Wirtschaftliche Lage bedroht geistige Gesundheit

Die Auswirkungen des wirtschaftlichen Niedergangs könnten eine entscheidende Bedrohung für die geistige Gesundheit der Menschen werden. Laut Rethink ist die Pfändung der Häuser durch die Bank die größte Bedrohung für die psychische Gesundheit. Sie steht noch vor der Arbeitslosigkeit und dem plötzlichen Wissen über die eigene Unfruchtbarkeit.

Die Wissenschaftler fordern daher eine gezielte Initiative zur Verhinderung einer ernsthaften Krise. Die aktuelle Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, in dem in einer Untersuchung der Vereinte Nationen nachzulesen ist, dass allein Großbritannien einen größeren Anteil des Gesundheitsbudgets für die Behandlung psychischer Probleme ausgibt als jedes andere europäische Land.

Paul Corry, bei Rethink für öffentliche Angelegenheiten zuständig, betonte, dass es ihn nicht erstaunen würde, wenn in den nächsten Monaten immer mehr Menschen mit psychischen Problemen zum Arzt gingen. „Auch wenn man in der glücklichen Lage ist, dass das eigene Heim nicht gefährdet ist, können Stress und Ängste vor der Zukunft ausreichen, um die geistige Gesundheit zu gefährden.“ Menschen, die bereits unter psychischen Problemen leiden, würden wahrscheinlich von ihren Geldgebern weniger gut behandelt. Sie hätten kein Sicherheitsnetz zu ihrem Schutz. Mind, eine weitere Organisation, stimmt dieser Einschätzung zu. Sie startet derzeit eine Initiative, die durch Sport eine Verbesserung des psychischen Zustandes und eine Verringerung der Stigmatisierung der Betroffenen erreichen will. Das Budget beträgt laut BBC 16 Mio. Pfund.

Die aktuelle Studie wurde anlässlich des World Mental Health Day http://www.mhf.org.uk/campaigns/wmhd veröffentlicht. An ihr nahmen rund 2.000 Menschen teil. Der Report der Weltgesundheitsorganisation war in seinen Schlussfolgerungen deutlich positiver. Er verglich die europaweiten Ausgaben für die geistige Gesundheit und kam zu dem Ergebnis, dass England und Wales mit 13,8 Prozent am meisten ausgeben. In Schottland liegt dieser Wert bei 9,8 Prozent. Großbritannien insgesamt lag bei der Anzahl der Psychiater auf 100.000 Einwohner deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Eine in dieser Woche im British Medical Journal veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Patienten in psychiatrischen Einrichtungen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen ist.

Ansprechpartner für Medien

Michaela Monschein pressetext.austria

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