Zu viel Cola schadet den Muskeln

Wer häufig zu viel Cola oder andere koffeinhältige Getränke zu sich nimmt, bringt damit seine Muskeln in Gefahr. Das hat Moses Eliaf, Spezialist für Stoffwechselkrankheiten an der griechischen Universität Ioannina, entdeckt.

Er untersuchte Patienten, die täglich unvorstellbar hohe Mengen Cola tranken. „Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass exzessiver Koffeinkonsum Hypokalzämie auslöst. Lieferanten dafür sind in erster Linie Softdrinks, jedoch auch Kaffe oder Tee“, berichtet der Forscher im pressetext-Interview.

Bei der Hypokalzämie sinkt der Kaliumgehalt des Blutes und schädigt die Muskelfunktionen. Veröffentlicht wird diese Forschung in der Juniausgabe des International Journal of Clinical Practice.

Eliaf untersuchte zehn Patienten, die über mehrere Monate zwischen zwei und neun Liter Cola pro Tag konsumiert hatten. „Während die empfohlene maximale Koffeinmenge 200 Milligramm beträgt, überstieg sie bei diesen Personen die Gramm-Grenze“, so der Mediziner. Die Betroffenen hatten niedrige Kaliumwerte, berichteten über Erschöpfung und Appetitverlust und zeigten Herzprobleme. Nachdem sie Cola völlig abgesetzt und intravenöses Kalium bekommen hatten, erholten sich die Patienten schnell und vollständig.

„Softdrinks schädigen die Muskeln. Je nach Höhe der Dosis reichen die Symptome von Schwächeanfällen bis hin zu schweren Behinderungen. Koffein spielt dafür eine wesentliche Rolle. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch andere Faktoren beteiligt sind, wie etwa der hohe Gehalt von Zucker und Kalorien“, erklärt Eliaf.

Der Boom von Softdrinks ist bisher ungebrochen. 2007 betrug ihr weltweiter Konsum 552 Mrd. Liter, was 83 Liter pro Person und Jahr entspricht. Für das Jahr 2012 erwartet man 95 Liter pro Person, während jeder US-Bürger heute schon durchschnittlich 212 Liter Cola & Co in sich hineinschüttet. Die Medizin warne schon längst vor den Gesundheitsproblemen, die diese Entwicklung mit sich bringt, so Elisaf. „Übermäßiger Softdrink-Konsum begünstigt Zahnprobleme, Entmineralisierung von Knochen, Stoffwechselprobleme wie auch Diabetes.“ Der weltweite Anstieg von Muskelproblemen könnte jedoch ebenfalls auf den hohen Softdrink-Konsum zurückgeführt werden. „Es braucht noch weitere Untersuchungen, um den genauen Zusammenhang zu zeigen. Dass dieser besteht, kann man jedoch als sicher annehmen“, so der griechische Mediziner gegenüber pressetext.

Media Contact

Johannes Pernsteiner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://medlab.cs.uoi.gr/medicalschool

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