Börsen-Bericht: Stimmung der Anleger leicht verbessert

Die internationalen Aktienmärkte standen in dieser Woche ganz im Zeichen der Zinsentscheidungen der amerikanischen Notenbank und der Europäischen Zentralbank. Der Schritt der Fed war von den Marktteilnehmern erwartet worden, allerdings nicht in diesem Ausmaß. Der erste Zinsschritt in diesem Jahr auf nur noch 1,25% ist auf der einen Seite überraschend, da kaum mehr „Luft“ nach unten besteht. Auf der anderen Seite signalisiert er den starken Willen, den Märkten wieder Impulse zu geben. Die EZB ließ dagegen die Leitzinsen unverändert.

Trotz weiterer enttäuschender volkswirtschaftlicher Indikatoren hat sich die Markttechnik bei vielen Indizes deutlich verbessert. So haben DAX und Dow Jones den seit Mai gebildeten Abwärtstrend nach oben verlassen. Auch viele Einzelwerte konnten sich von ihren Tiefs erholen und haben einen Boden gebildet mit Kaufsignalen. Die gute technische Verfassung wird durch die über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen einzelner Unternehmen verstärkt. Dies sorgt für eine wachsende Anlagebereitschaft, in deren Blickpunkt zuletzt Werte aus dem Finanz- und Technologiesektor standen. So honorieren die Anleger die Beteiligungsverkäufe der Deutschen Bank und die damit verbundene Konzentration auf das Kerngeschäft. In der Telekommunikationsbranche ist und bleibt das vorrangige Ziel der Abbau der Schulden. Hier zeigt sich die Deutsche Telekom auf dem richtigen Weg. Die Commerzbank empfiehlt dem Privatanleger diese Aktie aus technischer und fundamentaler Sicht. Mittelfristig sieht die Bank den DAX in einer volatilen Seitwärtsbewegung von rund 3000 bis 3800 Punkten. Für den tradingorientierten Anleger bieten sich hier gute Chancen.

Der Rentenmarkt tendierte diese Woche erneut seitwärts. Anfängliche Kursverluste wurden durch die Zinssenkung in Amerika ausgeglichen. Befürchtungen über zusätzliche Emissionen von Staatsanleihen in den USA ließen die Rentenkurse diesseits und jenseits des Atlantiks dann wieder fallen. Wegen der schwachen wirtschaftlichen Verfassung rechnet die Commerzbank auf absehbare Zeit nicht mit einer Abkehr vom seit 5 Jahren bestehenden Seitwärtstrend bei den Renditen. Der private Anleger sollte sich auf Engagements in mittleren Restlaufzeiten bis maximal 6 Jahren konzentrieren.

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