Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2008

  • Arbeitslosenzahl im Januar: +253.000 auf 3.659.000
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -625.000
  • Arbeitslosenquote im Januar: +0,6 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent

    Die Arbeitslosigkeit hat sich von Dezember auf Januar bundesweit um 253.000 auf 3.659.000 (West: +152.000 auf 2.383.000; Ost: +101.000 auf 1.276.000) erhöht. Eine Zunahme ist in diesem Monat üblich, vor allem in den Saisonberufen. Jedoch war der aktuelle Anstieg schwächer als im Durchschnitt der beiden Jahre zuvor (+341.000). Somit errechnet sich saisonbereinigt ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um -89.000. Gegenüber dem Vorjahr wurden im Januar 625.000 weniger Arbeitslose gezählt.

    Dass die saisonbereinigten Rückgänge der Arbeitslosigkeit in den letzten beiden Monaten so hoch ausgefallen sind, liegt zum einen an dem bisher relativ milden Winter. Die saisonbedingten Einschränkungen sind vergleichsweise gering geblieben. Zum anderen kann das Saisonbereinigungsverfahren die Auswirkungen des Saisonkurzarbeitergeldes, das es seit dem letzten Winter gibt, noch nicht vollständig abbilden. Das Saisonkurzarbeitergeld lässt die Winterarbeitslosigkeit geringer ausfallen.

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Dezember saisonbereinigt um 30.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit, die bis November reichen, saisonbereinigt um 34.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von November auf Dezember aus jahreszeitlichen Gründen um 166.000 auf 40,20 Millionen gesunken.

    Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbstätigkeit um 586.000 zugenommen.
    Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im November nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,46 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 545.000. Dabei entfällt knapp die Hälfte des Beschäftigungszuwachses auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen und Rückgänge bei den in Arbeitsgelegenheiten Beschäftigten und ausschließlich geringfügig Beschäftigten.
    Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Dezember auf 3,52 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 8,1 Prozent.

    Das gemeldete Stellenangebot ist im Januar saisonbereinigt um 21.000 gesunken. Dabei haben sich die ungeförderten Stellen für "normale"
    sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, um 8.000 verringert. In den letzten drei Monaten hat sich der Stellenbestand um monatsdurchschnittlich 10.000 und die ungeförderten "normalen" Stellen um 4.000 reduziert. Nicht saisonbereinigt hat sich der gesamte Stellenbestand von Dezember auf Januar um 17.000 auf 528.000 Stellen verringert. Von diesen Stellen waren 90 Prozent sofort zu besetzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand um 65.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 60 Prozent oder 319.000 ungeförderte Stellen für "normale" sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren 16.000 weniger als vor einem Monat und 19.000 weniger als vor einem Jahr. Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter.

    Alles in allem waren das im Januar 933.000 Stellen, 131.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber. Auf Basis der BA-bekannten Stellen des ersten Arbeitsmarktes berechnet die BA einen saisonbereinigten Stellenindex, den BA-X. Im November stieg der BA-X weiter um 3 auf 246 Punkte, was einem Plus zum Vorjahr von 58 Punkten entspricht. Damit verstetigt sich die hohe Nachfrage nach Mitarbeitern in Unternehmen.

    Ausführliche Informationen finden Sie im Internet unter:
    http://statistik.arbeitsagentur.de

    Informationen zum Hörfunkservice der Bundesagentur für Arbeit finden Sie im Internet unter www.ba-audio.de

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