Velaro sorgt in Spanien und bald auch in China und Russland für kurze Reisezeiten

Der Siemens-Hochgeschwindigkeitszug Velaro setzt seine Erfolgsfahrt fort. Pünktlich zu den Olympischen Spielen in China werden ab August die ersten fünf von 60 georderten Hochgeschwindigkeitszügen in China rollen. Zudem wird sich zum Jahreswechsel 2008/09 der erste russische Velaro vom Siemens-Werk in Krefeld auf den Weg nach Russland machen.

„Wie zuletzt in Spanien wird der High-Tech-Triebzug der Siemens-Industrie-Division Mobility die Attraktivität und das Image des Schienenverkehrs in diesen Ländern deutlich steigern“, betonte Edzard Lübben, bei Siemens Mobility verantwortlich für die Highspeed-Züge, auf dem UIC Highspeed-Kongress in Amsterdam.

Mit der Eröffnung der Strecke Madrid Barcelona Ende Februar ist Spanien seinem Ziel, 2010 das dichteste Hochgeschwindigkeitsnetz in Europa zu unterhalten, ein gutes Stück näher gekommen: Nur gut zweieinhalb Stunden braucht der Siemens Velaro E, der in Spanien als AVE S 103 firmiert, um die 621 Kilometer zwischen Madrid und Barcelona zurückzulegen – und das im Stundentakt. Die 26 in Deutschland entwickelten und in Deutschland und Spanien gebauten Züge – eine Weiterentwicklung des deutschen ICE 3 – haben damit eine neue Ära zwischen den beiden spanischen Metropolen gestartet. Herkömmliche Züge benötigten für die Strecke über sechs Stunden, eine Flugreise dauert immerhin 70 Minuten – plus Anreise zu den Flughäfen, Zeit für Check-in und Sicherheitskontrollen.

Für die Sicherheit der Velaro-E-Passagiere sorgen zwischen Madrid und Barcelona 144 Einheiten des Siemens-Zugsicherungssystems Trainguard im Zusammenspiel mit ETCS-Komponenten anderer Zulieferer auf der Strecke. Es war auch ein Velaro E, der im September 2006 mit 404 km/h einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord für Serienzüge aufgestellt hat.

Rekordverdächtig ist auch die Arbeit von Siemens beim Ausbau des chinesischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs: Weniger als 24 Monate lagen zwischen der Vertragsunterzeichnung und dem Eintreffen des ersten Velaro-Zuges Ende Januar im Hafen der chinesischen Stadt Tjanjin. Zurzeit wird dieser Zug beim chinesischen Siemens-Partner in Tangshan in Betrieb gesetzt. Auch der zweite der insgesamt drei in Deutschland gebauten Züge befindet sich schon auf dem Seeweg nach China und wird dort Ende März erwartet. „Wir sind bei diesem Projekt ohne Zeitpuffer gestartet und werden punktgenau landen“, sagte Ernst Reuss. Projektleiter bei Siemens Mobility für den Velaro in China, auf der UIC.

Parallel dazu wird der erste von 57 beim Siemens-Partner Tangshan Locomotive & Rolling Stock Works in China gefertigten Züge Anfang April in Betrieb gesetzt werden. Damit liegt Siemens bei allen Zügen unter den Zeitvorgaben. Wie vom Kunden gewünscht werden zu den Olympischen Spielen im August fünf chinesische CRH 3 auf Basis der Velaro-Familie von Siemens die Besucher schnell durch China transportieren.

Auch der Bau der acht Velaros für Russland läuft planmäßig. Die Wagen des ersten Zuges werden bereits im Siemens-Werk in Krefeld montiert, die übrigen befinden sich in der Vorfertigung. Noch in diesem Jahr soll der erste Velaro RUS die Werkshallen in Krefeld Richtung St. Petersburg verlassen. Ab Februar 2009 soll sich dann monatlich ein Zug auf die Reise nach Russland machen.

Der Siemens-Sektor Industry ist der weltweit führende Anbieter von Produktions-, Transport- und Gebäudetechnik. Mit durchgängigen Hardware- und Software-Technologien und umfassendem Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität und Effizienz seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility, Motion Control und Osram. Mit weltweit rund 209000 Mitarbeitern erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2007 (30. September) einen Umsatz von etwa 40 Mrd. Euro (unkonsolidiert).

Die Siemens-Division Mobility ist der international führende Transport- und Logistik-Lösungsanbieter. Mit dem Ansatz „Complete Mobility“ verfolgt die Division das Ziel, unterschiedliche Verkehrssysteme miteinander zu vernetzen, um Menschen und Güter effizient zu transportieren. „Complete Mobility“ vereint dabei Kompetenzen bei Betriebsführungssystemen für Bahn- und Straßenverkehrstechnik mit Lösungen bei Flughafenlogistik, Postautomatisierung und Bahnstromversorgung sowie Schienenfahrzeugen im Nah-, Regional- und Fernverkehr und zukunftsorientierte Servicekonzepte.

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