Kaffee-Gift Sauerstoff – mit dem Magneten überwacht

Wer Kaffee kauft, erwartet beim Öffnen der Packung einen aromatischen Duft und keinen muffigen Geruch – auch wenn das Produkt schon eine Weile in der Speisekammer war. Die Kaffeehersteller erreichen die lange Haltbarkeit, indem sie der Packung mit den gemahlenen Bohnen die Luft entziehen. Gift für den Kaffee ist in diesem Fall der Restsauerstoff, der das Produkt beim längeren Lagern verdirbt. Zur Qualitätssicherung überprüfen die Kaffeeröster daher stichprobenartig den Sauerstoffgehalt in der Vakuumverpackung. Diese Aufgabe kann ein High-Tech-Gerät von Siemens übernehmen, das Entwickler in Karlsruhe zur Automatisierungsmesse Interkama jetzt auf den Markt gebracht haben. Neben Anwendungen in der Nahrungsmittelindustrie kann der Oxymat 61 auch für chemische Prozessmessungen, zur Optimierung von Brennern bei der Energieerzeugung und in Anlagen zur Luftzerlegung eingesetzt werden. Das Gerät misst den Gehalt an Sauerstoff in Gasgemischen rund um die Uhr und liefert kontinuierlich ein Ergebnis. Das Verfahren funktioniert ohne bewegliche Teile: Es beruht auf dem so genannten Paramagnetis-mus des Sauerstoffs. Ein Magnet zieht die Sauerstoffmoleküle an und erzeugt in den dünnen Messröhrchen einen Stau, so dass der Druck von quer vorbeiströmendem Stickstoff beeinflusst wird. Ein Sensor wandelt die Druckänderung in einen elektrischen Strom um, der ein direktes Maß für den Sauerstoffgehalt ist. Das Gerät kann zwei Prozentpunkte einer beliebigen Sauerstoffkonzentration abdecken; in diesem Bereich misst es auf ein Prozent genau. Für die chemische Industrie sind solche Messungen oft von großer Bedeutung: Viele Gasgemische werden hochexplosiv, wenn der Sauerstoffgehalt über fünf Prozent ansteigt. Hier schlägt das System rechtzeitig Alarm.

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Dieses Fachgebiet umfasst wissenschaftliche Verfahren zur Änderung von Stoffeigenschaften (Zerkleinern, Kühlen, etc.), Stoffzusammensetzungen (Filtration, Destillation, etc.) und Stoffarten (Oxidation, Hydrierung, etc.).

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