Günstig verpackte Früchte

Der europäische Marktführer für Mehrwegverpackungen bietet Kunststoffsteigen unterschiedlicher Ausführung an – sowohl in starrer als auch in klappbarer Ausführung. <br>© Euro Pool System

Einweg oder Mehrweg? Eine Software berechnet, welche Verpackung für den Transport von Obst und Gemüse preiswerter ist. Sie summiert alle Kosten, die durch die Verpackung entlang einer Lieferkette anfallen und vergleicht sie mit dem Mehrwegsystem einer Firma.

Zehntausende Tonnen Obst und Gemüse rumpeln täglich über Europas Straßen. Stoßsicher verpackt reisen Orangen von Barcelona nach Brüssel und Äpfel von Südtirol nach Kopenhagen. Ob dabei Mehrwegsteigen aus Plastik oder Pappkisten für den Einmalgebrauch die verderbliche Ware schützen, entscheiden Händler bisher meist anhand des Nettopreises der Verpackung. Dieser ist jedoch trügerisch: Die tatsächlichen Kosten können bis auf das Vierfache steigen, wenn Arbeiten wie Befüllen, Transport und Lagerung der verschiedenen Systeme berücksichtigt werden. Wie viel sich dabei durch die Wahl der Verpackung sparen lässt, ist auf einen Blick schwer einzuschätzen. Um dies für Händler und Lieferanten transparenter zu gestalten, haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund gemeinsam mit der niederländischen Firma Euro Pool System die Software »Scope« entwickelt. Sie kalkuliert exakt, welche Kosten die Verpackung entlang einer Lieferkette verursacht – vom Abtransport der Früchte auf dem Feld bis zum Regal im Supermarkt. Bei Mehrwegsystemen berücksichtigt das Programm natürlich auch die Rückführung der Verpackung. So können Händler Einwegsysteme ihrer Wahl mit den Mehrwegsteigen vergleichen, die das Unternehmen anbietet.

»Die gesamte Lieferkette haben wir in rund vierzig Teilprozesse gegliedert«, erläutert Michael Wagner vom IML. »Dazu gehören etwa das Abpacken der Ware, ihr Transport und das Kommissionieren für die Einzelhändler. Innerhalb jedes Schritts analysiert das Programm, welche Kosten die gewählte Verpackung verursacht.« Dabei berücksichtigt es Faktoren wie Größe und Anzahl der Verkaufseinheiten, die Auslastung der Transportmittel, sowie Personal- und Lagerkosten. Mit etwa zehn Mausklicks kann der Kunde seine Kosten berechnen – als Basis dienen Datenbanken der IML-Logistiker. Er kann aber auch über hundert Parameter der Software variieren und so die Vorgaben individuell an seine Lieferkette anpassen. »Das Programm ist internetbasiert«, betont Wagner. »Der registrierte Kunde hat also jederzeit und überall Zugriff auf Scope und Euro Pool aktualisiert ständig die Daten.«

Mehrere Spediteure haben das Angebot bereits genutzt. Nun arbeiten die Wissenschaftler daran, das Programm zu erweitern. »Wir wollen die Lieferkette noch flexibler gestalten. Damit ist eine Anwendung auch für die Distribution anderer frischer Lebensmittel denkbar«, sagt Wagner. »Auf Transportgüter in ganz anderen Industriezweigen zielen wir ebenfalls ab.« Im kommenden Frühjahr soll es soweit sein, hofft er.

Ansprechpartner:

Dipl.-Oec. Michael Wagner
michael.wagner@iml.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Materialfluß und Logistik IML
Joseph-von-Fraunhofer-Str. 2-4, 44227 Dortmund

Dr. rer. pol. Volker Lange
Telefon +49 231 9743-264
volker.lange@iml.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Materialfluß und Logistik IML
Joseph-von-Fraunhofer-Str. 2-4, 44227 Dortmund

Marian Polomski
Telefon 0 22 22 / 91 13-00
Fax 0 22 22 / 91 13-99
marian.polomski@europoolsystem.com

Media Contact

Dipl.-Oec. Michael Wagner Fraunhofer IML

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