Deutschlands Logistikkonkurrenz schläft nicht

Ohne Innovationen gehe es nicht. Doch seien inzwischen 10 Jahre ins Land gegangen, seit er sich erstmals für den Praxistest des heute sogenannten Lang-Lkw ausgesprochen habe, kritisierte Riemann. Trotz des ideologisch motivierten Boykotts durch SPD und Bündnis 90/Die Grünen könne von einem Scheitern des Feldversuchs keine Rede sein und werde sich dank der ersten Änderungsverordnung die Teilnehmerzahl von derzeit 20 Fahrzeugen noch erhöhen, zeigte er sich optimistisch.

Das ergänzte Positivstreckennetz habe auch das Problem der letzten Meile gelöst. Erste Zwischenergebnisse konnte Riemann aus dem eigenen Unternehmen berichten, da ein Tochterunternehmen sich im März 2012 über mehrere Wochen am Feldversuch beteiligt hatte. Hierbei stellten sich bereits Vorteile gegenüber den herkömmlichen Sattelzügen heraus.

Das eingesetzte Fahrzeug hatte rund 50 Prozent mehr Ladevolumen bei Kraftstoffeinsparungen von rund 30 Prozent. Im Gegensatz zu dem konventionellen Sattelzug emittierte der eingesetzte Lang-Lkw rund 30 Prozent weniger CO2.

Güterverkehrsmobilität kein Selbstzweck, sondern Rückgrat der deutschen Wirtschaft

„Der Wirtschaftsstandort Deutschland, der rund 70 Prozent der Güter auf der Straße transportiert, läuft Gefahr, dass der LKW als Hauptakteur der Gütertransporte in Deutschland seine tragende Rolle verliert, ohne dass es dazu Alternativen gäbe. Güterverkehrsmobilität ist kein Selbstzweck, sondern das Rückgrat der deutschen Wirtschaft“, warnte der Verkehrsexperte mit Blick auf die zum 1. August 2012 In Kraft getreten Maut auf Bundesfernstraßen. Der Forderung vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und den Umweltverbänden, mittelfristig alle Straßen zu bemauten, müsse eine klare Absage erteilt werden. „Es ist schon merkwürdig, wenn die SPD und die Automobilclubs nun fordern, die LKW-Maut auf alle Bundesstraßen auszudehnen, hierbei aber kein Wort über die längst überfällige Pkw-Maut im Rahmen des Finanzierungskreislaufes 'Straße finanziert Straße' verlieren“, so der Verkehrsexperte.

Positiv bewertete Riemann, dass Bundesverkehrsminister Ramsauer trotz Wiederstand der Bundesländer den Feldversuch durchgesetzt habe, dennoch fiel die Zwischenbilanz der Verkehrspolitik in den vergangenen drei Jahre kritisch aus: „Die Bundesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag und dem überarbeiteten Aktionsplan Güterverkehr und Logistik im Bereich Verkehr ehrgeizige Ziele gesetzt. Leider fehlte die Courage, konstruktive Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln und diese zeitnah umzusetzen. Die chronische Unterfinanzierung der einzelnen Verkehrsträger ist nicht behoben worden. In Bezug auf den gezielten Ausbau der Hafenhinterland-Anbindungen kann von einem zügigen Ausbau absolut keine Rede sein. Ein Konzept, wie ausländische Seehäfen, z.B. Rotterdam und Amsterdam angebunden werden sollen, fehlt komplett.“

„Das Rennen in der Welt macht der Logistikstandort, der am flexibelsten und schnellsten auf die Bedürfnisse der Kunden und Nutzer eingeht und wettbewerbsfähige Preise bietet. Hiervon sehe ich in Deutschland leider nicht mehr viel, wobei, flexibel sind die Deutschen – insbesondere, wenn es um die Verschiebung des Eröffnungstermins des neuen Hauptstadtflughafens geht!“, so Riemann abschließend.

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