Grippewelle gefährdet volle Auftragsbücher

Branchenübergreifend verzeichnen 73 Prozent der Unternehmen gut gefüllte Orderbücher. Gleichzeitig geben 38 Prozent der Fach- und Führungskräfte an, nicht über genügend Mitarbeiter zu verfügen, um die anfallende Arbeit im Unternehmen bewältigen zu können. Gerade zu den Spitzenzeiten der Grippeinfektionen im Frühjahr wird die dünne Personaldecke zum Risiko für den Geschäftsbetrieb. Mehr als jedes vierte Unternehmen verschiebt Fertigstellungstermine oder lässt die Aufträge liegen. Das ist das Ergebnis der Studie Rationalisierungsrisiken des IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung in Hamburg und handelsblatt.com. 252 Fach- und Führungskräfte verschiedener Branchen haben an der Befragung teilgenommen.

Immer dann, wenn die Spitzenzeiten der Influenzawelle mit den konjunkturellen Hochphasen zusammenfallen, stößt die Strategie der Umschichtung von Arbeit auf das aktive Personal an ihre Grenzen.
Dieses Szenario tritt regelmäßig nach dem Jahreswechsel auf. Denn von Januar bis Februar schnellen die Ausfallzeiten der Mitarbeiter auf immer neue Höhepunkte. Gleichzeitig arbeiten die Unternehmen erfahrungsgemäß unter Volllast. Die Dienstleistungsunternehmen werden vom Zusammentreffen dieser beiden Faktoren besonders hart getroffen:

Von Dezember bis Januar verzeichnet die Branche ihren konjunkturellen Höchststand. Gleichzeitig treten von November bis Februar die meisten Fehlzeiten auf.

Die Folgen einer Erkrankung großer Teile der Belegschaft sind für die einzelnen Geschäftsbereiche gravierend. Sollte die Hälfte der Belegschaft krankheitsbedingt ausfallen, geht jede zweite Fach- und Führungskraft von erheblichen Einschränkungen der Vertriebsaktivitäten aus. Die Produktion sehen 42 Prozent, die Kundenberatung 38 Prozent stark beeinträchtigt. Aufgeschlüsselt nach Branchen zeigen sich die Nahrungsmittelindustrie, Ver- und Entsorger und Finanzdienstleister in Schlüsselbereichen besonders sensibel. 80 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte der Nahrungsmittelindustrie gaben an, dass die Produktion im Falle einer großen Erkrankungswelle am stärksten betroffen wäre. Ver- und Entsorger gehen zu 75 Prozent von erheblichen Beeinträchtigungen des Vertriebs aus. Bei Banken- und Versicherungen sehen 68 Prozent den Vertriebsbereich am stärksten betroffen.

Deutliche Unterschiede in der Einschätzung lassen sich allerdings zwischen Unternehmen erkennen, die über einen Pandemieplan verfügen, und denen, die sich nicht auf eine massenhafte Infektion ihrer Belegschaft vorbereitet haben. Bezogen auf eine Vertriebsbeeinträchtigung liegt die Differenz bei deutlichen zehn Prozent. Entsprechend werden Vorkehrungen für einen solchen Krisenfall von den Gesundheitsexperten seit langem empfohlen. Der nationale Pandemieplan des Robert-Koch-Instituts sieht beispielsweise im Pandemiefall den Einsatz von Neuraminidasehemmern vor, die von den Unternehmen für die Belegschaft vorbeugend eingelagert werden können.

Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Influenzapandemieplanung in Unternehmen“ gibt Handlungsempfehlungen, um sich mit betrieblichen Maßnahmen auf eine Influenzapandemie vorzubereiten.

Hintergrundinformationen:
Diese Presseinformation basiert auf einer Online-Umfrage, die vom IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung in Kooperation mit handelsblatt.com durchgeführt wurde. Vom 10. bis 27. Januar 2008 wurden insgesamt 252 Fach- und Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen befragt.
IMWF – Institut für Management- und Wirtschaftsforschung Das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung wurde aus der Erfahrung heraus gegründet, dass die Ergebnisse wissenschaftlicher Ausarbeitungen und Marktanalysen für Entscheider in der Wirtschaft oftmals nicht die hinreichende Praxisnähe und Relevanz haben. In Folge dessen bleibt die Unterstützung wissenschaftlicher Institutionen durch Unternehmen oftmals hinter den Erwartungen der Lehrstühle zurück. Vor diesem Hintergrund versteht sich das IMWF als Plattform, auf der Kontakte zwischen Wissenschaft und an fundierter Aufarbeitung relevanter Management- und Wirtschaftsthemen interessierter Unternehmen geknüpft werden. Dieses Netzwerk wird wesentlich durch Wilhelm Alms aufgebaut. Er hat als ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Mummert Consulting vielfältige Erfahrungen mit der Umsetzbarkeit von Forschungsergebnissen in der Managementpraxis gesammelt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Brückenschläge zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu initiieren.

Wenn Sie an diesem Netzwerk partizipieren wollen, freut sich das IMWF über Ihre Nachricht. Von wissenschaftlichen Partnern wird erwartet, nachweislich praxisorientierte Forschung leisten zu wollen. Im Gegenzug hierzu obliegt es den eingebundenen Unternehmen, relevante Fragestellungen zu formulieren und die Freiräume für die Aufarbeitung dieser Themen zu gewährleisten.

Ansprechpartner für Medien

Roland Heintze presseportal

Weitere Informationen:

http://www.imwf.de

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