Saubere Energie: EU finanziert Forschung für den Brennstoffzellenbus

Zur Unterstützung der Europäischen Woche der Mobilität und des Autofreien Tags am Sonntag, den 22. September 2002 organisiert das für Forschung zuständige Kommissionsmitglied, Philippe Busquin, eine Rundfahrt durch Brüssel mit dem Prototyp eines Brennstoffzellenbuses. Der Bus wird mit Wasserstoff und Sauerstoff betrieben, so dass als Auspuffemission lediglich Wasserdampf abgegeben wird. Unter Druck gesetztes Wasserstoffgas wird in fiberglasverstärkten Aluminiumzylindern auf dem Dach des Busses gelagert. Die Energieerzeugung des Busses ist der eines herkömmlichen Dieselmotors vergleichbar, belastet jedoch die Umwelt weniger stark. Außerdem ist der Bus leiser und kann mehr Personen befördern. Der Prototyp wird dank EU-finanzierter Forschung entwickelt. Journalisten können ab 14.00 Uhr an einer Pressekonferenz teilnehmen, die Fahrt mit dem Brennstoffzellenbus beginnt um 14.30 Uhr (Abfahrt vor der Börse in Brüssel).

“Dies ist eine gute Gelegenheit, um die Wasserstofftechnologie in Aktion zu erleben” sagte Kommissionsmitglied Busquin. “Heutzutage beruhen mehr als 95 Prozent des Verkehrs auf Kraftstoffen, die aus Mineralöl hergestellt werden. Der Rest verteilt sich hauptsächlich auf Elektrizität und Erdgas. Staus und die extensive Nutzung fossiler Brennstoffe haben zu einem alarmierenden Anstieg der Treibhausgas- und Lärmemissionen durch den Verkehr geführt. Die Kommission hat sich verpflichtet, vor allem in städtischen Gebieten die Verkehrsüberlastung und ihre nachteiligen Auswirkungen zu verringern. Die Förderung der Forschung zu alternativen Kraftstoffen für den Verkehr ist in diesem Zusammenhang eines der wichtigsten Ziele. Die Einführung von Bussen mit Brennstoffzellenantrieb wird den Städten helfen, die Luftqualität zu verbessern, und die CO2-Emissionen zu senken”.

In den vergangenen zehn Jahren haben die wichtigsten Bushersteller in aller Welt Prototypen zur Demonstration entwickelt und getestet. Die Kommission unterstützt mehrere Forschungsinitiativen, um den Personenverkehr mit Brennstoffzellenfahrzeugen in ganz Europa zu fördern.

Eine verbesserte Version des in Brüssel am Autofreien Tag vorgestellten Prototyps wird – auch mit Hilfe des CUTE (Clean Urban Transport for Europe, umweltverträglicher Nahverkehr für Europa)-Demonstrationsprojekts – ein voll einsatzbereites Modell darstellen. Die Initiative umfasst 9 europäische Städte : Amsterdam (Niederlande), Barcelona (Spanien), Hamburg (Deutschland), London (Vereinigtes Königreich), Luxemburg, Madrid (Spanien), Porto (Portugal), Stockholm (Schweden) und Stuttgart (Deutschland). Die teilnehmenden Städte, öffentlichen Verkehrsunternehmen, Wasserstoff- und Bushersteller werden zusammenarbeiten, um ein wirklich auf Wasserstoff basierendes öffentliches Verkehrssystem zu schaffen. Die Kommission wird €18,5 Millionen bei einem Gesamtbudget von €52 Millionen übernehmen.

Dreißig Busse mit Brennstoffzellenantrieb, die mit vor Ort hergestelltem und nachgefülltem Wasserstoff betrieben werden, sollen zeigen, dass der emissionsfreie Busverkehr bereits heute möglich ist. Es wird sich um die weltweit größte Nutzfahrzeugflotte mit Brennstoffzellenantrieb handeln. Der erste Bus wird im zweiten Quartal 2003 bei der Konferenz der UITP (International Association of Public Transport, Internationaler Verband für öffentliches Verkehrswesen) in Madrid ausgeliefert. Seine Leistung ist der eines herkömmlichen Buses mit Dieselantrieb und einer Höchstgeschwindigkeit 80 km/h vergleichbar. Der Bus kann bis zu 70 Fahrgäste befördern. Diese Busse werden wie herkömmliche Busses eingesetzt, auf den gleichen Strecken und mit dem gleichen engen Fahrplan, um eine bestmögliche vergleichende Bewertung von Leistung und Kosten durchführen zu können. Wasserstofftankstellen werden ebenfalls eingerichtet.

Ein weiteres einschlägiges Projekt ist ECTOS (Ecological City Transport System, Ökologisches Stadtverkehrssystem), das im März 2001 in Reykjavik gestartet wurde. Der Gesamtbeitrag der EU beläuft sich auf €2,85 Millionen (d.h. 40% der Gesamtkosten). ECTOS behandelt gleichzeitig die wichtigsten Fragen in Zusammenhang mit Wasserstoff im Verkehrsbereich: Wasserstoffherstellung (einschließlich erneuerbarer Energiequellen), Sicherheitsaspekte des Nachfüllens von Wasserstoff in Stadtzentren und den kommerziellen Betrieb der Busse in öffentlichen Verkehrssystemen. ECTOS umfasst eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung. Dabei wird die Machbarkeit der Brennstoffzellentechnologie im Vergleich zu anderen umweltverträglichen und herkömmlichen Alternativen untersucht. Die in Island entwickelten vorbildlichen Praktiken werden weiteren EU-Projekten in anderen europäischen Städten zugute kommen.

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