Verbesserung der Kommunikation und Sicherheit an Bord

Studierende können im Projekt neue Kommunikationsstrategien ausprobieren. M. Stephan

Für viele Seeleute hat diese Entscheidung dazu geführt, Englisch als Fremdsprache erlernen zu müssen, einschließlich der spezifischen nautischen Standardphraseologie (SMCP). Oft stellt dies einen schwierigen Teil der Ausbildung dar, der bei Nichterfolg zu Kommunikationsproblemen führen kann. Diese wiederum sind die Ursache für viele Seeunfälle.

Daher müssen mehr Möglichkeiten zum Verbessern der Kommunikationsfähigkeit geschaffen werden, wofür das internationale Forschungsvorhaben „Analyse und Implementierung eines lernerzentrierten Ansatzes durch den Einsatz von Computerdialogsystemen“ nun einen Lösungsansatz bieten will.

Das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Peter John entwickelt einen ChatBot – ein Computerdialogsystem zum Verbessern der Sprachausbildung im maritimen Bereich. Das ChatBot-System wird mit mehreren Kommunikationssituationen programmiert, die für die Sicherheit an Bord von Seeschiffen relevant sind. Internetbasierte, computergesteuerte Dialoge werden unabhängig von Unterrichtseinheiten verfügbar sein, um Standarddialoge (einschließlich der SMCP) zu trainieren.

In diesem Projekt wird zum ersten Mal ein ChatBot oder Computerdialogsystem für den Bereich der Sprachenlehre im maritimen Bereich entwickelt und eingesetzt. Diese Systeme werden als besonders geeignet angesehen, um bereits erlernte Kompetenzen in praktischer Weise anzuwenden und hierdurch zu festigen.

Studierende werden in die Lage versetzt, Kommunikationsmuster anzuwenden und Kommunikationsstrategien in einer Lernumgebung auszuprobieren, die realistische oder authentische Erfahrungen konstruiert. Dieser als „Konstruktivismus“ bezeichnete Lernansatz wurde ursprünglich von Jean Piaget geprägt und erfährt seither eine große Beliebtheit.

Die Dialogsysteme passen sich ihrem Schwierigkeitsgrad in Echtzeit an die Lernenden an und ermöglichen so eine bessere individuelle Progression der einzelnen Teilnehmer_innen. Alle Dialoge werden empirisch ausgewertet, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu mündlicher Kommunikation in verschiedenen sicherheitskritischen Situationen zu erlangen. Das Projekt leistet daher einen Beitrag zur Seefahrt und indirekt auch zum Schutz der maritimen Umwelt.

Künftig können ChatBots auch eingesetzt werden, um weitere Forschungsfragen in Verbindung mit mündlicher Kommunikation zu beantworten, wie z.B. der Umgang mit Risiken oder zum Messen der negativen Empfindung durch mehrdeutige oder ablenkende Dialoge mit anderen.

Die internationalen Projektpartner kommen von folgenden Hochschulen: Antwerp Maritime Academy (BEL), Novia University of Applied Sciences (FIN), Australian Maritime College (AUS) und Tokyo University of Marine Science and Technology (JPN).

Das auf 13 Monate angelegte Projekt wird von der International Association of Maritime Universities und der Nippon Foundation in Japan unterstützt.

Media Contact

Anke Westwood idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Informationen:

http://www.jade-hs.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik

Von allen Aktivitäten zur physischen Raum- und Zeitüberbrückung von Gütern und Personen, einschließlich deren Umgruppierung – beginnend beim Lieferanten, durch die betrieblichen Wertschöpfungsstufen, bis zur Auslieferung der Produkte beim Kunden, inklusive der Abfallentsorgung und des Recyclings.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Verkehrstelematik, Maut, Verkehrsmanagementsysteme, Routenplanung, Transrapid, Verkehrsinfrastruktur, Flugsicherheit, Transporttechnik, Transportlogistik, Produktionslogistik und Mobilität.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Durchleuchten im Nanobereich

Physiker der Universität Jena entwickeln einen der kleinsten Röntgendetektoren der Welt Ein Röntgendetektor kann Röntgenstrahlen, die durch einen Körper hin­durchlaufen und nicht von ihm absorbiert werden, aufnehmen und somit ein…

Wer hat das Licht gestohlen?

Selbstinduzierte ultraschnelle Demagnetisierung limitiert die Streuung von weicher Röntgenstrahlung an magnetischen Proben.   Freie-Elektronen-Röntgenlaser erzeugen extrem intensive und ultrakurze Röntgenblitze, mit deren Hilfe Proben auf der Nanometerskala mit nur einem…

Mediterrane Stadtentwicklung und die Folgen des Meeresspiegelanstiegs

Forschende der Uni Kiel entwickeln auf 100 Meter genaue Zukunftsszenarien für Städte in zehn Ländern im Mittelmeerraum. Die Ausdehnung von Städten in niedrig gelegenen Küstengebieten nimmt schneller zu als in…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close