Trichlorethylen erhöht Parkinson-Risiko

Eine internationale Studie hat Trichlorethylen mit Parkinson in Verbindung gebracht. Wissenschaftler wiesen bei Menschen, die am Arbeitsplatz diesem industriellen Lösungsmittel ausgesetzt sind, ein sechsfach erhöhtes Krankheitsrisiko nach. Obwohl Trichlorethylen weltweit in vielen Bereichen bereits verboten ist, wird es immer noch als fettlösendes Mittel eingesetzt. In Europa wurde es 2001 in der Kategorie 2 als krebserregend eingestuft.

Zwillingspaare analysiert

Forscher aus Amerika, Kanada, Deutschland und Argentinien analysierten die Daten von 99 Zwillingspaaren, die aus amerikanischen Datensätzen stammten. Die genaue Ursache von Parkinson ist bis heute nicht bekannt und es gibt bislang keine Möglichkeit der Heilung. Die Forschung geht davon aus, dass eine Reihe von genetischen und umweltbedingten Faktoren für das Auftreten der Erkrankung verantwortlich sind. Eine frühere Studie hat bereits einen Zusammenhang mit dem Einsatz von Pestiziden hergestellt. Details der aktuellen Studie wurden in den Annals of Neurology http://onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1002/(ISSN)1531-8249 veröffentlicht.

Für die aktuelle Erhebung sollten die Auswirkungen des Kontakts mit insgesamt sechs Lösungsmitteln untersucht werden. Dazu gehörte auch Trichlorethylen. Bei den 99 Zwillingspaaren war jeweils ein Zwilling an Parkinson erkrankt und der andere nicht. Da Zwillinge genetisch sehr ähnlich oder identisch sind, oft einen sehr ähnlichen Lebensstil haben, wurde davon ausgegangen, dass sie eine bessere Kontrollgruppe ergeben und damit falsche Ergebnisse weitgehend ausgeschlossen werden können.

Umwelt großteils kontaminiert

Die Teilnehmer wurden zu ihrem Arbeitsleben interviewt und das wahrscheinliche Ausmaß ihres Kontaktes mit Lösungsmitteln berechnet. Zusätzlich wurden sie über ihre Hobbys befragt. Die Ergebnisse weisen laut den Wissenschaftlern erstmals einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Trichlorethylen und Parkinson nach. Auch Perchlorethylen und Tetrachlorkohlenstoff scheinen das Krankheitsrisiko zu erhöhen. Bei den drei anderen Lösungsmitteln, Toluol, Xylol und n-Hexan, konnte kein Zusammenhang nachgewiesen werden.

Samuel Goldman von The Parkinson's Institute, einer der Autoren der Studie, betont, dass die zunehmende Kontamination unserer Umwelt das Risiko an Parkinson zu erkranken, erhöhen kann. Das könne große Auswirkungen auf das Gesundheitssystem haben. „Unsere Studienergebnisse und frühere Fallstudien legen nahe, dass bis zu 40 Jahre zwischen dem Kontakt mit Trichlorethylen und dem Beginn der Krankheit liegen können. Damit gibt es eine günstige Gelegenheit die Krankheit zu behandeln, bevor Symptome auftreten.

Trichlorethylen war Bestandteil von Farben, Klebstoffen, Teppichreinigern und wurde auch bei der chemischen Reinigung eingesetzt. In den meisten Ländern der Welt ist es seit den 70er Jahren aufgrund seiner Giftigkeit aus der Lebensmittel- und Pharmaindustrie verbannt. 1997 wurde es in Amerika als Anästhetikum, Desinfektionsmittel für die Haut, Begasungsmittel bei Getreide und bei der Entkoffeinierung von Kaffee verboten. Trichlorethylen wird jedoch immer noch bei der Entfettung von Metallteilen eingesetzt. Das Grundwasser ist weitreichend mit dem Lösungsmittel verschmutzt. Studien gehen davon aus, dass bis zu 30 Prozent des amerikanischen Trinkwassers damit verseucht sind.

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Michaela Monschein pressetext.redaktion

Weitere Informationen:

http://www.thepi.org

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