Mittelbedarf in Höhe bis zu 50 Mrd EUR angekündigt. Nach Ablauf des ersten Halbjahres hat die KfW bis heute inklusive der am 08. Juli 2003 begebenen Umtauschanleihe rund 35 Mrd EUR auf den Kapitalmärkten aufgenommen. „Wir sind damit im Plan leicht voraus.“ erläuterte Reich.

Unter dem Euro-Benchmark-Programm werden im Jahr 2003 Anleihen in Höhe von insgesamt 15 Mrd EUR begeben. Im zweiten Halbjahr plant die KfW daher eine weitere 5 Mrd Benchmark-Anleihe zu begeben bzw. bereits bestehende Anleihen aufzustocken.

Im Rahmen des USD-Programms folgt voraussichtlich eine Globalanleihe im Verlauf des nächsten halben Jahres.

Erfolgsstory Verbriefungsmarkt:

Synthetische Verbriefungen der KfW erreichen 2003 voraussichtlich 20 Mrd EUR

„Die synthetischen Verbriefungen der KfW sind mittlerweile fester Bestandteil der Verbriefungslandschaft in Deutschland“, so der Vorstandssprecher der KfW. Im ersten Halbjahr 2003 wurden 5 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 5,6 Mrd EUR abgeschlossen. Für das Jahr 2003 rechnet die KfW allerdings mit einem Volumen an synthetischen Verbriefungstransaktionen in Höhe von rund 20 Mrd EUR, wobei dies letztlich von der Marktverfassung und der „Lieferfähigkeit“ der Originatoren abhängt.

Im Rahmen von PROMISE hat die KfW zu Beginn des Jahres mit der von der Nord-LB initiierten Transaktion „MILE.N1“ erstmals ein kleineres Kreditportfolio einer Sparkasse verbrieft. Mit PROMISE COLOR hat die KfW vor wenigen Tagen eine weitere Transaktion mit der HypoVereinsbank abgeschlossen.

Seit Programmstart Ende 2000 wurden damit unter PROMISE insgesamt in 10 Transaktionen rund 26.000 Mittelstandskredite mit einem Volumen von über 15 Mrd EUR verbrieft. „Wir sind davon überzeugt, hiermit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Finanzierung der kleinen und mittelständischen Unternehmen zu leisten und dem viel diskutierten „credit crunch“ auch auf diesem Wege gezielt vorzubeugen,“ sagte Reich.

Sehr erfreulich entwickelt sich auch die Nutzung der PROVIDE- Plattform für private Wohnungsbaukredite. Im ersten Halbjahr wurden die jeweils dritte Transaktionen der BHW und Commerzbank sowie eine Verbriefung der WestImmo abgeschlossen. Damit hat sich das Verbriefungsvolumen unter PROVIDE auf insgesamt über 19 Mrd EUR mit 340.000 privaten Wohnungsbaukrediten verteilt auf 13 Einzeltransaktionen erhöht, wovon 4,31 Mrd EUR auf das erste Halbjahr 2003 entfallen.

Nach der ersten europäischen Transaktion mit der Bank Austria (PROMISE Austria) vom Dezember 2002 steht nun die erste großvolumige PROVIDE-Transaktion mit einer weiteren europäischen Bank außerhalb Deutschlands kurz vor dem Abschluss. Die KfW wird auch zukünftig Transaktionen mit europäischen Banken abschließen, deren Portfolien zu den KfW-Plattformen passen. Dies bietet den Vorteil, dass sich die Investorenschaft durch die Standardisierung der Transaktionen auch über die „Grenzen hinweg“ verbreitern wird. Insoweit profitieren sowohl deutsche als auch andere europäische Banken von einer wachsenden Liquidität, was letztendlich ihre Spielräume für die Neukreditvergabe erweitert.

„Rückblickend auf die letzten beiden Jahre erscheint es mir nicht vermessen, von einer Erfolgsstory unserer Verbriefungsaktivitäten zu sprechen.“ unterstrich Reich. „Obschon synthetische Verbriefungen den deutschen Markt nach wie vor prägen, ist der schnelle Aufbau von True Sale für die Verbreiterung des gesamten Verbriefungsmarktes von entscheidender Bedeutung. Gelingt dies – und davon bin ich überzeugt, so werden für den deutschen Markt zwei „Standbeine“ existieren“.

Media Contact

Nathalie Drücke Kreditanstalt für Wiederaufbau

Weitere Informationen:

http://www.kfw.de

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