Mit neuem Verfahren Karbonfasern auf Feinheit und Festigkeit prüfen

Kohlefaserverstärkte Kunststoffe gelten als optimales Leichtbaumaterial mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten: beim Überschall-Jet oder bei der Raumfähre, beim Tennisschläger oder bei der Angelrute. Im High-Tech-Bereich spielen Karbonfasern bereits eine wichtige Rolle und auch im Automobilbau dürfte der Bedarf steigen, um durch Leichtbauweise Energie zu sparen.

Allerdings sind die Herstellungskosten für Karbonfasern extrem hoch. Deshalb ist jeder Schritt wichtig, der zur Einsatzoptimierung der Karbonfasern in der Produktion und bei der Qualitätsprüfung beiträgt. Eine interessante Entwicklung ist jetzt im Rahmen des Innovationsnetzwerkes „Fiber Internation Bremen (FIB) e.V.“ gelungen.

Die Wissenschaftler des Verbundes, an dem auch die Universität Bremen beteiligt ist, haben mit dem FAVIMAT ROBOT 2 erstmalig ein automatisches Karbonfaserprüfgerät hergestellt, das schnell und zuverlässig Module und Festigkeitseigenschaften von einzelnen Karbonfasern prüfen kann. Konkret getestet werden die Feinheit, die Festigkeit und die Elastizität von Karbonfasern.

Das Projekt FAVIMAT ROBOT2 ist im „Fiber International Bremen“ vor allem von der Firma Textechno in Mönchengladbach als qualitative Weiterentwicklung des FAVIMAT-ROBOT vorangetrieben worden. Mit dem neuen Messgerät lassen sich nun 500 Fasern in einem Messprozess vollautomatisch auf ihre Eigenschaften untersuchen. Erste Ergebnisse liegen hierbei im Gegensatz zur konventionellen Prüfung an Faserbündeln (Roving) bereits nach wenigen Minuten vor. Die hervorragende Längen- und Kraftauflösung (bis 0,1µN) machen das Prüfgerät zu einem interessanten Messgerät für unterschiedlichste Fasermaterialien oder Anwendungen, zum Beispiel Zugprüfungen an Nanovliesen.

Optional lässt sich das Messverfahren mit einer Schwingungsanalyse ergänzen. Die vibroskopische Feinheitsprüfung besteht aus einer automatischen Bestimmung der Resonanzfrequenz der Transversalgrundschwingung unter definierter Spannung und Schwingungslänge. Dadurch kann beispielsweise der wirksame Querschnitt meist genauer bestimmt werden als mit üblichen optischen Methoden. Eine Erweiterung der Schwingungsanalyse ermöglicht weitere Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise zur Bestimmung der Biegesteifigkeit von Fasern. Die vielseitigen, automatisierten und zeitoptimierten Messmöglichkeiten machen den „FAVIMAT ROBOT2“ für Forschung und Industrie zu einem interessanten Analysegerät in der Produktion, Qualitätskontrolle oder Faserentwicklung.

Weitere Informationen:

Fiber International Bremen (FIB) e.V.
c/o Faserinstitut Bremen e.V.
Dr. Guido Weißmann
Tel.: 0551 / 49 601 – 26
Fax: +49 551 / 49 601 – 49
E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner für Medien

Eberhard Scholz idw

Weitere Informationen:

http://www.fib-bremen.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie

Dieses Fachgebiet umfasst wissenschaftliche Verfahren zur Änderung von Stoffeigenschaften (Zerkleinern, Kühlen, etc.), Stoffzusammensetzungen (Filtration, Destillation, etc.) und Stoffarten (Oxidation, Hydrierung, etc.).

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Trenntechnologie, Lasertechnologie, Messtechnik, Robotertechnik, Prüftechnik, Beschichtungsverfahren und Analyseverfahren.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Besser kleben im Leichtbau

Projekt GOHybrid optimiert Hybridverbindungen Leichtbau ist in der Mobilitätsbranche essentiell. Im Zuge der Mischbauweise mit Leichtmetallen und Faser-Kunststoff-Verbunden rücken hybride Klebverbindungen in den Fokus. Aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnungen der Materialien…

Benchmark für Einzelelektronenschaltkreise

Neues Analyseverfahren für eine abstrakte und universelle Beschreibung der Genauigkeit von Quantenschaltkreisen (Gemeinsame Presseinformation mit der Universität Lettland) Die Manipulation einzelner Elektronen mit dem Ziel, Quanteneffekte nutzbar zu machen, verspricht…

Solarer Wasserstoff: Photoanoden aus α-SnWO4 versprechen hohe Wirkungsgrade

Photoanoden aus Metalloxiden gelten als praktikable Lösung für die Erzeugung von Wasserstoff mit Sonnenlicht. So besitzt α-SnWO4 optimale elektronische Eigenschaften für die photoelektrochemische Wasserspaltung, korrodiert jedoch rasch. Schutzschichten aus Nickeloxid…

Partner & Förderer