Booz Allen Hamilton: China bietet großes Wachstumspotenzial für

Verzehnfachung der inländischen Nachfrage / 30% niedrigere Herstellkosten als Wettbewerbsvorteil / Neue Herausforderung an Kooperationen mit Flugzeugkonstrukteuren

Mit der Ankündigung Chinas, innerhalb der nächsten zehn Jahre Großraumpassagierflugzeuge zu entwickeln, geraten etablierte Flugzeughersteller wie Boeing und Airbus unter Druck. Bereits heute wird jedes sechste Flugzeug nach China geliefert. Die demografische Situation des Landes und die langfristigen wirtschaftlichen Indikatoren lassen einen gewaltigen Nachfrageanstieg nach Flugreisen und damit nach Passagierflugzeugen in den kommenden zwanzig Jahren erwarten. Um den steigenden Bedarf zu decken, müssen die Kapazitäten der chinesischen Airlines entsprechend exponentiell ausgeweitet werden. „Wir gehen innerhalb der nächsten 20 Jahre von einer Verdreizehnfachung der angebotenen inländischen Kapazität auf bis zu 1 Mrd. Passagiere pro Jahr aus sowie von einer Verneunfachung von und nach China auf bis zu 150 Mio. Passagiere pro Jahr“, so Richard Hauser, Partner und Flugzeugbau-Experte der internationalen Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton. Chinesische Fluglinien planen für diesen Zeitraum Ausgaben von rund 180 Mrd. Dollar für etwa 2.600 Flugzeuge unterschiedlicher Größenordnung. Gleichzeitig sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre 100 neue Flughäfen entstehen. In den kommenden Jahren werden die entscheidenden Weichen gestellt, welche Anbieter den chinesischen Nachfrageschub nach Passagierflugzeugen bedienen können. Grundsatzentscheidungen über Produktionsstandorte, Technologietransfer, Kooperationen und den nachhaltigen Schutz von geistigem Eigentum müssen daher zeitnah getroffen werden.

Standortfaktoren sprechen für China

Die chinesische Luftfahrtindustrie hat mittlerweile eine global relevante Größe erreicht, China beschäftigt in diesem Industriezweig mehr Menschen als die EU. „International hat sich der Standort als Zulieferer und Kooperationspartner gut etabliert, auch wenn er im globalen Vergleich noch deutliche Produktivitäts- und Erfahrungsnachteile aufweist. Diese Faktoren gleicht China durch die niedrigeren Arbeitskosten wieder aus“, so Luftfahrtexperte Hauser. Die Analyse simuliert die gesamte Wertschöpfungskette am Beispiel des Baus eines Flugzeugs mit 120 Sitzen am Standort China. Das Ergebnis: Selbst unter der Annahme, dass wichtige Systeme wie Triebwerke oder Avionik (elektrische und elektronische Geräte) weiterhin von etablierten europäischen oder amerikanischen Lieferanten bezogen würden, können die Herstellkosten mittelfristig um bis zu 30% unter denen in Europa und der USA liegen – mögliche Produktivitätsgewinne durch moderne Fertigungstechnologien noch nicht eingerechnet. Momentan reicht der aktuelle Technikstand der Chinesen nicht aus, um schnell ein komplett neues Großflugzeug zu entwickeln. Richard Hauser: „Doch das wird sich innerhalb der nächsten 10 Jahre ändern, mit dem zusätzlichen Vorteil, auf einer völlig neuen Technologieplattform aufbauen zu können.“ Dann wird China nicht nur von den niedrigen Faktorkosten, sondern auch von den neuesten Material- und Fertigungstechnologien sowie den damit erzielbaren Betriebskosteneinsparungen profitieren. Investitionsentscheidungen in die kapitalintensive Flugzeugproduktion werden durch den volumenstarken Heimatmarkt dabei erheblich erleichtert.

Gründung zukunftsträchtiger Kooperationen

Erste konkrete Schritte hat China bereits mit der Entwicklung des chinesischen Regionalflugzeugs ARJ21 unternommen. Die europäischen und amerikanischen Hersteller versuchen daher aktuell ihren noch bestehenden Technologie- und Infrastrukturvorteil intelligent zu nutzen und sich gleichzeitig den Marktzugang zu sichern. Sie errichten eigene Produktionsstätten, um so die Herstellungskosten durch Standortvorteile zu senken. Airbus bereitet den Aufbau einer eigenen Endmontagelinie für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge in China vor – es wäre keine Überraschung, wenn innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre der erste Airbus-Jet aus einer chinesischen Endmontagelinie rollen würde. Kooperationen mit regionalen Herstellern sollten daher so aufgesetzt sein, dass sie parallel zum Wissenstransfer den Weg für die zukünftige Zusammenarbeit ebnen. Nur so können sich chinesische und internationale Hersteller gemeinsam der boomenden Nachfrage in den kommenden Jahren stellen.

Mit rund 17.000 Mitarbeitern und Büros auf sechs Kontinenten zählt Booz Allen Hamilton zu den weltweit führenden Strategie- und Technologieberatungen. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner 250 aktiven Partner. Der Umsatz beläuft sich weltweit auf 3,5 Mrd. US$. Sechs Büros sind im deutschsprachigen Raum: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Wien und Zürich.

Ansprechpartner für Medien

Sabine Bayer Booz Allen Hamilton

Weitere Informationen:

http://www.boozallen.de

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