Daten für den Verkehr der Zukunft

Wie viele Kilometer sind die Bundesbürger pro Tag unterwegs, wie lange benötigen sie dafür und welche Verkehrsmittel benutzen sie? Diese Informationen bilden die Grundlage für verkehrsplanerische Entscheidungen, aber auch für Forschungsarbeiten zu Fragen, wie Menschen auf Veränderungen, zum Beispiel auf steigende Benzinpreise, reagieren. Politik, Planung und Wirtschaft brauchen hierfür nicht nur aktuelle und verlässliche Daten über das Verkehrsverhalten als Momentaufnahme, sondern auch Erhebungen, welche die Verkehrsentwicklung in den letzten Jahrzehnten erklären können.

Das Institut für Verkehrswesen unter der Leitung von Professor Dirk Zumkeller hat nun vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erneut den Zuschlag für weitere drei Jahre bekommen, die Daten für das sogenannte Deutsche Mobilitätspanel zu erheben. Bereits 1991 hatte das Institut eine Methode entwickelt, mit der Informationen zum Verkehrsverhalten in ihrer zeitlichen Entwicklung erhoben werden können. Diese Methode wurde vom Bundesverkehrsministerium aufgegriffen – und hat sich dann rasch zum sogenannten Deutschen Mobilitätspanel gemausert, das mittlerweile auf eine fünfzehnjährige Geschichte zurückblicken kann.

Die Methode beruht darauf, dass Personen über mehrere Jahre hinweg jeweils für eine Woche über ihr Mobilitätsverhalten berichten, also sämtliche Wege erfassen, die sie zurücklegen. „Auf diese Weise entstanden Zeitreihen und ein insgesamt in dieser Form weltweit einzigartiger Datenbestand als Grundlage für die Forschung“, so Professor Dirk Zumkeller. Anhand der Daten, die mittlerweile 12.000 Personenwochen umfassen, können Aussagen gewonnen werden, wie sich Verkehrsgewohnheiten ändern oder auch über deren Trägheit. „Ziel ist es, möglichst treffsichere Prognosen machen zu können, wie sich die Mobilitätsnachfrage in der Zukunft entwickelt – auch und vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“, betont Zumkeller. So ist zum Beispiel ein neuer Trend, dass Singles im urbanen Umfeld dazu tendieren, kein eigenes Auto mehr zu haben. Die umfangreichen Daten sind überdies Grundlage für weiterführende Forschungsprojekte und erlauben Aussagen, zum Beispiel auch über die Klimarelevanz des Verkehrssektors.

Mittlerweile laufen erste Versuche, inwieweit sich die Erhebung für die Befragten mit dem Einsatz von GPS-Loggern erleichtern lassen.

Außerdem arbeitet das Institut für Verkehrswesen an einer vergleichbaren Methode, um neben der Nachfrageseite auch die Entwicklung der Angebotsseite empirisch erfassen zu können: es soll gleichzeitig die Performance des Verkehrssystems im Zeitverlauf dargestellt werden.

Erste internationale Kooperationen in Frankreich und in den USA gibt es bereits (http://www.mobilitaetspanel.de).

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Dirk Zumkeller
Telefon: 0721/608-2251
E-Mail: zumkeller@ifv.uni-karlsruhe.de

Media Contact

Dr. Elisabeth Zuber-Knost idw

Weitere Informationen:

http://www.mobilitaetspanel.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik

Von allen Aktivitäten zur physischen Raum- und Zeitüberbrückung von Gütern und Personen, einschließlich deren Umgruppierung – beginnend beim Lieferanten, durch die betrieblichen Wertschöpfungsstufen, bis zur Auslieferung der Produkte beim Kunden, inklusive der Abfallentsorgung und des Recyclings.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Verkehrstelematik, Maut, Verkehrsmanagementsysteme, Routenplanung, Transrapid, Verkehrsinfrastruktur, Flugsicherheit, Transporttechnik, Transportlogistik, Produktionslogistik und Mobilität.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Innovationstage 2020: Über 100 Innovationsprojekte digital erleben

Anmeldungen zu den Online-Workshops der diesjährigen digitalen Innovationstage sind vom 05. bis 13. Oktober 2020 möglich. Die Workshops finden am 20. und 21. Oktober statt und bieten Vernetzung zu Klimawandel,…

Fraunhofer IPA präsentiert Desinfektionsroboter »DeKonBot«

Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, hat das Stuttgarter Forschungsinstitut in kurzer Zeit den Prototyp eines mobilen Reinigungs- und Desinfektionsroboters entwickelt. Er fährt selbstständig zu potenziell kontaminierten Objekten wie Türgriffen,…

Kleine Helfer für die Metallgewinnung

Freiberger Forscher nutzen bakterielle Laugung zum Recycling von Elektroschrott Biohydrometallurgen der TU Bergakademie Freiberg haben erstmals nachgewiesen, dass die Laugung mit Hilfe von Bakterien auch beim Recycling von Elektroschrott zur…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close