Der Intelligente Container: Unternehmen und Forscher wollen neue Transporttechnologien umsetzen

Der „Intelligente Container“ steht für neue Transportsysteme, die messen, analysieren und gegebenenfalls auch Maßnahmen ergreifen, während die Güter auf Straße, Schiene, See oder in der Luft transportiert werden. Früchte zum Beispiel sind ein empfindliches Transportgut, durch Fäule oder Schimmel kann schnell großer Schaden entstehen.

Bisher misst man die Temperatur an zwei Stellen im Container und prüft, ob sie in einem vorgeschriebenen Bereich liegt. Der intelligente Container misst nicht nur Temperatur und Feuchte an vielen verteilten über Funk angebundenen Messpunkten, er interpretiert die Messungen auch selbst. Komplexe Modelle können abschätzen, wie lange die Früchte noch ihre Frische bewahren werden.

Sie schätzen das „Remaining Shelf Life“ ab. Miniaturisierte Gaschromatographen messen das Gas Ethylen als Reifeindikator, um direkt Informationen über den Reifungsprozess zu gewinnen. Das Paradigma der Logistik heißt FIFO: First in First Out. Der Intelligente Container kann der Beginn eines neuen Paradigmas werden, FEFO: First Expire, First Out. Die Selbststeuerung in der Logistik, an der die Universität Bremen seit langem arbeitet, wird damit in die Praxis umgesetzt.

„Gewinner der neuen Lösungen sind die Verbraucher durch bessere Lebensmittelqualität, die Lebensmittel- und Transportindustrie und die Umwelt, da Verlust vermieden und weniger Transporte notwendig werden.“ sagt Prof. Walter Lang von der Universität Bremen, der Initiator des Projektes. Die Idee für den Intelligenten Container und seine praktische Umsetzung gründet auf der Kooperation der beiden Forschungsvereinigungen MCB (Microsystems Center Bremen) und LogDynamics (Bremen Research Cluster for Dynamics in Logistics). Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF – Förderkennzeichen 01IA10001) gefördert. Der Projektträger ist das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Das Projektvolumen beträgt ca. 9 Mio. €. Insgesamt wollen die Partner zur Einführung der neuen Technologie 25 Mio. € umsetzen.

Die industriellen Partner kommen aus der Logistik (Rungis Express, Wetralog, Kühn Transport- und Lagergesellschaft), aus dem Container- und Trailerbau (CHS, Cargobull Telematics), aus der Kommunikationstechnik (OHB Teledata), aus der Elektronik (Elbau GmbH und Texas Instruments Deutschland) und Softwareindustrie (Aicas, EMIC, ProSyst Software, Seeburger). Als Fruchterzeuger und -transporteur nimmt Dole Germany am Vorhaben teil. Forschungspartner sind die Institute aus den Bereichen Mikrosystemtechnik (IMSAS), Kommunikationstechnik (ComNets), Logistik (BIBA) und Mikroelektronik (ITEM) der Universität Bremen sowie das Institut für Tierwissenschaften (ITW) der Universität Bonn und das Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam beteiligt.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Physik / Elektrotechnik
Institut für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme (IMSAS)
Prof. Dr. Walter Lang
Tel. 0421 218 62602
E-Mail: wlang@imsas.uni-bremen.de oder
Dipl.-Ing. Adam Sklorz
Tel. 0421 218 62643
E-Mail: asklorz@imsas.uni-bremen.de

Media Contact

Eberhard Scholz idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-bremen.de

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